Die Spiele sind eröffnet – „Schluffis“ sind auch dabei

Bevor das olympische Feuer entzündet wurde, haben die Spiele ihre erste große Überraschung, mit der wegen der exzellenten Show – origineller und ideenreicher geht es wirklich nicht; nur Mariah Carey, die ihren Lady-Gaga-Moment hatte, war völlig falsch am Platze – überhaupt nicht zu rechnen war – der Veranstalter hat die große Chance, zu zeigen, dass Lagerfeld mit seiner Behauptung, wer in Jogginghosen das Haus verlasse, habe die Kontrolle über sein Leben verloren, völlig falsch liegt. Wer so wie der Modemacher denkt, der kommt beim Anblick der italienischen Sportler nicht umhin, zu glauben, sie würden ihre Couch nur im Notfall verlassen, also um Bier oder Pizza zu holen. Wegen des engen Bandes in den Nationalfarben des Landes an den Jacken erwecken fast alle Athleten den Eindruck, als seien sie übergewichtig. Da dies nicht sein kann, sind die jedem mindestens 2 Nummern zu groß. Schluffis vom feinsten im tiefsten Braun. Immerhin sind die Sportler im Schnee gut auszumachen, was man von den Österreichern nicht unbedingt sagen kann – deren Kleidung lässt darauf schließen, dass die Designer die Info hatten, eine Farbkombination zu wählen, die vor allem während des Novembers beste Tarnung ermöglicht (Grau in den unterschiedlichsten Tönen). Das Modeland Frankreich hat seine Athleten in Anoraks, die ein Ostblock-Gegenspieler Bonds in Sankt Moritz getragen hat (muss in den 70ern gewesen sein), gesteckt. Statt blau haben sie weiß gewählt. Das wirkt alles sehr streng. Das totale Gegenteil zu den Schluffis aus dem Nachbarland. Es gibt natürlich auch Nationen, die ihre Sportler richtig schick eingekleidet haben. Die Schweden zum Beispiel. Sehr dezent. Sehr stylish. Noch vornehmer kamen die Briten daher, wobei die Schals natürlich gewöhnungsbedürftig sind. Außer ihnen tragen, wenn sich der Blog richtig erinnert, nur die Norweger noch Stoff. Die Deutschen marschierten natürlich auch ein, im Poncho, wie der Spiegel meint (vermutlich kann man darin auch Base-Jumpen). In den Anden hat das Tradition, hierzulande wohl eher nicht. Während sie früher immer um den letzten Platz kämpften, haben sie es diesmal immerhin geschafft, etliche Nationen hinter sich zu lassen. Sogar die Amerikaner, die sich vom schlechten Geschmack ihres Präsidenten haben inspirieren lassen. Schöne Veranstaltung. Und ein perfektes Timing der Regie, die vor dem Dilemma stand, den Einzug der Athleten an 4 Orten zu übertragen. Das war eine Sache von Sekunden. So perfekt wie Trenitalia. Deutschland darf sich freuen. Italo kommt auch.

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