Amerika – too big to fail, wie Trumps

Amerika first Politik, der nachgesagt wird, sie sei kontraproduktiv für das Land, zu bestätigen scheint – für den Schaden, den er mit seinen Entscheidungen anrichtet, müssen andere Länder aufkommen, wie der Konflikt mit dem Iran zeigt. Dass ihm die Briten, indem sie einen iranischen Supertanker, der trotz eines Embargos Öl nach Syrien liefern wollte, vor Gibraltar stoppten, auch noch helfen, die Lage zu verschärfen, sollte angesichts der Brexit-Mania niemanden wundern. Schwer zu verstehen ist nur, dass unsere Medien nicht die Mühe gemacht haben, zu prüfen, ob Syrien überhaupt in der Lage ist, die Ladung zu löschen. Lt. dem Iran verfüge das Land nämlich über keinen Hafen, der ein Schiff dieser Größe abfertigen könne. Aber danach fragt nach dem angeblichen Angriff iranischer Schnellboote auf einen britischen Tanker, der nur durch den Einsatz einer Fregatte ihrer Majestät verhindert werden konnte, niemand mehr. In spätestens zwei Wochen werden die Briten auch einen Zerstörer vor Ort haben. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis die NATO (Deutschland inbegriffen) vor der Küste patrouilliert. Amerika hat es mal wieder geschafft – obwohl alle das Iran-Embargo Trumps energisch abgelehnt haben, finden sie ich vereint vor der Küste Irans wieder, um der Welt einen hohen Ölpreis zu ersparen. Nutznießer des ganzen Kladderadatsches ist, wie kann es auch anders sein, Amerika – dessen Öl (seit neuestem schwimmt es wie zu Zeiten Standard Oils wieder darin) wird nun für andere Länder interessant, auch dank geringerer Versicherungsprämien, die sich für Tanker seit den ersten Sabotageakten auf diese im Golf verzehnfacht haben, so dass nun für die Passage der Straße von Hormus ein Aufschlag 0,25 Prozent erhoben wird. Die Asiaten werden eine weitere Eskalation des Konflikts auszubaden haben – sie müssen ihr Öl ausgerechnet bei dem kaufen, der ihnen die Suppe eingebrockt hat. (Wir haben ja unseren großen „Bruder“ Putin, der immer liefert, auch wenn in jüngster Zeit die Qualität des Öls ab und an zu wünschen übrig lässt.) Während die Banken wegen ihrer Systemrelevanz nicht scheitern dürfen, scheint Amerika dafür zu groß zu sein – der liebe Gott hat das Land einfach zu reichlich beschenkt. Und da die Amerikaner zudem noch sehr tüchtig (eines der Lieblingswörter meiner Oma) sind, wird es schwer, deren Hegemonie zu brechen. Kryptowährungen hin oder her – der Dollar lässt sich nicht so schnell verdrängen. Es müssten schon Boeing und der eine oder andere Internetriese Insolvenz anmelden, um dies geschehen zu lassen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wenn es mit der Führung nicht funktioniert

