Endlich wieder im Osten – Opole, Krakau (und Wien)

Da man in diesen wirren Zeiten nicht vorsichtig genug sein kann, hat der Blog auf seiner Tour im Osten nebenbei erkundet, was ihn erwarten könnte, sollte der irre Fall eintreten, dass er von Staats wegen Eigentümer einer Immobilie wird (mit viel Glück könnten es gar zwei werden) – vor 1945 konnte man über deren Lage sicherlich nicht meckern, heute aber ist es so gut wie unmöglich, daraus Profit zu schlagen. Weil sie zu weit entfernt von den Orten, wo Opole am schönsten ist (die befinden sich größtenteils an oder in der Nähe der Oder), liegen, sind sie schlicht nicht Airbnb tauglich. Stattdessen ist ihm klar geworden, dass dessen Tanten, denen nachgesagt wurde, sie seien recht eigen, gute Gründe dafür hatten – für sie muss es Schock gewesen sein, nach dem Krieg auf dem Land in Mitteldeutschland zu landen. In gewisser Hinsicht, nämlich am Wasser, kann Opole es sogar mit Krakau aufnehmen – die Ufer dort sind viel gemütlicher als jene an der Weichsel. Angesicht der vielen Touristen muss man festhalten, dass Krakau in einer ganz anderen Liga spielt. Vermutlich sind die alle gekommen, weil die Altstadt Krakaus zur schönsten in Europa gekürt wurde. Das eigentliche Highlight der Stadt ist die Straßenbahn – nach etlichen Versuchen hat der Blog die Linie, die ihn zu der Halle, in der das Konzert von Florence and the Machine stattfinden sollte, gefunden. Auf der Rückfahrt musste er dann feststellen, dass eine andere Linie die bessere Wahl gewesen wäre. Wie dem auch sei – Krakau ist überall schön. Für 20 Zloty kann man den ganzen Tag in den Straßenbahnen der Stadt verbringen. Florence Walsh hat sich die richtige Stadt ausgesucht, und das nicht nur weil sie noch komplizierter als das Straßenbahnnetz Krakaus ist. Es ist wesentlich einfacher, ihr zuzuhören. Sie zu verfolgen kostet einige Nerven bzw. Kraft. Die Frauen, von denen viele Blumenkränze im Haar hatten (als würde Florence den Beginn des Frühlings einläuten), waren in voller Ekstase. Für den Blog war ein bisschen zu viel Esoterik im Spiel. Natürlich war die riesige Tauron-Halle mit all der tollen Technik ideal. Sie startete aus dem Bauch eines riesigen Schiffs aus Stoff, das sich blitzschnell in Luft auflöste (20 Minuten vor dem Konzert wurde es zu „Wasser gelassen“). Insgesamt ein tolles Konzert. Nur die Toiletten sind gewöhnungsbedürftig – Klos für alle. Vom Urinal sollte man sich erst abwenden, wenn alles wieder zu ist.
Dank einer erstandenen Karte am Neujahrestag ging es am Sonntag weiter nach Wien, wo der Blog die Netrebko (Nabucco) erleben durfte. Im Burgtheater war er auch. Mehr geht wirklich nicht.

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