Reichsbürger und AfD frohlocken

Wenn Reichsbürger und AfD sich dank der Strafmaßnahmen, die der Senat den am Bau Nord Streams 2 beteiligten Firmen und Personen androht, sollten sie nicht aus dem Projekt aussteigen,in ihrer Meinung, die Bundesrepublik sei fremdgesteuert, bestätigt fühlen dürfen, dann bleibt den Mitgliedern des Bundestages gar nichts anderes übrig, als ein ähnliches Gesetz einzubringen, wie bspw. von den USA zu fordern, keine Mexikaner mehr ins Land zu lassen, da diese keine ausgewiesenen Nordatlantiker sind und darum im Falle eines Konflikts mit Russland davon auszugehen ist, dass sie den Präsidenten auffordern werden, seine Truppen zurückzuziehen, so dass wir ohne Hilfe die anrollenden russischen Panzerkolonnen stoppen müssen. Da das schon mal schiefgelaufen ist, wäre es töricht zu glauben, wir könnten es nun packen. Für einen Redneck, eine Art amerikanischer Reichsbürger, nur mit dem Unterschied, dass er sein Amerika verkleinern will (ihm reichen seine Südstaaten, während der Deutsche, anspruchsvoll wie er nun mal ist, halb Europa zurückhaben möchte), wäre eine solche Forderung Balsam auf seine geschundene Seele. Leider haben wir nichts, womit wir den Amerikaner drohen könnten. Uns bliebe nur, den Amerikanern in Aussicht zu stellen, Ramstein schließen zu wollen. Wenn es sich bei den Maßnahmen, die Trump noch vor Weihnachten absegnen wird, um ein eigenständige Paket handeln würde, wären diese vielleicht noch erträglich. Leider Gottes gehören sie als Teil des Verteidigungshaushalts zur Verteidigungsstrategie des Landes. Und da es sich um ein Mittel, das nichts kostet, ja dessen Umsetzung dazu dienen kann, eigenes Erdgas hierzulande zu verkaufen, handelt, muss man damit rechnen, dass die Amerikaner mit allen Mitteln versuchen, die Pipeline zu stoppen bzw. den Betrieb der Leitung unwirtschaftlich zu machen. (Es gibt eine Klausel, die besagt, dass der Präsident die Sanktionen gegen die Firmen zurücknehmen kann, wenn der Erdgasdurchsatz via Ukraine sich nicht um mehr als 25 Prozent verringert. Das zielt wohl darauf ab, russisches Gas zu verteuern bzw. so wenig profitabel wie möglich zu machen.) Mit Verteidigung hat das nicht mehr viel zu tun. Eher damit, sich als Hegemon über andere Länder aufzuspielen, was die Reichsbürger freuen dürfte. Ein Gutes hat die Sache doch – die Russen könnten daraus lernen, darauf zu verzichten, weiter viel Geld in den Abbau und Transport von Rohstoffen zu denken. Zwar denkt man daran, mit atomaren U-Boottankern Öl und Gas aus Sibirien witterungsunabhängig in die Welt zu verschiffen. Aber das kann sich schnell ändern. Jetzt bauen die Russen eigene Windanlagen. Ich würde mir wünschen, dass ihnen die Dinger gefallen (Platz gibt es ja genug).

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