ICE – jetzt kommen sie auch noch nach Europa

Hätte es nicht zwei Tote gegeben, wären sie zu Olympia als amerikanisches Folklore-Sicherheitsteam angereist, das man mitgenommen hat, um jene, die Bodyguards wegen ihrer schicken Anzüge für Weicheier halten, abzuschrecken – nun sind sie Parias, die man aus Furcht, dass sie einen Bürgerkrieg entfesseln könnten, niemals würde einreisen lassen, letztendlich aber klein bei geben muss. Willkommen in Europa, genauer in Italien, wo der ICE die Aufgabe hat, während der Spiele Regierungsvertreter wie Vance und Rubio vor Angreifern zu schützen. Angesichts der dilettantischen Arbeit, die sie bisher verrichtet haben, könnte die Wahl eher den einen oder anderen auf den Gedanken bringen, herauszufinden, ob er einen guten Terroristen abgeben würde, als ihn abzuschrecken. In Washington setzt man auf Provokation. Die Nazis hatten dafür die SA, mit deren Mitgliedern man sich mehr als 10 Jahre kloppen konnte. Ende Januar 1933 war dann abrupt Schluss. Mit Beamten – das sind wohl alle, die für den ICE arbeiten – ist das nicht so einfach möglich. Die sehen sich, wenn der Blog deren Einsatzchef Bovino richtig versteht, als Sheriffs, die keinem Rechenschaft schulden. Das denkt Trump auch über sich. Im Gegensatz zu jenen, die wir aus den Western kennen, sind die hyperempfindlich – während die alten Helden in Ruhe ihren Whisky austrinken, bevor sie zur Pistole greifen, erwarten Trumps Hilfssheriffs am Tresen ihre Gegner mit bereits gezückter Waffe. Man muss schon verrückt sein, um sich mit dem ICE anzulegen. Nichtsdestotrotz ist es nur eine Frage der Zeit, bis jemand einen ICE-Beamten attackieren wird. Ohne solch einen Vorfall machen die „Säuberungsaktionen“, die das Weiße Haus durchführen lässt, keinen Sinn. Gegenaktionen würden Trump erlauben, zu behaupten, dass das gewaltsame Durchkämen ganzer Stadtgebiete Sinn mache. Noch wichtiger als Amerika wieder groß zu machen scheint für MAGA zu sein, aus dem Land einen Obrigkeitsstaat zu machen, der nun gar nicht zu den USA passt. Es braucht nicht viel, um Leute einzuschüchtern. Warum sollte sich der Normalbürger von einem Politiker unterscheiden? Letztgenannte geben schnell nach. Das jüngste Beispiel ist der Stopp der Öllieferungen Mexikos nach Kuba – die Präsidentin hat ihn höchstpersönlich verkündet.
Dank neuer Satelliten sowie Starlinks sind die Russen in der Lage, ihre Drohen als Aufklärer über Städte wie Kiew und Charkow einzusetzen. Die Späher-Drohnen sind wesentlich schneller unterwegs als die Kamikaze-Varianten. Die russischen Blogger haben noch eine bemerkenswerte Info, die aberwitzig erscheint – anstelle eines Vertrags zwischen Ukrainer und Russen unterzeichnet Selenskyj ein Abkommen mit den USA. Der eigentliche „Friedensvertrag“ soll zwischen Washington und Moskau ausgehandelt werden. Die Staaten in der Rolle des Schiedsrichters – wenn das mal gutgeht.

