Bringt Tesla eine Instition zu Fall?

Mercedes, BMW, Porsche,…. – Tesla hat sie alle geschafft, doch nun hat die Firma eine Gruppe, die wundersamer Weise ihrer Prophezeiung, sie würde das Internetzeitalter nicht überleben, Lügen gestraft hat (vor 10 Jahren kam sie so überzeugend rüber, dass man annehme konnte, die Seher müssen das Orakel von Delphi angezapft haben), ins Visier genommen – das deutsche Autohaus, auf dessen Dienste Tesla in Zukunft verzichten will, was einer Revolution gleichkommt, denn die Deutschen lieben ihrer Autohäuser mehr als ihre beiden Großkirchen. Während Letztgenannte von der Substanz leben (zum Glück haben ihre Brüder in den vergangenen Jahrhunderten recht solide gebaut), ist die Autobranche nicht davor zurückgeschreckt, bei den Kirchen zu wildern und ihre eigenen Kathedralen, deren Eintritt nicht ganz billig ist, zu bauen. Da ich mich nicht erinnern kann, dass eine dieser heiligen Hallen Verlust gemacht hat, muss das Geschäft ganz gut laufen. Darauf kann sich Tesla aus Kostengründen natürlich nicht einlassen. Den einzigen Luxus, der bei einem Direktvertrieb möglich sein würde, wäre, den Kunden zu ermöglichen, von New York aus gemeinsam mit ihrem neuen Auto die Fahrt über den Atlantik anzutreten. Wer im Herbst, wenn es besonders rau im Norden wird, bucht, hat vielleicht dann sogar das Glück, wegen der geringeren Auslastung das Auto schon an Deck testen zu dürfen. Will die Tesla-Klientel das überhaupt? Eher wohl nicht. Ich glaube, Tesla-Fahrer sehen sich als Pioniere. Die wollen natürlich etwas besonderes sein. Und da sie nicht nur ein spezielles Fahrzeug fahren, sondern bald auch nicht mehr in die Werkstatt müssen, dürfte Musks Ankündigung, Zwischenhändler wegzulassen, sie noch stolzer werden lassen, zumal bei Problemen eine mobile Pannenhilfe helfen soll. Das verspricht Aufregung für die gesamte Straße. Mich würde nicht wundern, wenn Teslas mobiles Einsatzfahrzeug der Knüller im Programm der Firma wird – sobald das Fahrzeug kommt, geraten die Gardinen in Bewegung, weil jeder sehen will, was da unten beim Auto des Nachbarn vor sich geht. Die Erwartungen sind natürlich auch hoch. Eigentlich kann Tesla sie gar nicht erfüllen. Wie bspw. den halbjährlichen Reifenwechsel, von dem ich denke, dass er vor Haustür gemacht wird. Natürlich stelle ich mir nicht vor, dass dieser so abläuft, wie man ihn auf der Autobahn zu sehen bekommt. Tesla macht daraus ein Ereignis – zuerst bugsiert der Automechaniker die mobile Hebebühne, so groß wie ein Anhänger, den die Leuten nutzen, um ihre Gartenabfälle wegzubringen (natürlich flacher), unter das Auto. Ist das Auto hochgefahren, drückt er auf einen Knopf, worauf vier Roboter, die alle um einen Meter hoch sind, aussteigen. Die brauchen eine kurze Zeit, um mir ihren Kameras erfassen, mit welchen Reifentyp sie es zu tun haben. Haben sie das gecheckt, geht es so schnell wie bei der Formel 1 – im Nu ist er abmontiert, ins Einsatzfahrzeug gerollt (natürlich lagert Tesla die Reifen bei sich) und der neue dran. Das ist nur eine Frage von wenigen Minuten. Wenn das kein Marketinggag ist? Teslas Pannendienst hat das Zeug, den weihnachtlichen Coca-Cola Lastern den Rang abzulaufen. Wer will da noch in Autohaus.

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