Der Rubel wegen bleibt der Gashahn auf

Auch wenn der Blog der einzige im Land ist, den die Frage nicht loslässt, muss sie gestellt werden – was ist, wenn Habeck und Müller, der Mann mit den markigen Statements, an deren Ende der Zuschauer genauso viel wie vorher weiß, auf dem Gas, das sie für teures Geld eingekauft haben, sitzen bleiben, weil Putin Nordstream volle Pulle laufen lässt? Schließlich muss der Rubel rollen, auch in Russland. Das schließt natürlich nicht aus, dass Berlin ab und an Störfeuer ertragen muss, so wie jüngst Habeck, der wegen einer Turbine, die Siemens in Montreal hat warten lassen, unter Beschuss geraten war. Die ist nun auf dem Weg nach Deutschland. Da Kanada nicht dafür bekannt ist, Hightech-Waffen zu produzieren, kann den Russen egal sein, was sich Trudeau einfallen lässt, um die ukrainische Diaspora, die dessen Entscheidung, die Turbine zu verschicken, hart kritisierte, versöhnlich zu stimmen. Vielleicht liebäugelt er damit, bald Öl, das aus den Alberta-Ölsand-Gruben stammt, in Deutschland verkaufen zu können (die russische Quelle soll ja, wenn der Blog es richtig in Erinnerung hat, am Ende des Jahres versiegen). Vor dem Krieg in der Ukraine hätte kein Mensch sich vorstellen können, Öl zu beziehen, das nicht gefördert, sondern abgebaut wird, was dessen Carbon Footprint (pro Barrel) in die Höhe schießen lässt. Zu allem Überfluss muss das Erdöl in Dollar bezahlt werden. Angesichts des tiefen Falls des Euros gegenüber des Dollars (1:1 im Moment) sowie des europäischen Öl-Embargos gegenüber Russland muss man kein Prophet sein, um zu behaupten, dass es nie mehr so wie früher wird. Was fürs Öl gilt, muss nicht unbedingt auch für das Gas gelten. Warum sollte der Kreml uns jetzt das Gas abdrehen, wenn er zeigen kann, dass fossile Brennstoffe noch einigermaßen preiswert zu haben sind (auch wegen der Währung, in der bezahlt wird)? Putin ist wegen seiner Entscheidung, nur noch Rubel zu nehmen, belächelt, ja ausgelacht worden. Nun könnte die sich als Glücksfall entpuppen. Entgegen der Erwartung, die Habeck und Co hegen, nämlich dass der Kreml bald den Gashahn zudrehen werde, glaubt der Blog, Moskau wird es uns so schwer wie möglich machen, von der russischen Droge wegzukommen. Der schwache Euro lässt den Rubel rollen. Aber was machen wir mit dem Gas in den Speichern?

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Thor kämpft jetzt auch für die Gleichberechtigung

