Thunberg und eine alte weiße Frau, die noch fest zubeißen kann

Die größte Schmach, den man Thunberg antun kann, ist, sie zu zwingen, ausgerechnet in das Transportmittel, dass sie am meisten hasst, zu steigen – mit dem Flugzeug musste sie Israel verlassen. Dabei hätte es auch die Möglichkeit gegeben, sie nach Ägypten ausreisen zu lassen. Oder nach Jordanien, von wo aus sie in die Türkei mit dem Hintergedanken hätte aufbrechen können, daran zu erinnern, dass es einst möglich war, mit den Zug von Tel Aviv nach Stockholm zu reisen (die Verbindung reichte bis nach Medina). Auch wenn die Blockadebrecher Gaza nicht erreichten (ein U-Boot wäre sicherlich die bessere Wahl gewesen), waren sie dennoch erfolgreich – die Sanktionen, die die britische Regierung heute gegen zwei israelische Minister verhängt hat, hätte es ohne die aufsehenerregende Aktion sicherlich nicht gegeben. London sah sich gezwungen, etwas zu unternehmen. Man wünschte sich, Israel läge gleich um die Ecke, denn dann würde eine Flotte von Seglern, wie man sie seit Dünkirchen nicht mehr gesehen hat, auf den Strand Gazas zusteuern. Angesichts der schieren Masse der Schiffe wüssten die Israelis nicht, wo sie mit den Entern anfangen sollen. Sie wären schlichtweg überfordert. Es würde ihnen so wie den deutschen Piloten ergehen, die vor dem Dilemma standen, unter den vielen Booten, die alle gleich aussahen, eines zu finden, das herausstach. Während Thunberg auf Anhieb ihre erste Mission gemeistert hat, versucht von der Leyen zum x-ten Mal, Russland von der Welt abzuschneiden, vehement unterstützt von den Balten, die sich die alten Hansezeiten, in denen jene, die keine Häfen an der Ostsee hatten, auf deren Expertise angewiesen waren, zurückwünschen. Härtere Sanktionen müssen her, um Moskau zu zwingen, die Waffen für 30 Tage ruhen zu lassen. Brüssel hat die Zahl der Tanker in der Schattenflotte kräftig erhöht. Jetzt will man an die Kapitäne herangehen. Da bisher noch kein Unfall passiert ist, wird es schwer, denen nachzuweisen, sie würden die Sicherheit ihrer Schiffe vernachlässigen. Mit Beweisen tut sich die EU ohnehin nicht leicht – bis jetzt hat sie es nicht geschafft, nachzuweisen, dass ein Schiff aus Putins Flotte für einen der zig Kabelschäden, die es in der Ostsee in letzter Zeit gegeben hat, verantwortlich ist. Rechtzeitig haben die Anrainerstaaten eine neue Gefahr ausgemacht – da es zu mühsam scheint, im Schneckentempo fahrende Tanker mit Ankern, die den Seeboden aufwühlen, zu überführen, wird nun Jagd auf Schiffe gemacht, von denen die Russen Drohnen, die Militärobjekte abfotografieren, starten. An denen wird man sich eine Weile festbeißen können, ohne dass das Publikum Verdacht schöpft, die Politik könnte wieder einem Phantom nachjagen. Statt neuer Verdachtsobjekte braucht die EU neue Schienen, die bis nach Griechenland und Medina führen. Mit denen kann wohl nur Thunberg dienen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert