„Babooshka“ kommt im Spätsommer

Kate Bush ist wieder da, jedoch nicht mit einem neuen Album, sondern, was ich nie für möglich gehalten hätte, mit einem Gastspiel in London – gleich an 15 Abenden vor sicherlich jeweils 3.632 Zuschauern will sie auftreten. Es könnten gar noch mehr sein, wenn die meisten ihrer Fans nicht der Generation 42+ angehören würden. Die freuen sich, wenn sie sitzen dürfen. Es reicht, wenn Kate ekstatisch und raumgreifend über die Bühne schwebt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie wieder ihren extravaganten und theatralischen Tanz-Gesang, wobei die meisten ihre hoffentlich weiterhin unvergleichbaren Stimme erliegen werden, darbietet. Sie kann nicht anders. Das Alter spielt da keine Rolle. Vermutlich wird sie mit 80 noch versuchen, sich zu verbiegen und ihre Arme in die Höhe zu strecken. Spötter könnten nun sagen, sie habe 35 Jahre Zeit gehabt, sich auf diese Konzertserie vorzubereiten. Das ist natürlich Quatsch, nichtsdestoweniger muss jemand, der den Mut hat, sich nach einer solch langen Zeit wieder ins Rampenlicht zu wagen, viel Zeit und Kraft investieren, um eine gute Show in petto zu haben. Ende August wissen wir, ob sich der Aufwand für sie gelohnt hat. Sie würde mir leid tun, wenn die Kritiker ihr Programm verreißen würde. Oder es hieße, sie habe es nur des Geldes wegen gemacht. Dann lieber eine schlechte Platte, vor deren Kauf die Kritiker warnen, produzieren. Gespannt bin ich zudem, in welcher Zeit die Karten, die es ab dem 28. März ab 9:30 Uhr zu kaufen gibt, vergriffen sein werden. Bei den Stones sind 54.480 Tickets meistens schon in wenigen Minuten weg. Da nur vier Karten auf einmal gekauft werden dürfen, ist davon auszugehen, dass der Veranstalter glaubt, schnell den Laden voll zu kriegen.

Hat Halle für das falsche Objekt den Titel „Weltkulturerbe“ beantragt? Hätte man die Unesco nicht gleich darum bitten können, zwei aufzunehmen? Ein Stadtplaner, der diese Woche in Halle-Neustadt einen Workshop leitet, in dem es u. a. darum gehen soll, Nutzungsmöglichkeiten für eine (fast) leerstehenden Hochhausreihe, die den Stadtteil prägt, zu finden, hat behauptet, das Neubauviertel (als es gebaut wurde, hatte die DDR noch Geld) könne es mit Brasilia oder Tel Aviv aufnehmen. Leider kommt dessen Erkenntnis etwas zu spät. Das sich keine Nutzer finden, sollen die Häuser im nächsten Jahr abgerissen werden. Als Weltkurerbe würden sie natürlich erhalten bleiben. Aber dafür scheint es, trotz der Lobeshymnen über die zukunftsweisende und futuristische Gestaltung des Wohngebiets, nicht zu reichen. Es ist aber noch nicht aller Tage Abend – immerhin können noch die hiesigen Denkmalschützer verkünden, die Gebäude seien zu wertvoll, um abgetragen zu werden. Bleiben die Franckeschen Stiftungen. Das Bewerbungsschreiben wurde gestern aufgesetzt. 2 Jahre braucht die Unesco für ihre Entscheidung. 2016 wissen wir mehr.

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