Wird Putin während der Siegesparade in Jerewan festgenommen?

Im Prinzip ja, wenn keines seiner Doubles ihn vertreten sollte – so weit hätte sich Radio Jerewan (auch „Radio Erivan“), der über alles witzelte, was im real existierenden Sozialismus schief lief, selbst in seinen Glanzzeiten nicht aus dem Fenster gelehnt. Eine Siegesparade bedarf eines Kriegs, den es im Augenblick nicht gibt, mit dem jedoch angesichts der Leute, in ihn anzetteln könnten, Erdogan und Alijew, gerechnet werden muss. Sollte Russland in diesem Fall seinen Bündnisverpflichtungen nachkommen und obsiegen, müsste die obligatorische Parade in Jerewan wegen des heutigen Beitritts Armeniens zum Internationalen Strafgerichtshof, auf dessen Fahndungsliste Putin ganz oben steht, ohne ihn stattfinden. Trotz ihres Faibles für Siegesfeiern wäre das eine Schmach für die Russen. Die Aseris werden sich die Chance, Armenier und Russen vorzuführen, natürlich nicht entgehen lassen. Der Westen wird nach jeder Provokation, die unbeantwortet bleibt, an der Verlässlichkeit Russlands zweifeln. Mit einem Zweifrontenkrieg, aus dem man als Sieger hervorgeht, ließe sich viel Staat machen, das jedoch nur, wenn an der neuen Front nur in Armenien gekämpft werden würde. (Da dies für den Westen ein Horrorszenario wäre, würde sich der Blog nicht wundern, wenn die hiesigen Politiker Paschinjan aufgetragen haben, die Russen zu verärgern und selbst jeder Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen.) Ob Alijew, wenn er merkt, dass er verliert, es dabei belässt, ist höchst zweifelhaft. Vermutlich werden seine Freude, in erster Linie Recep und die Saudis, ihm raten, die Russen im Norden des Landes anzugreifen, so dass schließlich im gesamten Kaukasus gekämpft wird. Eines aber sicher – die Russen werden Bergkarabach, das fast alle Armenier verlassen haben, nicht erobern. Die Flüchtlinge werden in Jerewan bleiben müssen. Dabei wäre hier genug Platz für sie. In Italien sind viele Bergdörfer unbewohnt. Wenn der Blog sich nicht täuscht, zahlt Rom jenen, die dort hinziehen, viel Geld. Irgendwie scheinen die Bergkarabacher aber nicht den Vorstellungen, die man in Brüssel von einem Flüchtling hat, zu entsprechen. Vermutlich sind sie zu christlich (vor allem die Grünen hat der Blog im Verdacht, sich an christlichen Emigranten zu stören). Womöglich glaubt man, sie seien den Russen zu wohlgesonnen. Russische Fahnen in den Abruzzen. Oder gar über einer Hütte auf einer Alm – für Baerbrock und Borrell ein Albtraum.

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