Ein verrückter Dienstag

Wenn sie nicht gestorben sind, dann tauchen sie noch heute – auf dieses Ende ist es bisher immer hinausgelaufen, wenn die Schweden geglaubt haben, ein sowjetisches bzw. russisches U-Boot in ihren Hoheitsgewässern ausgemacht zu haben. Nun ist wirklich eines entdeckt worden, und zur Überraschung aller ist es kein bolschewistisches oder putinisches, sondern ein zaristisches Boot, das 1916 gesunken sein soll, was für die Besatzung, von der vermutet wird, sie habe es nicht geschafft, sich zu retten, qualvoll und grausam gewesen sein muss. Angesichts dieses Fundes kommt das nächste Boot bestimmt, denn jeder Alarm steigert das Nationalbewusstsein, da dieser der Bevölkerung das Gefühl vermittelt, ihr Land sei enorm wichtig. Während Snoop Dogg, erbost darüber, wie die Polizei aus dessen Gebaren schließen konnte, er müsse Drogen genommen haben, sich geschworen hat, nie mehr nach Schweden zu kommen, werden die Russen bald wieder in den Schären kurz auftauchen, um dann wieder schnell im Wasser zu verschwinden. Das ist für sie Abenteuer pur. Wenn es die Felseninseln nicht gäbe, würden sie, sehr zum Unwillen Merkels, die der Welt erklären müsste, wie die Deutschen es wägen können, auf den Booten Sonnenbäder zu nehmen, vor Binz oder Heringsdorf erscheinen. Das kann wirklich niemand wollen, auch die Russen nicht, denen ein Abtauchen aus Angst, sie könnten jemanden in die Tiefe reißen, verwehrt wäre.

Alleine die Meldung über die Entdeckung des U-Bootwracks hätte diesen Dienstag zum ereignisreichsten des Jahres gemacht. Aber es tritt noch mehr zutage – dank eines schwarzen Schafes kommt endlich ein Ärztegruppe, die sich bisher, jedenfalls ist mir nichts bekannt, zu Schulden hat kommen lassen, in Verruf. Einem hat es nicht gereicht, Menschen zu quälen, nein, er musste auch noch Simbabwes beliebtesten Löwen töten, und das mit einer Armbrust, einer Waffe, deren Gebrauch bei einer Safari den entschuldigenden Hinweis, dass Hemingway ein begeisterter Großwildtierjäger gewesen sei, unmöglich macht. Da es bei Zahnärzten üblich ist, den Patienten zu empfehlen, Essensreste zwischen den Zähne mit Zahnseide oder einem Zahnstocher zu entfernen, hätte ich es verstanden, wenn der amerikanische Dentist Cecil mit einem Speer getötet hätte. Ich glaube, in einigen Stämmen ist es sogar üblich, dass mit Speeren bewaffnete junge Männer Löwen jagen. Das ist deren Art von Konfirmation, Firmung oder Jugendweihe. 50.000 $ für Cecil plus dessen Nachkommen, die, so wird vermutet, Jericho (kein deutscher Zoo würde auf die Idee kommen, einem Löwenjungen diesen Namen zu verpassen), der das Rudel übernommen hat, schon alle getötet hat. Die Namenswahl lässt darauf schließen, dass Simbabwes Wildhüter bibelfeste Atheisten sein müssen.

Setzt der Westen wieder auf das falsche Pferd? Mir ist es jedenfalls rätselhaft, wie die NATO Erdogan, der nur darauf aus ist, die Kurden auszuschalten, unterstützen kann. Das nächste Desaster droht, und angesichts vieler Türken und Kurden in Europa ist nicht auszuschließen, dass wir diesmal nicht so glimpflich wie zuvor davonkommen. Übrigens gab es heute einen Hinweis, dass in Libyen eine Regierung gibt – einer der Söhne Gaddafis ist zum Tode verurteilt worden.

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