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Ehepaar Beckham – aufregender könnte es schon sein

So ist das eben mit den Prominenten – wäre jemanden, den niemand kennt, das Widerfahren, was Brooklyn Beckham erlebt hat, hätten Verwandte und Bekannte ihm gesagt, dass er angesichts der Fülle der Ratschläge, die A1 anbietet, wenn man „erster tanz hochzeit“ bei Google eintippt, selbst schuld sei. Und in der Tat, wer rechtzeitig vor der Hochzeit nachschlägt (notorischen Schuhtretern wird empfohlen, einen Tanzkurs zu buchen), der kann eigentlich gar nichts falsch machen. Anders als die Windsors, die sich wegen ihres Status gezwungen sahen, Harry in die Schranken zu verweisen, kann das Ehepaar Beckham warten, bis die Angelegenheit vergessen ist. Die Sympathien sind diesmal eindeutig – während das Königshaus nicht gut wegkam, hat die Familienfehde dem Posh-Girl einen Platz an der Spitze der Charts beschert. Mehr Mitgefühl geht wirklich nicht. Es fällt schon schwer, den Song vom Anfang bis zum Ende zu hören, geschweige denn dafür noch Geld auszugeben. Erstaunlich ist, dass sich überhaupt jemand für den Zwist, der langweiliger nicht sein kann, interessiert, denn im Gegensatz zu den Protagonisten, die einiges getan haben, um das Leben jener, die sie mögen, aufzupeppen, bekommt die Presse den Spice-Up Hebel einfach nicht zu fassen.
Wenn die Russen ihren Geheimdienstchef, der Admiral ist, was vermuten lässt, dass er sich in Militärangelegenheiten bestens auskennt, jedoch in puncto eines Rückzugsplanes von jenen, die den Krieg zu Lande führen, vor seiner Abreise nach Abu Dhabi genauestens instruiert wurde, zu den Verhandlungen schicken, dann kann man davon ausgehen, dass er nicht ermächtigt ist, Zusagen zu machen oder gar so etwas wie einen Waffenstillstand zu unterzeichnen. Er wird auf der Aufgabe des Donbasses bestehen, was für Selenskyj nicht infrage kommt. In Kiew scheint man darin eine Verhandlungsmasse zu sehen, die man um keinen Preis aufzugeben gedenkt. Zugleich ist es, wie auch schon Kursk, ein „Schwarzes Loch“, das Soldaten und Material verschlingt, wie die Front in Kupyansk zeigt – viele der Fahrzeuge und Roboter, die versuchen, über die Stadt in den Kessel zu gelangen, kommen nicht durch. In der jetzigen Situation haben die Ukrainer weitaus höhere Verluste als nach einem Rückzug in eine neue Linie. Die kommt bestimmt, nur ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dann weitaus weniger Leute als noch vor 2 oder 3 Monaten zur Verfügung stehen werden. Die Russen scheinen darauf zu bauen.

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„Operation Catapult“ – hätte Trump mal auf Churchill geschaut

