Es ist nicht so einfach, Madness zu erleben

Wie konnte der Blog bloß erwarten, dass Madness einigermaßen pünktlich sein würde? Schuld daran ist wohl OMD, die sich zwar nicht, wie man vermuten könnte, an die Oxford-Zeit gehalten haben, sondern, wohl als Hommage an die hiesigen Regeln, ihre Planung nach dem akademischen Viertel ausrichteten. Als der Blog nach einer Odyssee, die ihn über den Bahnhof Zoo wieder zum Hbf führte, wo ihm aus Zeitgründen dann nichts anderes übrig blieb, als den Bus zu nehmen, um halb Acht das Tempodrom erblickte, war ihm schon klar, dass er falsch kalkuliert hatte – jede Menge Menschen, die aufgrund zweier Bierstände es nicht sehr eilig hatten, reinzugehen. (Später ist dem Blog klar geworden, dass das Bier billiger draußen billiger als drin sein muss. Oder sie sich das Schlangestehen ersparen wollen.) Dass es eine Stunde später als auf der Karte ausgedruckt losging, hat außer ein paar Leuten auf den teuren Plätzen, die pfiffen, nicht weiter gestört. Leute über 50 lassen sich eben nicht so leicht aus der Ruhe bringen, zumal wenn fürs Trinken gesorgt ist. Im Gegensatz zur Anhängerschaft OMDs machen sich nur wenige die Mühe, zu zeigen, dass sie Madness mögen – der Fes, den der Blog als sichtbares Zeichen der Unterstützung ausgemacht hat, wird nur von wenigen getragen (die Hüte sind so alt wie das Stück, das sie veranlasst, sich einen zuzulegen). Auch wenn der Blog „Night Boat to Cairo“, das Lieblingslied des Blogs, mit dem das Konzert ausklingt, verpasst hat, kann er sagen, dass eine Dreiviertelstunde Madness besser ist, als die Band nie gesehen zu haben. Warum die Bahn ihren letzten Zug Richtung Süden schon halb elf losschickt, wird ihr Geheimnis bleiben. (Die Leser des Blogs wissen, dass er nicht viel mit Verschwörungstheorien am Fes hat. In diesem Fall glaubt er aber, dass die Bahn für jede Übernachtung ein paar Cent erhält.) Irgendwie müssen die vielen Hotels, die alle gleich aussehen, voll werden.

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