Ohne Führung geht nichts, wie das Beispiel Corbyn, der seit seiner Wahl zum Labourchef stolz mit dem Grundsatz, nichts zu unternehmen, was die Mitglieder seiner Partei ablehnen würden (sprich er setzt nur das um, was sie wollen), hausieren geht, ohne zu merken, dass sein Stil nicht als Führung anerkannt wird, sondern die Wähler ihm sogar weniger als Boris zutrauen, was angesichts der Kapriolen, die er sich als Bürgermeister geleistet hat (sein 9. Weltwunder, die „Garden Bridge“, hat sich schon vor dem Baus als große Fehlinvestitionen erwiesen), an ein Wunder grenzt. Heute nun hat er sich endlich durchgerungen, bei einer Volksabstimmung über einen Deal, den die Tories ausgehandelt haben, für Remain werben zu wollen. Er hat aber offen gelassen, ob er noch ein Remainer sein wird, wenn er wider Erwarten gewählt werden sollte. Komplizierter geht es wirklich nicht, denn keiner weiß, was er eigentlich will. Entschiedene Führung sieht anders aus. Wer Jeremy wählt, der muss Politik studiert haben. Normalbürger sind mit dessen Spitzfindigkeiten völlig überfordert. Wenn ihn schon der Brexit zu viel abverlangt bzw. er auf diesen keine klare Antwort weiß, dann besteht wenig Hoffnung, dass er es schafft, den „Sozialismus“ im Königreich einzuführen. Dass Jeremy seine Ideen nur auf der Insel umsetzen will, sollte seine Kritiker, die ihn so sehr fürchten, besänftigen – ein Marxist ist immer auch ein Internationalist, der Corbyn definitiv nicht ist, was ihn automatisch zu einem Nicht-Marxisten macht. Außerdem braucht er viel zu lange, um eine Entscheidung zu treffen, Wenn er zum Entschluss gekommen sein sollte, Revolution zu machen, ist den meisten die Lust auf diese längst vergangen. Sich nicht als Parteiführer, sonder als -versteher zu geben macht eben nur Sinn, wenn man von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit den Eindruck vermittelt, über eine eigenen Meinung, die man gewillt ist, durchzusetzen, zur verfügen. Solche Gelegenheiten hat Corbyn verstreichen lassen. Und auch heute hat er den Eindruck vermittelt, er sei kein Parteiversteher, sondern jemand, den die Mitglieder vor sich hertreiben müssen, um ihn zu einer klaren Aussage zu bewegen.

CO2-Steuer hier, Ökosteuer für Reisen mit dem Flugzeug in Frankreich – es sieht so aus, als ob der Bürger für die globale Erwärmung aufkommen muss. Viel ist mit Steuern auf den Konsum bisher nicht eingespart worden. Und es ist zu vermuten, dass dies sich mit den neuen Steuern nicht ändert. Der „Barents Observer“ weiß da einen Ausweg – warum nicht die Konzerne zwingen, mehr für die Umwelt zu tun? Wenn ausgerechnet der größte Umweltverschmutzer der Arktis eine Rekorddividende zahlt, ist etwas faul mit dem Schutz der Umwelt (jeden in Russland). Eine Öko-Steuer auf den Luftverkehr veranlasst kein Unternehmen, sich moderne Flugzeuge zuzulegen. Und kein Flugzeugbauer wird aus Angst, man könne keine Maschinen mehr verkaufen, nach alternativen Antrieben, die wesentlich umweltschonender sind, zu suchen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Problem erkannt, Problem gebannt (ja früher mal)

Das Problem Klimawandel, das Mitte dieser Woche, als nämlich Züricher Wissenschaftler verkündeten, man brauche nur den Wald um die Hälfte seines jetzigen Bestandes zu erhöhen, um die avisierten 1,5 Grad Erwärmung zu reißen (anders als beim Hochsprung dürfen wir nicht hinüberspringen, was ganz und gar nicht unserer olympischen Lebensmaxime (schneller, höher, weiter) entspricht – sogar ein Hindurchspringen ist erlaubt), dank deren Erkenntnis, dass die dafür notwendige Fläche zur Verfügung stehen würde, als fast gelöst erschien, ist spätestens seit gestern wieder zum Problem geworden. Da legte nämlich unsere Umweltministerin ihre Pläne zur CO2 Besteuerung, die natürlich nichts mit der Aufforstung zu tun haben, vor. Mit Sicherheit hat keiner der anwesenden Journalisten sie auf die Studie angesprochen. Und die wichtige Frau Schulze wird die Arbeit der Kommission, deren Mitglieder viel Zeit damit verbracht haben, uns eine Umweltsteuer, mit der alle leben können, zu präsentieren, nicht herabstufen, indem sie auf der Pressekonferenz erklärt, wie toll sie diesen Lösungsweg findet. So funktioniert Politik nicht. Hier gilt, die eigenen Ideen publikumswirksam der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und da kein Politiker geplant hatte, Bäume pflanzen zu lassen, befürchte ich, mit der Aufforstung wird es nicht so recht klappen, auch weil es kein (Welt)Gremium gibt, dass Vorschläge wie diesen nicht nur prüft, sondern auch umsetzt bzw. Druck auf die Politik ausübt, sie zu verwirklichen. In ein paar Jahren, wenn die Kacke am Dampfen ist, wird man sich an ihn erinnern. Aber dann ist es womöglich zu spät. Da Politiker nicht in der Lage zu sein scheinen, auf Ideen und Lösungswege sofort einzugehen, täten sie gut daran, nach Wegen zu suchen, ob und wie diese umgesetzt werden können. Man kann auch ein Problem auf die salvinische Art lösen – der plant wohl, die Köpfe der „Seenotrettung“ auszuschalten, sprich die Kapitäne der Rettungsschiffe alle unter Anklage zu stellen. Am Ende kann dann gar kein Schiff mehr einen italienischen Hafen verlassen. Der Kapitän des Schiffs, das nun Lampedusa anlaufen soll, dürfte das Schicksal Racketes erfahren – trotz Verbotes wird er einlaufen müssen, was den Behörden die Handhabe gibt, ihn festzusetzen. Er hofft darauf, dass sich niemand findet, der die Sache weiterführt. Abschreckung nennt man das wohl. Wie viele Exempel wird Salvini statuieren müssen? Ich weiß es nicht. Der Aufschrei über ihn mag groß sein, für Europa ist es aber der bequemste Weg, sich des Problems halbwegs zu entledigen. Dublin bleibt bestehen. Und kein Staat braucht Autos an die Kaimauer zu stellen, die die geretteten direkt in die Asylländer bringt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Ivanka wäre die bessere Wahl

