Der Law und Order Mann muss noch üben

Law und Order à la Trump – wer vorige Woche, nach dessen markigen Worten, die Vorstellung gehabt hat, einen Präsidenten anzutreffen, der wie Gary Cooper Punkt 12:00 Uhr (bei ihm nachts, weil mittags eh sich keiner ins Weiße Haus trauen würde) ins Freie gehen würde, um Leute, die sein geliebtes Zuhause (für ihn mittlerweile ein kleines Versailles, aus dem er freiwillig nicht mehr raus will) stürmen wollen, persönlich dingfest zu machen, ist nun eines Besseres belehrt worden – der Präsident hat sich, als es draußen lauter wurde, in seinen Bunker verzogen. (Der Kanzler der Einheit war da ganz anderes Kaliber – der hätte die Ruhestörer schon längst in die Flucht geschlagen.)„Bunker Bitch“ nennen seitdem ihn seine Gegner. Aber lieber schlechte Schlagzeilen als überhaupt keine. So unberechenbar der Law und Order Mann Trump auch ist, eines bestätigt er jeden Tag auf das Neueste – er schafft es immer wieder, sich richtig unbeliebt zu machen. Heute hat er es sich mit der katholischen Kirche verscherzt, da er, trotz deren Proteste, ein Fotoshooting mit Wojtyla arrangierte. Was nützt es ihm, wenn am nächsten Sonntag nach langer Zeit die Kirchen in Polen wieder voll sind? Statt seine Landsleuten zu beruhigen, sorgt er dafür, dass die Polen ihren Papst, der in den letzten Jahren seiner Amtszeit wegen ihrer zunehmenden Verwestlichung hart mit ihnen ins Gericht ging, wieder liebgewinnen. Wenigstens haben Schlagzeilen wie jener mit dem Fototermin den Vorteil, dass über wichtigere Dinge nicht berichtet wird, wie bspw. über die Ausbildung der Polizisten. Amnesty beklagt, dass ein Großteil der Polizisten von den Israelis ausgebildet worden sind bzw. werden. Deren Sicherheitskräfte sind ja nicht bekannt dafür, die Palästinenser mit Samthandschuhen anzufassen. Vermutlich würde über die Härte, mit der die Cops vorgehen, gar nicht so intensiv diskutiert werden, wenn sich deren Brutalität nur gegen Schwarze richten würde – das könnte man man damit erklären, dass es zur DNA der Polizei gehöre, sie zu unterdrücken. Da jedoch vor dieser Polizei selbst Journalisten, egal welcher Hautfarbe, nicht sicher sind, stellt sich schon die Frage, welchen Einfluss Ausbilder haben, in deren Heimat Palästinenser, praktisch ihre Hauptclient, Bürger zweiter Klasse sind und dementsprechend kaum Rechte haben. Dass in der NY steht, die Polizei in Baltimore, über die Amnesty besonders klagt, am besten abgeschnitten hat, macht das Problem nicht kleiner. Dass Law und Order auch lustige Facetten haben kann, zeigt Colonel Cassad, der meint, amerikanischen Polizisten würden sich auch den Plünderungen beteiligen. Ob sie die Waren sicherstellen oder für sich nehmen, wissen wir nicht. Der Blog findet, man solle die Russen glauben lassen, dass die Cops in Amerika korrupt und gierig sind. Das haben sie sich nach den vielen Entbehrungen (Stichwort Boykott wegen der Krim) redlich verdient.

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