Es ist zwar nur ein Pharao-Begräbnis 2. Klasse,

dafür darf man aber, anders als beim Pharao, bei dessen Beerdigung jeder, der das Pech hatte, dessen Mumie in die Grabkammer begleiten zu dürfen, den Tod fand, guter Hoffnung sein, die Gewölbe, die sich oft eigene Wohnung nennen, nach 14 Tagen wieder verlassen zu können, vorausgesetzt unter den übereifrigen Hausbewohnern, die Tag und Nacht über einen wachen, gibt es nicht einen, der sie noch übertrifft, bspw. in dem er die Wohnungstür vernagelt oder diese gar zumauert. Wie lange ein Pharao von den Vorräten, die mit in seine Kammer geschleppt wurden, hätte leben können, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Just-in-Time-Generation (Studenten, Singles) würde schon nach zwei oder drei Tagen gegen den Hungertod kämpfen. Daher gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass sich die Leute, deren Aufgabe es ist, einen 2-Wochen-Pharao zu versorgen, mit jenen, die es nicht gewohnt sind, Vorräte zu haben, besonders schwertun werden. Angesichts des Verhaltens der hiesigen Behörden, nicht in Erwägung zu ziehen, die Zahl jener, die sich treffen, zu begrenzen – ganz im Gegensatz zu den schweizerischen, die Veranstaltungen, bei denen mehr als 1000 Besucher zu erwarten sind, verboten haben – kann man nicht umhin, zu glauben, in den Amtsstuben würde man sich um solche Versorgungsaufträge reißen. Alleine bei einen Fußballspiel können sich bis zu siebzigtausend „Kunden“ gewinnen lassen. In Russland hat man 88 Menschen, die es leid waren, Pharao zu spielen, dank Gesichtserkennung zu Deportierten gemacht (mit Sicherheit wohnen die jetzt nicht standesgemäß in Sotschi oder auf der Krim). Ab die Deutschen in der Lage sind, anhand des Videomaterials alle Menschen, die mit einem Corona-Infizierten während eines Spiels Kontakt hatten, auszumachen, wagt dieser Blog zu bezweifeln. Und wenn man dann noch liest, dass Firmen wie Google und Amazon ihren Mitarbeitern raten, auf Reisen zu verzichten, kann man als Laie kann man schon den Eindruck gewinnen, die Deutschen würden Corona zu lax nehmen. Die deutsche Selbstüberschätzung eben, alles besser zu wissen. Daher scheint es dem Blog legitim, im Falle einer Erkrankung zu bestimmen, wen er in den 14 Tagen der Isolation nicht im Fernsehen erleben möchte. So hat dieser Blog nicht nur Norbert Röttgen getroffen (weil er einfach zu oft in den Talkshows ist), sondern seit gestern auch Augstein und Blome, mit denen er sich in einer Berliner Kneipe verabredet hat, um sich über deren unterirdischen Humor zu beklagen (in der letzten Sendung hatte Augstein Blome eingeladen, einen Corona mit ihm zu trinken). Der Blog kann versichern, sich zwei Berliner Pilsner sowie eine Currywurst gegönnt zu haben. Die Einladung, einen Corona zu trinken, hat er aus Höflichkeit nicht ablehnen können.

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