Es kommt immer schlimmer, als man denkt – habe ich bis vor wenigen Stunden noch gedacht, Ivanka (Trump) sei das Schrecklichste, was der Politik passieren kann, bin ich nun eines besseren belehrt worden. Dabei kann von der Leyen natürlich viel mehr als Ivanka, nur soll sie eine Position bekleiden, die für sie nicht unpassender sein kann – ausgerechnet zur EU-Kommissionschefin, der einzigen Stelle, die ich kenne, auf der Ivanka wegen ihres kosmopolitischen Charmes besser aufgehoben wäre als die Noch-Verteidigungsministerin, hat man sie auserkoren. Ursulas Charme ist dagegen deutsch, wobei man noch ein streng davorsetzen müsste. Zu allem Überfluss ist bei ihr jedes Wort ein Donnerschlag, was nach dem jovialen Singsang Junckers, der in der Lage ist, selbst die schlechteste Nachrichten so an den Mann zu bringen, dass kaum jemand ihm das Übel nimmt, eine arge, wenn nicht gar unzumutbare Umstellung wird. Wird Europa sich an das oberlehrerhafte Gebaren von der Leyens gewönnen können? Oder wird es an diesem zerbrechen? Und werden die Briten nun alle zu Remainern? Einer der Gründe, warum die Briten für den Brexit stimmten, lag in der Person Junckers, den viele auf der Insel regelrecht hassen. Ursula als Maggy Ersatz – nach der Pleite, den die Briten mit May erlebten, ist dies nicht auszuschließen, jedoch höchst unwahrscheinlich. Und dann gibt es noch die Frage aller Fragen (es ist die letzte, versprochen) – funktioniert der peronal-politische Instinkt der Kanzlerin noch? Hat sie etwa den Geruchssinn verloren? Die Zeit wird es zeigen. Aber erst einmal muss die gewählt werden, was nicht so ganz einfach ist, da selbst der Koalitionspartner SPD gegen sie ist. Mit so etwas Schnöden wie einer Wahl muss sich Ivanka nicht beschäftigten – dank ihres Vaters darf sie als Borgia unserer Zeit mit den großen Politikerin über die Zukunft der Welt sprechen. Nicht dass es Familiendynastien in der Politik nicht vorher gegeben hätten. Jedoch mussten deren Nachkommen sich den Wahlvolk stellen. Mit den Trump wird alles anders. Während er sich in einem Jahr noch einer Wahl stellen muss, ist es durchaus möglich, dass die Amerikaner, weil sie die Trumps so toll finden, auf die übernächsten Wahlen verzichten und Ivanka per Volksabstimmung ins Amt, das sie so lange ausüben darf, wie sie will, hieven. Beneidenswerte Florentiner.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Über das Grauen im Stellungskrieg

