Der Tundra können nur noch Mammute helfen

So schnell kann es mit dem Klimawandel gehen – während vor knapp 80 Jahren die Deutschen aufgefordert wurden, Pelze und Wollsachen zu spenden, damit die Soldaten nicht in der Sowjetunion erfrieren, sind heute lebende Spenden gefragt, die dazu beitragen, die Temperatur des Bodens der Tundra niedrig zu halten – Russland braucht Pflanzenfresser, die dafür sorgen, dass sie bleibt, was sie ist, nämlich eine Grassteppe. Die Bilder der Siebenkämpferin, die ihr Pferd partout nicht davon überzeugen konnte, mir ihr die Hindernisse im Parcours anzugehen, lassen vermuten, dass das Tier besser in Sibirien aufgehoben wäre, als sich vor aller Welt herumkommandieren zu lassen. Lt. eines Berichts des Independents haben zwei Russen es geschafft, in dieser unwirtlichen Region Ziegen, Kamele und Pferde anzusiedeln (ob Springpferde auch dieses Klima vertragen können, weiß der Blog nicht zu beurteilen). Die Neuankömmlinge haben dafür gesorgt, dass in dem Gebiet, in dem sie leben, der Boden 2,2 Grad Celsius kälter als in der Umgebung ist. Dieser Erfolg hat vermutlich dazu beigetragen, dass es amerikanischen Wissenschaftlern gelang, 15 Millionen Dollar, mit denen sie eine Mammut klonen wollen, aufzutreiben. Ohne die scheint es nicht möglich zu sein, die Tundra zu bewahren. Bezeichnend für das Russland unter Putin ist, dass der Staat so tut, als ob ihn die Sache nichts angehen würde – das Projekt, einen Pleistozän-Park zu errichten, ist noch zu Zeiten der Sowjetunion vom Großvater des Autors genehmigt worden. Geld gibt es nicht, denn im Kreml träumt man von riesigen Waldgebieten, deren Holz sich prima verkaufen lässt. Da bleibt nur der Westen, die Zimovs mit Geld zuschütten müsste. Leute, die das Klima retten wollen, an ihrer Arbeit zu hindern, dürfte selbst Behörden schwerfallen, deren Kreativität sich oft darauf beschränkt, ausgefallene Begründungen, auf die ein Durchschnittsbürger nie kommen würde, für Verbote und Restriktionen zu finden. Könnten die Deutschen nicht ein paar von ihren Kühen nach Sibirien schicken? Von denen haben wir ja viel zu viele. Kälte scheint ihnen nichts auszumachen. Die Frage ist, ob sie im Winter gewillt sind, unterm Schnee nach Gras zu scharren. Der Blog hat da so seine Zweifel. Die würden wohl verhungern. Da bleibt wohl nur, die Zoos zu schließen und den Pferdesport in die Tundra zu verlegen.

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