Der (fossile) Auto-Bond sagt Goodbye

Wenn die Gretas den Auto-Bond als Anachronismus empfinden müssen und das Viertel der Erstwähler, die die FDP gewählt haben, mit Vergnügen hinter den Lenkrädern der Marken, mit denen Bond unterwegs ist, sitzen würde, dann ist der Blog froh, dem Jungwähleralter entronnen zu sein – er findet findet Craig, der es immerhin geschafft hat, zum ersten Mal mit seinem Aston vor einen einem Bahnhof zu halten (das ausgerechnet in Italien, das nicht gerade für seine Eisenbahnen berühmt ist) einfach nur super. Das liegt sicherlich auch an der Zeit – wäre der Film wie geplant im November 2019 in die Kinos gekommen, hätte der Blog sich nur von Bond verabschiedet. Heute, knapp 2 Jahre später, kann er sich nicht des Eindrucks erwehren, mit dessen Abschied könnte auch eine Epoche zu Ende gehen – „Keine Zeit zu sterben“ ist ein Abgesang auf den Auto-Bond, der in einer Welt lebt, die es bald nicht mehr geben wird (in einem gewissen Sinne sind wir alle Bond). Es ist, als ob man die Filmrollen in ein Weinfass mit dem Hintergedanken gelegt hätte, ihm möge es wie dem Wein ergehen – je älter, desto besser. Da wegen der Zwangspause die Technik, mit denen der Film aufwartet, veraltet sein könnte, hatte der Spiegel schon vermutet, was wir dort zu sehen bekämen könnte etwas verstaubt und antiquiert wirken. Diesen Eindruck hatte der Blog nicht. Alles scheint auf dem neuesten Stand. Und da die Bonds nie den Eindruck vermittelt haben, sie seien in die Dinge, die ihnen Ihre Majestät zur Verfügung stellt, verliebt (sie haben so viele Autos zu Schrott gefahren, dass sich niemand mehr die Mühe macht, sie zu zählen), ist das auch nur etwas für Technikfreaks. Diesmal scheint die Gefahr, die Bond ausräumen muss, sogar realistisch zu sein – es gilt, den Herd einer Infektionskrankheit auszuschalten (in Wuhan spielt der Film aber nicht). Viel Wert wird im Film auf das Zwischenmenschliche, das in den bisherigen Filmen nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat, gelegt, sozusagen als Wiedergutmachung alter Sünden. Einiges ist jedoch nicht selbsterklärend – so ist Blog der Meinung, dass man Psychologie studiert haben muss, um das Verhalten von Craigs Partnerin einschätzen zu können. Selbst der größte Frauenversteher dürfte da an seine Grenzen kommen. Egal – der Auto-Bond hat erst einmal ausgedient. Kommt nun der Öko-Bond? Es wäre der Serie zu wünschen. In den 3 Jahren soll der E-Aston auf dem Markt sein (bitte keinen Tesla). Besser wäre es natürlich, wenn er zukünftig die Bahn nehmen würde. Und wird Bond eine Frau sein? Vor seinem Kinobesuch war er skeptisch. Nun ist er aber unbedingt für eine Frau in der Rolle.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.