They shall not grow old“, und die meisten jener, die den Stellungskrieg im 1. Weltkrieg überlebt haben, mussten mit dem Makel leben, im Zivilleben als Menschen, die Mut zur Lücke haben, zu gelten – je länger der Film dauert, desto mehr Männer, denen vorne ein Zahl fehlt, sind zu sehen, was angesichts der Ernährung (Brot, Marmelade, Schicken, Suppe) und miserablen Bedingungen in den Gräben nicht weiter verwunderlich ist. Für den Soldaten ist der Stellungskrieg der schlimmste, der ihm widerfahren kann, wobei ein fehlender Zahn noch das geringste Übel ist. Peter Jacksons Dokumentarfilm über das Leben englischer Soldaten ist einer der besten Antikriegsfilme der Kinogeschichte, was wohl auch daran liegt, dass er die Zuschauer nicht verschont – er soll sehen, was sich abgespielt hat. Gäbe es ein Geruchskino, wäre der Film schier unerträglich. Man könnte ihn nur unter einer Gasmaske verfolgen (näher am 1. Weltkrieg kann man wirklich nicht dran sein). Je nüchterner, desto eindrucksvoller – an diese Devise hat er sich gehalten. Zu den Stärken des Films gehört, dass dieser uns nicht nur über den Stellungskrieg informiert, sondern man auch erfährt, was sich vor oder nach dem Geschehen an der Front abgespielt hat. Da ist von Jugendlichen die Rede, die sich vor den Rekrutierern drei oder gar vier Jahre älter gemacht haben, um dabei sein zu dürfen. Teilweise wurden sie sogar von diesen aufgefordert, zu tun. Beim zweiten Versuch nach wenigen Minuten hat die Person dann ein Jahr zugelegt, so dass sie mitkämpfen durfte. Dass sich für jene Soldaten, die den Wahnsinn überlebten, niemand interessierte, was es ihnen die Eingewöhnung ins Zivilleben noch schwerer machte, war mir auch neu – der Pomp, mit dem die Briten des Tag, an dem der Waffenstillstand (Armistice Day) unterzeichnet wurde, heute noch begehen, lässt vermuten, dass die Kriegshelden geachtet wurden. Damit wird auch klar, wieso nach 21 Jahren wieder ein Weltkrieg ausbrechen konnte. Vermutlich verdanken wir diesem Flächenbrand die längste Friedensperiode, die Europa je erlebt hat.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Hätte Boris sich mal am Führer orientiert

Scheitert Boris oder gar der Brexit wegen eines Telefonanrufs bei der Polizei? Fast bin ich geneigt, zu behaupten, die Briten hätten noch mal Glück gehabt, was den Deutschen leider nicht vergönnt war, denn dann wäre Hitler ein Frauenheld, der Schlagzeilen machte, weil er seine Freundinnen regelmäßig verprügelte (bspw. Leni Riefenstahl), gewesen. So einer hätte es natürlich nicht zum Reichskanzler gebracht. Aber sosehr ich Boris‘ Brexit-über-alles-Politik nicht mag – die Medien tun sich und dem Land keinen Gefallen, wenn sie unter allen Umständen wissen wollen, was er in seinem Privatleben macht. Ein Brexit, der ausfällt, weil Boris es nicht für notwendig hielt, zu erklären, was sich in der Nacht zum Sonnabend in der Wohnung seine Freundin abgespielt hat? Absurder geht es wirklich. Doch das könnte passieren, da schon jetzt das Ereignis als Affäre gilt, obwohl sie noch gar keine ist. Es wird erst eine, wenn dessen ehemalige Freundin sie mit ihren Aussagen und Handeln zu einer macht. Die Ironie des Schicksals scheint zu wollen, dass Boris nicht wegen seiner Lügen und Halbwahrheiten abgestraft wird, sondern wegen seiner Ehrlichkeit sowie seines Verhaltens – er gibt den Gentleman, an dem alle Vorwürfe abprallen (das gilt natürlich nur, wenn es sich um einen Streit, der in den besten Ehen vorkommt, handelt). Umso schlechter kommen die Medien weg. Im Falle des Interviews, das im Independent zu sehen, grenzt das Verhalten des Reporters fast schon an Borniertheit – mit allem erdenklich Nachdruck will er wissen, von wann das Foto, das zeigen soll, dass er sich mit seiner Freundin wieder versöhnt haben, ist. Boris gibt darauf keine Antwort. (Logisch wäre, zu vermuten, seine Gegner haben das Bild ins Internet gestellt.) War dieser bei Interviews, in denen es um den Brexit geht, ähnlich hartnäckig? Oder hat er ihn entkommen lassen, ihm erlaubt, sich herauszureden bzw. seine Fragen nicht zu beantworten? Beim Thema EU konnte sich Boris noch darauf verlassen, dass ausnahmslos jeder an Brüssel etwas auszusetzen hat. Da dürfte der eine oder andere sich gefragt haben, ob er eigentlich nicht recht habe. Dementsprechend wurde nicht nachgehakt, er nicht zur Rede gestellt. Nun ist auf einmal alles anders – nun wollen die Journalisten Dinge, die sie eigentlich gar nicht interessieren dürften, wissen. Hätte sich Boris mal lieber vom Führer abgeschaut, wie man ganz nach oben kommt – ohne Frauen hat er es geschafft (am Start seiner Karriere hat er nicht mal mit ihnen gesprochen).

