Wer hat Angst vor……?

Gehören Sie auch zu denen, die fürchten, eine ukrainische Frau könnte sich in Sie verlieben? Wenn nicht, sind Sie entweder ein echter deutscher Chauvi (an denen scheitert selbst die eisigste Ukrainerin) oder Sie gehören zu jenen, die sich nicht für Politik interessieren und deshalb keine Gesprächsrunden im Fernsehen verfolgen. Erstgenannte brauchen nicht weiterzulesen. Sie darauf hinzuweisen, dass es eine Spezies gibt, an die sich sensible Deutsche (es soll sie wirklich geben) erst gewöhnen müssen, ist völlig überflüssig. Um nicht als frauenfeindlich abgestempelt zu werden, muss ich noch bemerken, dass deutsche Chauvas, sollten sie denn existieren, ebenfalls prima mit ihnen auskommen würden. Letztgenannte können sich wenigstens glücklich schätzen, einer Ukrainerin unvoreingenommen begegnen zu kommen. Ich konnte das bis heute nicht. Frau Timoschenkos Bemerkungen – das Gespräch war zwar privat, nichtsdestoweniger hege ich den Verdacht, dass sie in der Hoffnung, jemand möge mithören und das Gespräch publik machen, absichtlich ihrem Herzen freien Lauf gelassen haben könnte – haben dieses Vorurteil etwas gemildert. Ihr Rabiatheits-Level (9,5 von 10 auf der Richterskala) ist zwar exorbitant hoch, jedoch habe ich es als sehr beruhigend empfunden, dass sie ihre Drohungen in einem recht charmanten Ton vorgetragen hat. Es kommt eben immer darauf an, wie man es sagt.

Der Mitschnitt ist ein gutes Beispiel, wie man mit Frauen, die wirres Zeug von sich geben und verbal Amok laufen, umgeht – solange Damen ihres Schlages nicht die Mittel (wie eben Nuklearwaffen), mit denen sie zuschlagen wollen, zur Verfügung stehen, sollten man es tunlichst unterlassen, ihre Ansichten zu korrigieren. Das würde die Situation nur verschlimmern. Am Ende ist oft derjenige, der widerspricht, der große Übeltäter. Die Folgen sind unabsehbar. Das kann dazu führen, dass man sich nicht mehr nach Hause traut. Lt. FAZ trifft das auf nicht wenige ukrainische Männern zu ((leider kann ich den Artikel nicht mehr im Netz finden). Es ist schwer vorherzusagen, ob deutschen Männern in den nächsten Monaten ein ähnliches Schicksal droht. Wenn ja, heißt das noch lange nicht, dass die Öffentlichkeit davon etwas mitbekommt. Eher kommen 100 Bücher, die sich damit beschäftigen, wie man einen Schrank zusammenbaut oder ein Lehmhaus, das keinen ökologischen Fußabdruck hinterlässt, errichtet, auf den Markt, als dass ein Mann schreibt, wie sehr ihn seine Frau drangsaliert. Wenn es Frauen beträfe, wüssten wir spätestens nach dem 10. Fall, was mit den Männern los ist. Alleine schon der Gedanke, aufgrund eines Buches könnten Leute mit Taschenflaschen ihm nachts auflauern, um ihn mit einem Schluck zu trösten, würden jeden beim Gedanken, sein Leid zu schildern, erschaudern lassen. Vielleicht gelingt es den Polit-Talkern ja noch, eine Ukrainerin, die nicht zur Hysterie neigt, einzuladen. Der Konflikt bleibt uns ja leider noch lange erhalten.

Hat Obama wirklich fest damit gerechnet, die Ukraine am Stück zu bekommen? Es scheint so, denn sonst hätte er darauf verzichtet, etwas auszusprechen, was jeder längst weiß, darum er mit der Äußerung, Russland sei eine Regionalmacht, sich dem Verdacht aussetzt, verbittert darüber, die Krim abgeben zu müssen, zu sein. Anders als der Spiegel denkt, kommt dem Kreml die Bemerkung äußerst gelegen – das Vorgehen einer Regionalmacht beurteilen viele wohlwollender als das einer Supermacht. Für Putin ist es nun leichter, zu behaupten, Russland werde bedroht. Um die Gunst der (Welt)Öffentlichkeit zu gewinnen, hätte Obama das Land à la Ronald Reagan stark reden müssen.

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