Auf die Alten ist noch Verlass

Alter schützt vor Torheit nicht, und dass ausgerechnet Bernie, der bis heute den Eindruck vermittelt hat, den Wahlkampf mit Clinton noch weit nach ihrer Nominierung als Kandidatin der Demokraten fortsetzen zu wollen, nicht zu denen gehört, über die sich die Leuten wegen ihrer Starrköpfigkeit und Unvernunft lustig machen, ist die erfreulichste Nachricht dieser Woche. Das mag defätistisch klingen, aber da Löw sich entschlossen hat, weiterzumachen, fehlt mir im Augenblick nichts ein, was ermutigender als Bernies Bekenntnis, Clinton unterstützen zu wollen, sein könnte. Sie haben richtig gelesen – Sanders hat nicht nur seine Niederlage eingeräumt, sondern seine Anhänger auf einer Wahlkampfveranstaltung aufgefordert, Clinton zu wählen. Am letzten Wochenende hat er die Demokraten davon überzeugt, für einen Mindestlohn von 15 Dollar einzutreten, das Fracking einzuschränken sowie das Marihuanaverbot aufzuheben. Während die erstgenannte Forderung nach ihrer Umsetzung den Nebeneffekt haben könnte, Trump in den Bankrott zu treiben, scheint mir die Sache mit dem Marihuana keine gute Idee zu sein – die meisten der Wähler, die man „Locke“ zu entreißen versucht, stehen auf Verbote (das Tragen einer Waffe gehört zu den Grundrechten eines Amerikaners, daher darf deren Besitz nicht verboten werden). Aber wenigstens hat Bernie es geschafft, Clinton bzw. seine Parteifreunde dazu zu bringen, dass einige seiner Forderungen umgesetzt werden. Zwischen zwei anderen Rivalen scheint ein Kompromiss ausgeschlossen zu sein – ausgerechnet May, die mit allen Mitteln versucht hat, die Zahl der Einwanderer zu drücken, muss, um der Wirtschaft freien Zugang nach Europa zu ermöglichen, nun als Premierministerin der EU versprechen, deren Bürgern zu ermöglichen, im Königreich leben und arbeiten zu dürfen. Das ist in Unding, nichtsdestotrotz hielte mich das nicht ab, geschenkte 50 € darauf zu setzen, dass May das hinbekommt. Leider gibt es keine Zahlen, anhand derer sich beweisen lässt, dass die Briten Opfer ihres eigenes Erfolgs geworden sind, also die Leute hauptsächlich wegen der Sprache, die in den meisten Ländern ja als erste Fremdsprache eingestuft wird, kommen. ( Das bringt mich auf die These, dass sich die Nazis im Falle eines Sieges selbst zerstört hätten, da spätestens nach 20 Jahren alle in Europa der deutschen Sprache mächtig gewesen wären, mit der Folge, dass ein Deutscher nicht mehr hätte beurteilen können, ob die Person, mit der er gerade spricht, arisch bzw. auch ein Deutscher ist. Aufgrund des Dialektschwundes nach dem Krieg ist dieser Schutz leider nicht mehr gewährleistet.) Sollte dem so sein, wäre es angebracht, über eine Sonderregelung nachzudenken, die wegen der Prognose Osbornes, in der es heißt, das Land benötige mehr als 1 Million Einwanderer, um das Wirtschaftswachstum zu sichern, eh gekippt werden würde.

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