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Selbst Field hätte es gegen Trump nicht leicht,

aber bevor ich mich darüber auslasse, warum sich die Field schwer tun würde, muss ich sie Ihnen erst einmal vorstellen – Charlotte Field ist in „Long Shot“ eine amerikanische Außenministerin, von der man gleich weiß, dass sie ihre schwer erarbeiteten Amtsbezüge nicht in die Rentenversorgung, sondern in teure Klamotten steckt (das macht den Film zu einem Muss für alle hiesigen Politikerinnen), Wie alle Amerikaner begnügt sie sich nicht mit dem, was sie erreicht hat, sondern sie fühlt sich, so wie Donald, zu höherem berufen. Aber während er dabei ist, Amerika wieder „great“ zu machen, hat Field es sich in den Kopf gesetzt, das Klima und damit uns zu retten. Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich offenbare, dass der Regisseur uns im unklaren lässt, ob sie die Menschheit vor dem Untergang retten konnte. Das ist bei Trump, wie kann es auch anders sein, genau umgekehrt – der Mann marschiert schnurstracks in die Apokalypse, und das leider nicht allein, sondern er nimmt uns, ähnlich wie der Rattenfänger von Hameln, auch noch mit (jedenfalls versucht er es), denn anders als sein Vorgänger Bush, der den Krieg gegen der Irak wegen Chemiewaffen, von denen die Öffentlichkeit wusste, dass er sie nicht hat, begann, sieht es ganz danach aus, als ob Donald erst losschlägt, wenn er sich sicher ist, seine Verbündeten an seiner Seite zu wissen. Schwer abzuschätzen, wie viele Drohnen-Abschüsse es dazu bedarf. Ein Vergeltungsschlag als Alleingang, den die Welt verurteilt, weil dieser über das Ziel hinausschießt, hilft Trump nicht weiter. Es sollten schon mehr als zwei Staaten – im Augenblick sind das Israel und Saudi-Arabien – diesem zustimmen. Da selbst in Zeiten, in denen westlichen Alliierten erlaubt war, im Luftraum eines Landes am Persischen Golf (Irak) zu tun, was sie wollten, Husseins Leute nicht davor zurückschreckten, sich mit den Gegner aus dem ersten Golfkrieg Scharmützel zu liefern, ist davon auszugehen, dass die Iraner ähnlich handeln werden, sollten, und davon ist auszugehen, sich amerikanische Flugkörper ihrer Grenze nähern. So viel Geschick und Cleverness hätte vor zwei Tagen niemand Trump zugetraut. Den Einsatzbefehl zurückzuziehen war ein perfekter Propaganda-Coup, den keiner seiner Vorgänger hinbekommen hat, selbst Obama nicht. Womit ich bei Charlotte Field bin, über die ich, um nicht als Mysogynist (eines meines Lieblingswörter) dazustehen, noch explizit sagen muss, dass sie super klug ist. Haben super kluge Menschen überhaupt eine Chance gegen Trump? Field würde es schaffen. Und das sogar ohne Outing, was beim gewieften Trump schon etwas heißen will.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Da war doch etwas in Görlitz am Wochenende