Wie man mit Freunden umgeht, von denen man weiß, dass sie mit dem, was man zu tun gedenkt, überhaupt nicht einverstanden sind, hätte Trump von Churchill lernen können – man überrumpelt sie einfach, so wie die Briten es in der „Operation Catapult“ getan haben. Wegen der Weigerung des Flottenadmirals, seine vor Algerien liegenden Kriegsschiffe der Royal Navy zu übergeben, ließ Churchill die Armada aus Furcht, sie könnten in die Hände der Deutschen gelangen, bombardieren. Eine „Operation Catapult“ auf Grönland wäre sicherlich wesentlich unblutiger als jene im 2. Weltkrieg verlaufen. Vermutlich hätte es noch weniger Tote als bei der Annexion der Krim gegeben. Zwei ukrainische Soldaten kamen 2014 ums Leben. Im Gegensatz zu den Russen, die eine Insel annektiert haben, die ihnen vertraut ist, beansprucht Trump ein Gebiet, das den Amerikanern völlig fremd ist. „Heim ins Reich“ funktioniert da nicht. Lt. Russlands ausgebufften Außenminister Lawrow gilt das auch für die Dänen, so dass alles danach aussieht, als ob die Grönländer selbst über ihre Zukunft entscheiden können. Sollte es so kommen, ist man geneigt, zu vermuten, dass der eine oder andere, der die Chance hatte, ins ewige Eis zu ziehen, angesichts des Geldes, das den Bewohner nun winkt, seine Entscheidung, im Warmen zu bleiben, bereuen könnte. Die amerikanischen Steuerzahler dürften das völlig anders sehen. Trump würde aus dem Weißen Haus gejagt, wenn er den Einwohnern versprechen würde, sie zu Millionären zu machen. Angesichts der schwierigen geographischen und klimatischen Bedingungen werden die Unternehmen, die dort investieren wollen, sich ebenfalls davor hüten, die Einwohner mit Geld zuzuschütten. Bleibt ihm nur die harte Tour, an die sich die Welt gewöhnt hat. Womit der Blog wieder bei der „Operation Catapult“ wäre – was will Amerika machen, wenn die Europäer ihre Soldaten nicht auf ein Gebiet konzentrieren (so wie die Franzosen es taten), sondern über die ganze Insel verteilen? Eine Invasion wäre schlicht unmöglich. Da die Wirtschaft keine Interesse an einem langen Handelskrieg haben kann, würde es den Blog nicht wundern, wenn Trump einen Rückzieher macht, um irgendwann einen neuen Anlauf zu starten.
Will Selenskyj das Weiterkämpfen vom Verhaltens Trump abhängig machen? Die Begründung, er reise nur nach Davos, wenn er dort wichtige Abkommen mit den Amerikanern unterzeichnet werden können, lässt die Vermutung zu. Die Angriffe auf die Energieversorgung Kiews haben wohl auch das Ziel, Selenskyj zu zwingen, Teile der Verwaltung in andere Teile des Landes zu verlegen. Vielleicht soll die Hauptstadt ganz aufgegeben werden. Es sollen schon tausende Leute die Stadt verlassen haben. Die Russen schicken sich nun an, nördlich von Pokrovsk vorzurücken.

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The Housemaid – immer noch besser als Nanny zu sein

Anstelle der Housemaid ein Houseman vom Schlage Borats, und die Bewohner der Gegend Big Apples, in der, wie der Titel verrät, geputzt wird, wenn auch nur ab und an, hätten den Regisseur wegen dramatisch sinkender Grundstückpreise in Grund und Boden geklagt. So bleibt es nur bei einem Imageschaden, denn nach dem Schauen des Films hat man eine ungefähre Vorstellung, warum Trump in bestimmten Kreisen als Genie angesehen wird. Das ist nicht das New York Woody Allens. In „The Housemaid“ sind alle stinkreich. Und irgendwie auch stinklangweilig. Es gehört schon viel Pech dazu, in diesem Milieu für jemanden Arbeiten zu müssen, die nach kurzer Zeit den Eindruck erweckt, sie sei komplett verrückt geworden. Shit happens sagt man wohl da drüben in solch einer Situation. Immerhin braucht sich eine Housemaid nicht mit den Blagen, die einem das Leben zur Hölle machen können, herumzuplagen. Jene im Film hat es auch in sich. Mit der hätte selbst die berühmteste Nanny der Welt ihre Schwierigkeiten gehabt. Zumindest anfangs. Natürlich kommt alle anders, als man es erwartet hat. Der Blog will nichts verraten, kommt aber nicht umhin, zu erwähnen, dass ein gezogener Zahn, der an der richtigen Stelle liegt, beide Protagonisten retten wird, was alleine schon reicht, sich den Film anzuschauen.
Endlich ein Gastgeschenk, was Trump gefällt – den Friedensnobelpreis, elegant verpackt. Die fade Geburtsurkunde, die Merz ihm im Sommer gescheckt hat, ist schon längst entsorgt worden, weil kein Museum sie haben wollte. Der Chef der CIA war zu Besuch in Caracas. Die neue Präsidentin in Venezuela fordert das Ausland auch, in ihrem Land zu investieren. Das lässt vermuten, dass Amerika die Sanktionen gelockert hat. Kann Trump doch Nationbuilding? Prof. Mearsheimer meint, dass er kein Interesse daran habe. In Grönland könnte sich das Prozedere wiederholen. Unglücklicherweise kann die Insel unter dem Eis nicht mit einem Bauernopfer aufwarten. Shakespeare würde Trump sagen lassen, „ein Königreich für einen Maduro“. Damit kann Grönland natürlich nicht aufwarten. Immerhin hat sich Washington nicht so weit vorgewagt, dass es schier unmöglich ist, einen Rückzieher zu machen. Im Augenblick sieht es aber ganz danach aus, als ob er sich daran wird messen lassen müssen. Klappt es nicht, würde man dies als Fehlschlag betrachten, worunter in erste Linie Vance, dessen Idee das wohl ist, zu leiden hätte.
In der Ukraine scheint der nächste Kessel anzustehen – trotz heftiger Angriffe hat es Selenskyj nicht geschafft, die Situation in Kupyjansk entscheidend zu ändern. Man wird den Brückenkopf auf Biegen und Brechen zu halten versuchen. Dabei sollten die Truppen längst in einer neuen Verteidigungsstellung sein, auch wenn diese unvorteilhaft ist.

