Die schwäbische Hausfrau – jahrelang bedrohte sie

jeden, der forderte, der Staat müsse mehr Geld ausgeben. Die schwäbische Hausfrau wurde so oft bemüht, dass die meisten, die die Austeritätspolitik der Merkel-Regierungen in Frage stellten, sich wünschten, vom Damoklesschwert erschlagen zu werden (ein Schwert im Dauereinsatz), als ständig sich anhören zu müssen, wie sparsam und tüchtig sie doch sei. Nur weil kaum jemand wusste, dass eine schwäbische Hausfrau diese Woche mit der Kanzlerin über das Konjunktur- bzw. Ausgabenpaket verhandeln würde, ist uns eine Panik erspart geblieben. Die wäre, nach allem was wir wissen, auch völlig unangebracht gewesen. Ist die schwäbische Hausfrau womöglich besser als ihr Ruf? Der Blog keine seine Leser beruhigen – trotz der immensen Ausgaben, die sie abgesegnet hat, braucht sich niemand gänzlich vom liebgewonnenen Klischee zu verabschieden. Guten Gewissens kann er sie noch für kleinlich halten. Die Senkung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel ist ein kleinkariertes Vorhaben, da ausgerechnet die Firmen, die unter dem Lockdown kaum zu leiden hatten, gefördert werden. Außerdem hieß bisher, Lebensmittel seien viel zu billig, es würde zu viel weggeworfen, die Bauern verdienten nichts etc.. Aber da die große Steuer runtergehen muss, darf die kleine nicht fehlen. Den wirklich notleidenden Branchen hilft das nicht weiter – Kinos, Buchläden, Restaurants müssten von der Steuer befreit werden. Sicherlich gibt es noch viel mehr. Wo war die gefürchtete Pedanterie der schwäbischen Hausfrau während der Verhandlungen? Statt jeden Posten durchzugehen, wie sie es mit jedem gewöhnlichen Einkaufsbon, selbst wenn er nur einen Posten hat, zu tun pflegt, hat sie Kürzungen, die für alle gelten, durchgewunken. Wenn das mal nicht ein schwerer Fehler war. Der Blog kann ihr, auch um den Eindruck zu vermeiden, sie würde sich nur für das Essen und Trinken interessieren, nur raten, noch einmal bei unserer Bundeskanzlerin vorzusprechen. Schlöndorff, der Merkel gut kennen will, wird ihr schon sagen, wie prekär dort die Lage ist. Und dann gibt es noch das Klimapakt, das komischerweise der Bekämpfung der Folgen des Virus‘ zugerechnet wird, was natürlich nicht stimmt, da es bereits 10 oder gar 15 Jahre überfällig ist. Hätte es das früher gegeben, wären vermutlich die Autohäuser dank der Abwrackprämie gut damit beschäftigt, Anfragen bzgl. E- und H2-Autos zu beantworten. Apropos Wasserstoff – der Plan, groß in diese Technologie einzusteigen, ist die eigentliche Überraschung im Konjunkturpaket. Vermutlich hat deren großzügige Förderung die Autoländer davon abgehalten, an der Kaufprämie für alle Fahrzeuge festzuhalten. Für die Autohersteller könnte es nun Sinn machen, H2-Autos zu entwickeln. Vielleicht sind die irgendwann mal billiger als ein Tesla.

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