Erinnert sich noch jemand an die Wahl in Görlitz? Vor zwei Tagen blickte zwar nicht die ganze Welt, aber immerhin auch Hollywood, von wo die Görlitzer einen Brief erhielten, in dem sie inständig gebeten wurden, nicht den AfD-Mann zu wählen, auf die Stadt. Heute ist Görlitz schon wieder vergessen, was aus PR-Sicht ein Fiasko ist, gilt doch da der Grundsatz, dass schlechte PR besser als gar keine ist. Nun müssen die Einwohner wieder auf eine Spende ihres Gönners, dank dessen Großzügigkeit viele alte Häuser originalgetreu rekonstruiert werden konnten, warten. Und darauf hoffen, einem genialen Hollywood-Regisseur möge bald ein Story, die in einem historischen Ambiente spielt, einfallen. Nichts gegen den neuen Oberbürgermeister der Stadt, aber selbst wenn er besser als Macron wäre (angesichts seines Versprechens, nach dem Wiederaufbau werde Notre Dame schöner als je zuvor sein, kann dies nicht allzu schwer sein), würde es ihm und Görlitz nicht viel nützen. Für den Ort interessiert sich bis zur nächsten Wahl niemand mehr. Außer jemanden in Kalifornien fällt etwas ein. Einen AfD-Mann zu wählen muss darum nicht per se nicht schlecht sein. Er kann zeigen, dass er es besser kann. Die halbe Republik hätte im beim Regieren zugeschaut. Vermutlich wären wir sogar gut unterhalten worden, das natürlich mit Abstrichen, denn der AfD dürfte es schwer fallen, einen Mann aus dem Hut zu zaubern, der Trump das Wasser reichen kann. Dass der Grundsatz der schlechten PR gleich guter nicht unbedingt immer gilt, werden die Russen morgen erfahren, wenn ein niederländisches Gericht verkünden will, wenn es für verdächtig hält, am Abschuss der MH17-Maschine beteiligt gewesen zu sein. Ich bin gespannt sein, wie Russland darauf reagiert, den gemäß des Guardians sollen auch ranghohe Militärs, ohne deren Einwilligung die russischen BUKs gar nicht in das Kampfgebiet hätten gelangen können (was die Russen vehement bestreiten), angeklagt werden. Kann das Gericht mit Zeugen aufwarten? Bisher gab es nur Mutmaßungen bzw. Bilder eines Fahrzeugs, das angeblich heimlich nach Russland zurückverlegt wurde. Aussagen, die den Abschuss bzw. Start der Rakete bestätigen, gibt es bisher nicht. Eine gute PR-Nachricht von den Russen habe ich aber noch – ab dem 01.07. kann man nach Kaliningrad mit einem elektronischen Visum reisen. Trotz der Sanktionen sollen die Deutschen auch eine Einreise beantragen dürfen (die Briten bspw. nicht). Hoffentlich bald mit dem Zug, so wie früher, als man direkt von Berlin nach Königsberg fahren konnte. Ob der hilft, aus den 12 Prozent, die auf das Flugzeug verzichten wollen, ein paar mehr zu machen, darf bezweifelt werden. Aber irgendwann muss man ja einen Anfang machen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Mit der falschen Ausrüstung im Golf