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Der Blog glaubt, Grönland ist bereits verkauft worden

Knapp daneben ist auch vorbei – Venezuela statt Panama, dafür ist Grönland aber noch aktuell. Während vor einem Jahr Trump niemand sonderlich ernst genommen hat, versuchen heute unsere Politiker, ein Mittel zu finden, mit dem man seine Annexions-Gelüste eindämmen kann. Die Zeiten, in denen man eine Kolonie gegen eine andere tauschen konnte, sind längst vorbei. Vor hundert Jahren wäre auch niemand auf die Idee gekommen, Grönland den Dänen wegzunehmen. Es war schon schwer genug, Leute für den „Busch“ zu gewinnen. Eine „Eiszulage“ hätten sich die Kolonialmächte gar nicht leisten können. Wiki ist zu entnehmen, dass Grönland nicht wie eine gewöhnliche Kolonie geführt worden ist. Wegen des Geldes kam sicherlich kaum jemand ins ewige Eis. Das ist heute natürlich anders. Womit Trump ins Spiel kommt, der, Geschäftsmann wie er nun mal ist, am liebsten die Insel kaufen würde. Natürlich zu seinem Preis. Im Maklergeschäft hat er gelernt, wie man den nach unten drückt. Statt lange Kriege zu führen schwächt er lieber seine Gegner so, dass denen nichts anderes übrig bleibt, als mit ihm einen Deal zu machen. Politik und Medien erwecken den Eindruck, als würde Europa unter keinen Umständen die Insel aufgeben. Dabei wird hinter den Kulissen längst um den Kaufpreis geschachert. Für die USA könnte es richtig teuer werden. Wegen des Kaufs Alaskas wissen die Amerikaner immerhin, was sie erwartet. Diesmal werden sie nicht 100 Jahre auf die Förderung von Rohstoffen im großen Stil warten müssen. Trump tut alles dafür, Grönland so schnell wie möglich eisfrei zu machen. Wir helfen natürlich nach. Der Blog würde sich nicht wundern, wenn die Europäer als Gegenleistung fordern, wieder Waffen in die Ukraine zu liefern. Oder Truppen zu entsenden. Ausgeschlossen ist nichts. Angesichts dieser Aussichten stellt sich natürlich die Frage, was aus Spitzbergen wird. Bleibt die Insel frei von Waffen? Die Insel könnte zu einer Art Flugzeugträger, der unsinkbar ist, werden. Wer die Insel unter Kontrolle hat, der beherrscht die Arktis.
Nightfall“ – die billigste ballistische Rakete, die je entwickelte wurde. Wenn es denn klappen sollte. Eine Idee der Briten. Nicht ausgeschlossen, dass man mit ihr Ziele in Moskau trifft. Vermutlich können die Russen die Raketen abfangen (S-450 u. S-500). Das wird aber teuer. Eine Haken hat die Sache – wenn das Ding so billig ist, kann sie jeder haben. Stoff für den nächsten Bond. Nie war die Realität näher.

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Dem Quartier nach bereits Weltmeister

In Sotschi war es unseren Fußballern, wenn sich der Blog richtig erinnert, zu laut, in Katar so langweilig, dass die Kicker sich mit Politik beschäftigten, man nun jedoch den Eindruck haben muss, dass der Kampf um den Titel schon entschieden sei – das Quartier, das der DFB in den USA ausgesucht hat, ähnelt doch sehr der Anlage, die den zukünftigen Weltmeister beherbergte (der Blog berichtete ausführlichst), nur dass im Sommer die Kicker statt in Bungalows in Gebäuden, in denen der alteingesessene Geldadel zu leben pflegt, wohnen werden. Gediegener geht es wirklich nicht. Neid ist unangebracht bzw. sollte einer Person vorbehalten sein, der es nicht vergönnt war, in diese Kreise vorzudringen, so dass ihm nichts anderes übrig blieb, als in Florida ein wunderschönes Disney-Schloss zu bauen. Er muss nach Schottland reisen, um dieses Ambiente erleben zu können. Natürlich ist nicht alles Gold, was das glänzt. Das weiß der Schlossbesitzer Trump am besten. Die Pracht sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass man leicht einfallen kann. Die Leute, die damit beauftragt wurden, Unterkünfte für ihre Nationalmannschaft zu finden, haben sie sicherlich versichern lassen, dass alle Leute, die dort arbeiten, amerikanische Staatsbürger sind, so dass die ICE keinen Grund hat, vor einem wichtigen Spiel nach Mitarbeitern, die die Staatsbürgerschaft nicht haben, zu suchen. Amerika first braucht Titel und Medaillen. Zum Weltmeister wird es für die USA nicht reichen. Zum Glück gibt es noch die Spiele 28 in Los Angeles. Da sollten die Staaten mit gehörigen Abstand zur zweitbesten Nation beim Medaillenspiegel ganz oben stehen.
Die Europäer fordern einen Waffenstillstand in der Ukraine. Realistischer wäre es, wenn Europa beide Seiten auffordern würde, darauf zu verzichten, die Infrastruktur des Gegners anzugreifen. Danach sieht es im Augenblick aber nicht aus. Gestern haben die Russen versucht, mit ihrer Superrakete Oreshnik den größten Erdgasspeicher der Ukraine außer Betrieb zu nehmen. Das soll geklappt haben. Der Speicher ist zwar voll (über 900 m tief). Dafür braucht es eine gewisse Zeit, die Pumpanlagen wieder flott zu bekommen. Sicherlich muss die Kammer noch einmal angezapft werden. Dank der Briten ist es den Ukrainern gelungen, gestern wieder einen Tanker zu torpedieren. Wenn Klitschko die Kiewer auffordert, die Stadt zu verlassen, müssen die Chancen, die Stromversorgung aufrechterhalten zu können, äußerst gering sein.

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Mit Maduro einen Sack voller Probleme gekidnappt

