Ein Hauch von Stalingrad,

und das ohne den Führer, dabei hatte es doch bisher immer geheißen, das Desaster in Stalingrad sei einzig und allein Hitler, dessen absurden Befehlen niemand widersprach, anzulasten. Ganz früher, als die Kriegsteilnehmer noch lebten, wurde noch das Wetter verantwortlich gemacht – meist hat die Kälte den Endsieg verhindert. Gestern vor genau 79 Jahren hat hinter Stalingrad aber nicht der Frost den Deutschen ein Schnippchen geschlagen, sondern schlechte Sicht, die den Einsatz der Luftwaffe unmöglich machte, so dass die sowjetischen Armeen die 6. Armee dank der Sorglosigkeit ihrer Führung schnell einkesseln konnte. Es hat eine Weile gedauert, bis sich die Meinung durchsetzte, dass die Deutschen nicht vom Wetter geschlagen wurden. Gehörte der Blog dem Kreis der Ungeimpften an, denen im Augenblick die Hauptschuld am jetzigen Desaster gegeben wird, würde er – schon aus Angst, es könne ihn erwischen – keinen Wert darauf zu legen, in 10 Jahren eventuell von Experten, die zur Überzeugung gelangt sind, dass vor allem unsere Politiker den Bockmist zu verantworten hätten, freigesprochen zu werden. Ein Impf- ist eben kein Wehrdienstverweigerer, der in Friedenszeiten immer auf Verständnis treffen wird, was aber auch erst seit vielleicht 30 Jahren der Fall ist. Vermutlich werden die Fachleute sagen, in der deutschen Politik seien zu viele „Generalstäbler“, von denen die meisten noch nie ein eigenes Kommando hatten, unterwegs gewesen. Leute wie Paulus, über den Beevor schrieb, außer ihn kenne er keinen preußischen General, der nicht versucht habe, seine Armee zu retten bzw. abzusichern. Während man ihm zugute halten muss, dass er auf eigene Faust Vorkehrungen gegen den Zangenangriff hätten treffen müssen, konnte sich die Politik der Unterstützung der Wissenschaft und der Mehrheit der Bevölkerung im Sommer sicher sein (auch wenn damals kaum noch jemand etwas mit der Bezeichnung „epidemische Notlage“ anzufangen wusste), wenn sie Maßnahmen, mit denen die jetzige Situation vermieden worden wäre, ergriffen hätte. Leider hat sie nichts unternommen. Sie hat auch nichts im Standby (Impfzentren bspw.) gehalten, so dass vieles erst wieder eingerichtet werden muss, was mühselig zur Jahreswende geschaffen wurde. Ein Schelm, wer denkt, dass die Politik von vorneherein auf ein „Blame Game“ aus gewesen ist. Sollte das der Fall sein, wäre man grandios gescheitert. Und es wäre auch ein Verrat an jenen, die sich haben impfen lassen. Vielleicht sollten sich die Politiker an der Front, die weitaus ungefährlicher als in Stalingrad ist, sehen lassen. So wie Johnson, der ein Krankenhaus besucht hat (natürlich ohne Maske). Mit Pressekonferenzen kommt man jedenfalls nicht weiter.

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