Der Mond, Kohl und die Sauds

Wie gut, dass Kohl, der wegen der vielen Andeutungen wie jener Hildebrands, er würde dem Gebilde, das wir nachts sehen können, sehr nahe kommen, nicht gut auf den Mond zu sprechen war (der einzige echte Mond, den die Erde hat, war bereits einer zu viel ihn), nicht mehr erleben muss, wenn es bald deren zwei sein werden, denn die Chinesen planen nämlich, in 500 km Höhe einen Satelliten, der der Millionenstadt Chengdu die Stromkosten für die Straßenbeleuchtung ersparen soll, zu platzieren. Von dort aus soll dieser 50 km² metergenau beleuchten können. Klappt alles, sollen drei weitere, mit denen, so vermute ich, ganz China ausgeleuchtet werden kann, folgen. Aus Angst, er könnte glauben, man wolle sich über ihn lustig machen, hätte sich bestimmt niemand getraut, Kohl darüber zu informieren, was die Chinesen da planen würden. Darum wäre auch dessen Antwort auf die Frage der Reporter, was er von den Monden halte, bestimmt noch bizarrer als jene über die Datenautobahnen ausgefallen. Im Gegensatz zu Merkel, die erkannt hat, dass ein gutes Regieren verlangt, dafür zu sorgen, sich mit wichtigeren Problemen als den Mond herumschlagen zu müssen, so dass niemand sie mit Fragen, die eine diplomatische Krise auslösen können, belästigt, wäre Kohl wohl nicht darum herumgekommen, zu erklären, was er von der Aktion der Saudis, die heute endlich den Tod Khashoggis zugegeben haben, hielte. Dass Trump den Kohl, den die Saudis uns auftischen, nämlich dass er gestorben sei, als er sich mit den Saudis prügelte, als glaubhaft bezeichnet, verwundert nicht (wer bei Bewusstsein zerstückelt wird, tut alles, das zu verhindern). Sollen sie ruhig denken, wir würden auf dem Mond leben, denn von dort lässt sich nun genüsslich verfolgen, wie sich das Königshaus selbst demontiert – statt den obskuren Prinzen, der Khashoggis‘ Schächten angeordnet hat, zur Verantwortung zu ziehen, müssen jene, die an der Aktion beteiligt waren, ihren Kopf hinhalten. 15 Mann sollen festgenommen worden sein. Ob die sich bereits wünschen, ihnen wäre das Gleiche wie ihrem Komplizen, der auf mysteriöse Weise bei einem Verkehrsunfall in Riad ums Leben kam, widerfahren, ist schwer einzuschätzen. Aber selbst wenn sie ihre Bestrafung im Ritz, in dem besagter Prinz superreiche Saudis dazu zwang, Teile ihres Vermögens an ihn abzutreten, absitzen sollten hilft das den Sauds nicht weiter – das Vertrauen jener, die nicht mit der Sippe verwandt sind (eine kleine Stadt kommt da schon zusammen), ist nun dahin. Das sind die Aktionen, die hohe Untergebener dazu treiben, gegen das Regime zu putschen. Der Gaddafi Saudi-Arabiens wird sich bald finden (Chile lässt grüßen, aber diesmal wird es die richtigen Leute treffen). Dann ist es mit dem Mond, den die Sauds sich geschaffen haben, vorbei.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.