Das hat sich Trump sicherlich ganz anders vorgestellt – der Mann, der nichts Geringeres anstrebt, als die Geschichte wie keiner vor ihm zu prägen, will wohl auch der erste Kidnapper sein, über dessen Tat die Menschen noch nach Jahrzehnten ins Entzücken geraten. Ein schier unmögliches Unterfangen, sind Entführer doch nicht sonderlich beliebt bei den Leuten. Agatha Christie hat beschrieben, was passieren kann, wenn deren Namen bekannt werden. Was als einer der größten Coups in die Geschichte eingehen sollte, könnte zu einem der größten Böcke, die je ein Politiker geschossen hat, werden. Natürlich ist nicht das Leben Trumps bedroht, sondern das Ansehen Amerikas. Schon die Uniformen, in die man Maduro und dessen Frau hineingezwängt hat, lassen einen erschaudern (Südstaatenlook aus der Zeit der Sklaverei, was gar nicht zu New York passt). Ein Blick in einen halboffenen Van bekräftigt den Eindruck noch. Der Blog hatte auf einen „Reichstagsbrandprozess“ in Brooklyn gehofft. Der war nach 3 Monaten beendet. So lange braucht es bis zum nächsten Termin vor Gericht. Es sieht ganz danach aus, als ob für Maduro der Schauprozess neu erfunden wurde. Statt interessanter Rededuelle oder dem Niederpöbeln der Angeklagten (Freisler) wird in Big Apple überhaupt nichts passieren, womit man wohl der Welt zeigen will, dass alles normal und fair verlauft. Politisch sieht es danach aus, als ob Trump den Chavez-Anhängern unfreiwillig Ballast abgenommen hat. Die „Altlast“ ist nun in den Staaten. Um wieder eine Attacke fahren zu können, müssen sich Rubio und Co. etwas Neues ausdenken. Besser hätte es für die neue Präsidentin Rodriguez gar nicht laufen können. Da die Leute, die zur Zeit im Weißen Haus das Sagen haben, bis jetzt nicht sehr viel Phantasie gezeigt haben, sollte sich niemand wundern, wenn sie auch bald des Drogenschmuggels bezichtigt wird, was sie locker wegstecken kann. Russen und Chinesen dürfen darauf hoffen, dass Washington sich in Venezuela verbeißt. In Moskau scheint man angesichts des Gebarens Trumps davon überzeugt zu sein, dass es an der Zeit ist, ausgeflaggte Tanker zurückzuholen – an russische traut die Coast Guard sich nicht ran. Mit denen ließe sich das Öl aus Venezuela herausbringen. Die Chance, es irgendwo anlanden zu können, sind wegen Trump nun weitaus höher als vor einigen Tagen.

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Budonow – der Gehlen der Ukrainer

Den verheerenden Brand, dem 40 junge Leute zum Opfer fielen, scheinen so viele Dinge, die nicht beachtet worden sind, ermöglicht zu haben, dass es fast schon folgerichtig ist, anzunehmen, dass weder die Betreiber noch das Personal versuchten, das Feuer zu löschen. Die Ermittlungen werden mit Sicherheit zeigen, dass trotz baulicher und organisatorischer Mängel (Stichwort 2. Fluchtweg, der wohl versperrt war) durchaus die Chance beständen hätte, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Als der Blog das Video mit den Jugendlichen, die filmten, wie jemand von ihnen gegen die Flammen an der Decke ankämpfte, hatte er erst gedacht, sie seien von allen guten Dingen verlassen. Beim nochmaligen Schauen ist ihm aufgefallen, dass zu diesem Zeitpunkt die Bar nicht besetzt war. Man wird sicherlich herausfinden, warum niemand im Keller war. Im Augenblick sieht es aber ganz danach aus, als ob ihnen nicht vergönnt war, mit ihrem Verhalten Fehler wieder gutzumachen (die Geschichte mit der Titanic, an der alles gemessen wird).
Selenskyjs nächste Geniestreich – mit einem EDV-Spezialisten als Verteidigungsminister ist es so gut wie ausgeschlossen, dass jemand auf die Idee kommt, wegen der hohen Verluste, die desen Kamikaze-Aktionen mit sich bringen, nachzufragen. Ab nun ist die ukrainische Armee hochmodern. Jedenfalls im Westen. Den Kreml wird das nicht beeindrucken. In Moskau dürfte man sich aber im Klaren sein, dass wegen des neuen Aushängeschilds der Krieg noch ein Stück brutaler wird. Die Werber werden nun noch mehr Leute in ihre Autos, in denen es gleich zur Front geht, zerren. Es scheint sich die Einschätzung eines amerikanischen Experten zu bestätigen, der auf Youtube geäußert hat, Selenskyj werde versuchen, bis zu den Midterms wegen der Aussicht, ein Sieg der Demokraten würde ihm frisches Geld bescheren, weiterzukämpfen. Da der Russe der Aggressor ist, spielen Tote keine Rolle. Zum neuen Stabschef hat Selenskyi Budonow ernannt. Das ist der Gehlen der Ukrainer. Zwar ist er gut im Organisieren spektakulärer Operationen (wie bspw. den Drohnenangriff auf die russische Atombombenbomber). Mit dem Deutschen hat er gemein, dass er das Potential seines Gegners unterschätzt. Ein kluger und unterrichteter Geheimdienstchef hätte Selenskyj davon abgeraten, eine Sommeroffensive zu beginnen. Und nach Kursk einzumarschieren. Die gleichen Fehler, die Gehlen gemacht hat. Die Russen dürfen sich freuen.