Dumm gelaufen nennt man es, wenn sich ein Land eine Ausrüstung zulegt, die zwei oder drei Nummern zu groß ist, um den Status quo zu gewährleisten, so dass dieser Nation unter Umständen gar nichts anderes übrig bleibt, als einen Krieg zu führen. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob die Falken in diesem Staat eine militärische Auseinandersetzung herbeisehnen. Es geht um die USA, die, so hat es den Anschein, mit der falschen Ausrüstung im Persischen Golf unterwegs sind – statt Schiffen kleineren Formats, die man nutzt, um die Küste zu schützen, hat Trump einen Flugzeugträger, der in der Straße von Hormus völlig nutzlos ist, geschickt. (In diesem Fall würden sie nicht die eigene Küsten sichern, sondern Schiffen eine sichere Passage durch „feindliches Gebiet“ gewähren, was auch zu deren Aufgaben gehört). Aus den Erfahrungen in Afghanistan hätte das Pentagon wissen müssen, dass es unsinnig ist, einer asymmetrischen Kriegsführung etwas Gigantisches entgegenzusetzen. Was auf dem Land gilt, das gilt auch für die See, zumal wenn die Küste nicht weit entfernt ist. Mit ein paar Patrouillenschiffen, die ständig in diesem Gewässer auf und ab fahren, wäre der Angriff auf die Tanker kaum möglich gewesen. Diese scheint die Ausrüstung der Amerikaner nicht herzugeben. (Sollte die Navy angesichts der jüngsten Ereignisse den Entschluss gefasst haben, kleine Schiffe kaufen zu wollen, braucht sie sich nur an die Russen zu wenden, die Boote dieser Größenordnung en gros – Project 22160, Buyan und Karakurt – bauen. Dreimal darf man raten, wo diese vornehmlich eingesetzt werden – natürlich im Schwarzen Meer. Das hat den Vorteil, dass man die Ukrainer beauftragen kann, deren Tüchtigkeit zu testen.) Nun hängt alles davon ab, ob die „Macht“, die die Tanker angegriffen hat, Freude daran findet, den USA weiterhin schmerzhafte Nadelstiche zu versetzen. Deren Renommee steht auf dem Spiel. Trump, der seine Präsidentschaft mit dem Versprechen angetreten hat, sich aus militärischen Konflikten heraushalten sowie sein Land von der Welt abkoppeln zu wollen, kämpft in der Welt an mehreren Fronten. Und an keiner steht er als sicherer Sieger fest, so dass bei der nächsten Provokation er durchaus geneigt sein könnte, zurückzuschlagen. Und es ist nicht davon auszugehen, dass die Nato-Partner helfen wird. Die sind womöglich noch weitaus schlechter für eine Situation wie der am Golf gerüstet. Warum mehr für die Rüstung ausgeben, wenn man Waffen kauft, die für die Konflikte unsere Zeit völlig untauglich sind?

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Nur mit Drogen kann der Brexit gelingen

Keine Drogen, kein Brexit – wenn ausgerechnet die Person, die vehement bestreitet, welche genommen zu haben, mit ihren Vorstellungen, sich von Europa zu lösen, scheitert, während 8 von 11 zumeist Austritts-Hardlinern, die May in die Downing Street folgen wollen, einräumen, Drogen genommen zu haben, scheint klar zu werden, warum die Briten einfach nicht vom Fleck kommen – der Brexit gelingt nur Leuten, die das Gesetz gebrochen haben, um für ein paar Stunden die Leichtigkeit des Seins genießen zu können. Selbst Boris, der passionierte Radfahrer, ist darunter, das jedoch noch nicht ganz endgültig, denn er checkt gerade ab, ob sich seine Chancen erhöhen, wenn er einräumt, mehr Stoff als bisher bekannt konsumiert zu haben. Es sieht also danach aus, als ob der Brexit ohne Outlaws zum Scheitern verurteilt wäre. Ich bin gespannt, wie Farage nun dagegenhalten will. Der würde nicht zurückschrecken, zu behaupten, vor jeder Sitzung im EU-Parlament wegen Martin und Co. vollgepumpt gewesen zu sein, wofür mein Verständnis trotz des großen Leidensdrucks sich in Grenzen hielte, denn schließlich hat Brussel nicht nur den Schulz zu bieten. Wenigstens müssen wir uns um unsere Politiker keine Sorgen machen, was auch an deren Ehrgeiz, der sich darauf beschränkt, die Dinge so zu belassen, wie sie im Augenblick sind, liegen könnte. Wenn wir aus der EU herauswollten, müssten wir uns andere Politiker suchen. Selbst Gauland würde uns da weiterhelfen. Hiesiger Politiker stellen das System nicht in frage. Sie weichen höchstens mal von der einen oder anderen Vorgabe ihrer Partei ab. Dazu bedarf es keiner Drogen, sondern nur eines Doppelten. Kretschmer, im Bewusstsein, viel Kritik für seine Forderung, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben, dürfte vor seinem Treffen mit Putin gleich zwei genommen haben. Die Empörung im Land war riesengroß. Und wenn die SZ noch schreibt, die Ost- hätten ein engeres Verhältnis zu den Russen als die Westdeutschen, dann bin ich fast geneigt, zu bedauern, dass die Russen nicht zwei oder drei Stützpunkte im Osten behalten haben. In Ramstein die GIs, in Wünsdorf die Russen. Aber dem ist nicht so, denn die Freude hierzulande hielte sich in Grenzen. Die Russen mag man erst, seitdem sie weg sind. Und mit jedem Jahr mag man sie mehr.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar