Keine Muttersprachler (Briten) mehr an de VHS

In einem Jahr wird gewählt, was bietet sich da mehr an, als den Lesern, wenn sich die Gelegenheit ergibt, aufzuzeigen, welche Partei ihre Interessen am besten vertritt. Heute habe ich einen Tipp für jene Eltern, die ihre Kinder auf Privatschulen oder zur Nachhilfe schicken bzw. den Extraunterricht nur finanzieren, um ihren Sprösslingen die Chance zu geben, den Lehrern zu zeigen, dass sie wenigsten in einem Fach besser als der Lehrkörper sind – wählt die Grünen, denn die wollen dafür sorgen, dass alle Briten, die hier leben, sofort deutsche Staatsbürger werden können. Wenn Joschka Fischer nicht so gut Englisch könnte, wäre es naheliegend, zu vermuten, die Nachfolger der Strickgeneration (ausgerechnet die Statistik, die mich am brennendsten interessieren würde, nämlich wie viele Pullover bei den Parteitagen der Grünen in den 80ern und 90ern im Schnitt gestrickt wurden, ist nie geführt worden) sind besonders auf die Hilfe von Muttersprachlern angewiesen. Aber von Joschka wissen wir ja, dass er gar keine Lehrer brauchte, sondern Madeline Albright ihm diese Sprache beibrachte, was so nicht ganz stimmt, denn vielmehr hat sie ihn dazu gebracht, alles, was sie sagte, nachzusprechen. Da man aber nicht weiß, ob man so einer magischen Person je in seinem Leben begegnen wird, halte ich es für besser, nicht zu warten, sondern sich einem nativen Englischlehrer anzuvertrauen. Das ist aber leichter gesagt als getan, womit ich wieder bei meinem Verdacht, dass die Muttersprachler nur für die Grünen arbeiten, wäre. Die bezahlen nämlich so gut, dass die Briten es sich leisten können, um die Volkshochschulen einen Bogen zu machen. Der Brexit wird die Situation noch verschlimmern. Wenn Kretschmann der BBC sein erstes Interview gibt, sollte jedem klar sein, dass in der Bildungspolitik alles schief gelaufen ist.

Dass von Guttenberg keines Muttersprachlers bedarf, ist allgemein bekannt. Neu war mir, zu lesen, dass Seehofer in unbedingt Bayern haben wolle, angeblich, um Söder in Schach zu halten. Der FAZ ist dessen Stippvisite in Berlin ein Bericht wert. Vermutlich wartet er noch, bis er noch mehr Leute ihm die Hand reichen wollen. Die Schlange, von der der Autor spricht, ist halt noch nicht lang genug. Der Freiherr hat es geschafft, sich Posten, die ihm sein Comeback erleichtern, auszusuchen. Nur einen Fehler hat er gemacht – er Lobbyarbeit für Ceta betrieben. Damit sammelt er hier keine Pluspunkte. (Riple ist natürlich ein Highlight.)
Als ich mitbekam, unter welcher Rubrik der Artikel erschienen ist, war ich froh, dass ich nicht berühmt bin. Heine, der nie im Leben FAZ gelesen hätte (selbst Reich-Ranickis Kritiken nicht), wenn er 219 Jahre alt geworden wäre, kann sich nicht dagegen wehren, dass die Zeitung einen halben Satz von ihm als Überschrift verwendet.

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