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Alles Gute für 2026!

Wenn man sich nicht für eine Karte entscheiden kann, muss man zwei zeigen.


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La tour de glace = Ice Tower = Eisturm

So einfach machen es sich die Leute, deren Job es ist, passende Namen für ausländische Filmtitel zu finden, natürlich nicht. Das wäre auch zu leicht. Während „la tour de glace“ im Vereinigten Königreich ein Eisturm bleibt, wird er hierzulande vermenschlicht – Herz aus Eis heißt das Werk, in der die Cotillard als Filmdiva versucht, an alte Erfolge anzuknüpfen. Da beim Drehen der Focus auf dem Visuellen liegt, erinnern die Aufnahmen, die man zu sehen bekommt, eher ans Ende der Stummfilmzeit bzw. die ersten Tonfilme als an die lässigen 70er – das überaus strenge Regiment, das sie am Set führt, tut ein Übriges. Hart gegen andere und gegen sich selbst. Der Dreh hätte wohl in einem totalen Fiasko geendet, wenn ihr nicht eine aus einem Heim ausgebüxte Waise, die auf der Suche nach einem Platz zum Schlafen im Studio landete, begegnet wäre. Schneller als die furchtlose Bianca, die mit einem Raben tanzt (anders als der Mann in Poes Gedicht), hat es noch niemand in einen Film geschafft, selbst in Hollywood nicht. Während in den 70ern ein „la tour de glace“ nur den Filmstudios vorbehalten war, können wir heute zusehen, wie der Planet unwirtlicher wird. Besserung ist nicht in Sicht. Selbst Ereignisse wie die knapp 20 Grad, mit denen der Klimawandel die Isländern Weihnachten bescherte, heben die Stimmung nicht. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Insel wieder bewaldet ist. Einem richtigen Ice Tower gleicht Kupjansk, wo die Ukrainer, sehr zum Missfallen russischer Blogger, die sich daran zu stören scheinen, dass keine Verstärkungen geschickt werden, vorrücken sollen. Der Angriff macht nur Sinn, wenn man dem Westen zeigen will, dass man noch in der Lage ist, die Initiative zu ergreifen, auch wenn das nur für einen Frontabschnitt zutrifft. Selenskyj verschwendet wieder Ressourcen, wie schon so oft. Sinn würde das nur machen, wenn die Russen nicht viel entgegenzusetzen hätten – wie in einem Boxkampf, in dem beide sich gerade noch so auf den Beilen halten können. Danach sieht es für den Kreml nicht aus. Übrigens heißt Myrnohrads jetzt Dimitrov. Das wird auch so bleiben. Schwer vorstellbar, dass die Russen das Gebiet wieder zurückgeben.

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