Die Mangelwirtschaft ist wieder zurück

Und der Blog würde sich nicht wundern, wenn Lindner uns in einer Selbstverständlichkeit, die nur ihm eigen ist, als Minister bald verkündete, die Mangelwirtschaft gehöre zur Marktwirtschaft wie der Islam zu Deutschland. Was während des Streits der Systeme als ein Hauptgrund für das Scheitern des Ostblocks angesehen wurde, könnte er als zu einem Merkmal des Systems deklarieren. Vor Corona hieß es noch, der Markt sei in der Lage, jeden Bedarf zu vernünftigen Preisen zu decken. Das scheint nun nicht mehr der Fall zu seine. Vermutlich hat das damit zu tun, dass man die Waren unter immer mehr Menschen aufteilen muss. Immer mehr Leute können sich Dinge, die vor 20 Jahren nur den Siegern des Kalten Krieges vorbehalten waren, leisten. Wenn die asiatischen Staaten höhere Erdgaspreise als die Europäer zahlen, dann sind sie auch in der Lage, für andere Dinge viel Geld hinzulegen. Gut möglich, dass sie damit nicht heizen, sondern daraus Produkte herstellen, so dass die Kosten weitergeben werden können. Dass in der Postcorona-Zeit die Ära der Mangelwirtschaft anfangen könnte, hat sich niemand vorstellen können. So wie auch kein Berliner auf die Idee gekommen wäre, aufgefordert zu werden, 4 Stunden vor dem Abflug am Flughafen zu sein. Einmal Chaos, immer Chaos. Der Flughafen wird seinen schlechten Ruf einfach nicht los. Lt. der Medien sei Personalmangel und die Unerfahrenheit der Beschäftigten Gründe, warum es nicht wie erwartet läuft. Die Ansicht, in den Dienstleistungsberufen könne jeder schnell durch einen anderen ersetzt werden, hat das Virus Lügen gestraft. Nichts ist mehr so wie früher. Der Einzelne mag austauschbar sein. Verlassen aber die Leute in Scharen ihre Arbeitsplätze, wird es eng. Während sich der „Chaosflughafen“ aber Hoffnung auf bessere Zeiten machen kann, hat es Halle arg erwischt – unser Oberbürgermeister hat sich mal wieder kräftig verzockt. (Da der Blog lange nicht über ihn berichtet hat, hier der neueste Stand – in der Zwangspause, die ihm das Gericht auferlegte, machte er seinen Rettungsschwimmer. Weil er kurz vor dem Schluss der Saison ins Rettungswesen noch eingestiegen ist, ärgert sich der Blog, dass er keine Kinder hat. Denen hätte er mit großer Freude ein sofortiges Badeverbort erteilt.) Besonders der unnötige Abriss der Eissporthalle kommt der Stadt nun teuer zu stehen – die Mangelwirtschaft hat die Kosten in die Höhe getrieben. Für den Neu- bzw. Erweiterungsbau ist kein Geld mehr da. Zweitligaeishockey wird die Stadt nie erleben. Man hätte die alte Halle behalten sollen. Unser Oberbürgermeister wusste es aber mal wieder besser.

PS: Am Mittwoch geht es weiter.

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