ABBA – Frühpensionäre mit Humor,

wobei ich fairerweise einräumen muss, dass ABBA das seltene Privileg genießt, alles, was sie nach ihrer Frühpensionierung anpacken, mit einen Lächeln quittieren zu können – im schlimmsten Fall müssten sie über sich selbst lachen, jedoch immer noch mit jenen, die von vorneherein wussten, dass dies ein Flop werden würden. Das muss man sich erst einmal leisten können. Im Augenblick aber scheinen alle zu sehr geschockt zu sein, um beurteilen zu können, ob der Plan der Bandmitglieder, ABBA in London im nächsten Jahr regelmäßig für Konzertbesucher virtuell wieder auferstehen zu lassen, ein Erfolg wird. Das liegt vermutlich daran, dass sich niemand so recht vorstellen kann, wie das funktionieren soll. Hinzukommt, dass niemand ABBA zugetraut hätte, Avatare auftreten zu lassen. Die meisten hätten an Kraftwerk gedacht. Nicht aber an Musiker, die lange aus dem Geschäft sind und mit elektronischer Musik nie etwas am Hut hatten. Das kommt fast dem Schock gleich, den die Sowjetunion mit ihren Sputniks ausgelöst hat. Als ich gestern die Mitglieder in den Anzügen sah, dachte ich erst, ABBA wolle ins All fliegen. Und an Musk, der wohl nun Schwierigkeiten hätte, seine Raumschiffe zum Mars voll zu bekommen. Wer will dort schon als Rentner dort landen, wenn er mit Mitte 30 losgeflogen ist? Ich lag natürlich komplett falsch – das sind Anzüge, die man tragen muss, um in den Computer gescannt zu werden. In denen bewegten sie sich und sangen auf einer Bühne. Lt. des Produzenten würden die Zuschauer darum ein echtes Konzert ohne deren leibhafte Anwesenheit sehen. Bis zu 1000 Leute waren involviert. Den Männern scheint die Arbeit großen Spaß bereitet zu haben (die beiden Frauen kommen im Video nicht zu Wort). Deren Auftreten erweckt den Eindruck, als ob sie der Mousetrap, die von 1952 bis 2020 jeden Tag aufgeführt wurde (wegen Corona musste unterbrochen werden), Konkurrenz machen wollen. 3000 Zuschauer soll die Halle, die ABBA errichten lässt, fassen. Mit 21 Pfund ist man dabei. Das scheint ein fairer Preis zu sein. Die große Frage ist, ob es sich lohnt, öfter ins Konzert zu gehen. Nicht dass ich die Absicht hätte, mehrmals im Jahr nach London zu pilgern. Aber es wäre schon interessant, zu wissen, ob die Computerfachleute in der Lage sind, den Ablauf der Konzerte zu ändern oder auf der Bühne die Positionen der Protagonisten zu ändern. Für Besucher der Stadt wird das Konzert wohl zu einem Muss. Schon der Neugier wegen.

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