Die Geschichte war nicht zu Ende, sondern es

hat nur keiner mehr Geschichte gemacht, so dass heute, wo mehr denn je die Fähigkeit gefragt ist, Geschichte zu schreiben, wir nicht in der Lage sind, das zu tun – hat Fukuyama wirklich geglaubt, die freie Marktwirtschaft könne die Probleme, die sie selbst schafft, lösen? Nach 1992, als Fukuyama sein Buch „Das Ende der Geschichte“ veröffentlicht hat, haben zig Entrepreneurs es in die Geschichtsbücher geschafft. Jedoch ist nur einer darunter, der ein Produkt auf dem Markt gebracht hat, das den Klimawandel stoppt (Musk mit Tesla und diversen anderen Unternehmen). Vermutlich tue ich den einen oder anderen Unternehmer unrecht, was sicherlich daran liegt, dass sie Rampenlicht gemieden haben. Bei Politikern fällt mein Urteil noch verheerender aus – es gibt einfach keinen Klimapolitiker, der es verdient, als solcher genannt zu werden. In der Opposition gibt es sicherlich etliche. An der Macht ist von denen aber keiner gewesen. (Am ehesten würde diese Beschreibung auf Lula zutreffen, der, zum Segen des Klimas, so hoffe ich, vorzeitig aus der Haft entlassen wurde.) Ein Grund dafür kann sein, dass zu viele Leute, die von Fukuyamas Thesen überzeugt sind, Karriere in der Politik gemacht haben. Wie eben unser Ministerpräsident Haselhof, der mal wieder die Prioritäten falsch gesetzt hat – Haselhoff, der 2015 noch gefordert hat, die Braunkohle bis 2050 als Energieträger zu nutzen, muss nun ansehen, wie die zweite Branche, die alternative Energieerzeugungsgeräte herstellt, in Sachsen-Anhalt zusammenschrumpft. Nach der Solarenergie trifft es nun die Windenergie. Von 3000 Beschäftigten soll noch die Hälfte in Magdeburg übrig bleiben. Während Haselhoff sich weiterhin vehement für die Braunkohle einsetzt bzw. hohe Ausgleichszahlungen bei einem vorzeitigen Ausstieg fordert, hat er zur Krise, in der sich die Hersteller von Windrädern befinden, weitestgehend geschwiegen. Er hat gerade mal dafür plädiert, den Leitungsbau zu forcieren. Ob das reichen wird, nicht in die Geschichte als Ministerpräsident, der mit seiner Laissez-faire Haltung dem Land geschadet hat, einzugehen, wage ich zu bezweifeln. Haselhoff hat keine Geschichte gemacht, sondern sich von ihr hat treiben lassen. So wie fast alle Politiker. Profitieren davon wird die AfD. Das sind zwar nicht die Faschisten, die lt. Fukyama von den Liberalen besiegt worden sind. (Dass die Hauptlast des Kriegs gegen den Faschismus der Kommunismus zu schultern hatte, übersieht er.) Aber sie sind eben auch nicht liberal.

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