Wenn Leser, die den Donnergott vergöttern, nun empört in ihren Bildschirm brüllen, Thor kämpfte schon immer für die Rechte der Frauen, dann bleibt dem Blog nur, auch die Misogynisten unter den Fans der Serie mit der Entschuldung, dass er vermutlich nicht alle Filme gesehen hat bzw. an jene, in denen er gewesen ist, sich nicht mehr erinnern kann, zu vergraulen, jedoch, als Zeichen der Versöhnung, hinterherschickt, dass ihm deren Erinnerungsvermögen imponiert. Zu seiner großen Überraschung gehört der Blog nichtsdestotrotz zu einer Zielgruppe, die Marvel im Auge hat – Kinogänger, die sich schwertun, den Plot des Films wiederzugeben, sobald sie den Kinosaal verlassen haben. Dieser Spezies, zu der sich auch der Blog zählt, bleibt nur, darauf zu bauen, dass die Leute sitzen bleiben, wenn es losgeht. Da im recht vollen Saal niemand aufgestanden ist, muss wohl die aktuelle Version gezeigt worden sein. Den Plot hat der Blog aber nicht nur in Erinnerung behalten, weil er heute darüber schreiben wollte. An einer Stelle hat er herzhaft und lange lachen müssen – ein sicheres Zeichen für ihn, den Film noch vor der Szene, die bei ihm einen Lachanfall auslöste, wiederzuerkennen, wenn er im Privatfernsehen läuft. Nun aber zu den Frauen, in der „Mighty Thor“, die, wenn der Film in Deutschland gedreht worden wäre, „Mighty Thorin“ hieße, eine besondere Rolle spielt. Der Name lässt vermuten, dass sie ihrem männlichen Partner ebenbürtig sein muss, was natürlich nicht ganz stimmt – da sie kein Gott ist, kann sie keinem Eigenschaften, die ihn für eine gewisse Zeit göttergleich machen, verleihen. Wer das nicht als Makel empfindet, den wird die Power, die „Mighty Thorin“ im Kampf zeigt, beeindrucken. Wahre Emanzipation sieht natürlich anders aus. Da das Ende des Films darauf hindeutet, dass eine Fortsetzung geplant ist, hat Marvel die Chance, hier nachzulegen. Vermutlich gibt es dann auch eine Göttin, die es mit dem chauvinistischen Supergott „Zuus“, ein Überbleibsel der Charlie Harper Ära, aufnehmen kann. Unser Held kann sich immerhin noch daran, dass er mal in „Mighty“ verliebt war, was man über Charlie nicht immer behaupten kann. Und auch so achtet er „Mighty“. Nur an seinem „Hammerkomplex“ muss er noch arbeiten (eine feministische Drehbruchschreiberin hätte ihm den schon längst ausgetrieben). Der Blog sitzt, wenn die Fortsetzung kommt, sicherlich auch wieder im Kino.

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Johnson hat den Putsch niedergeschlagen

So schnell kann es gehen – vor anderthalb Wochen ein Pilot, dessen Auftreten in den Alpen nicht den geringsten Zweifel aufkommen ließ, dass er seine Maschine jederzeit unter Kontrolle hat, befindet sich Boris plötzlich im Sturzflug, der zwar nicht so atemraubend wie jener eines Stukas aussieht, dafür es aber mit dessen Lautstärke locker aufnehmen kann. Dass er nicht in einer Stuka sitzt, sondern ein klobiges Flugzeug steuert, liegt an dem gebrochenen „Versprechen“, wegen seiner Corana Erkrankung abnehmen zu wollen (hat er je eines erfüllt?). Ganz so dramatisch, wie die Eilmeldungen vermuten ließen, scheint es doch nicht zu werden, denn einen seiner Minister, die heute ihre Kündigung eingereicht haben, hat er schon ersetzt. Nun braucht er nur noch einen Mann für Sunak, der sich in letzter Zeit ziemlich zugeknöpft gab, so dass Johnson über dessen Rücktritt nicht traurig sein dürfte, bietet sich doch nun die Chance, mehr Geld, dass viele angesichts der hohen Energiekosten dringend gebrauchen können, auszugeben. Sicherlich würde er das Amt des Finanzministern gerne selbst übernehmen. Das würde Johnson erlauben, nach Belieben schalten und walten zu können. Das ist wohl das Letzte, was die „Backbencher“, die wohl hinter dem Coup, stehen, beabsichtigt haben – ein Putsch, der Boris nicht zur Aufgabe seines Postens zwingt, sondern ihn nur stärker macht. Danach sieht es im Augenblick aus. Johnson lässt sich nicht beeindrucken. Den Putschisten wird nichts anderes übrig bleiben, als ihm im Parlament ihre Zustimmung zu verweigern. Aber trauen sie sich das? Wohl kaum. Die Tories sind nach dieser missglückten Aktion mehr denn je von Boris abhängig. Die „Backbencher“ werden hinter ihm hertrotten müssen, auch weil sie keinen haben, der ihn ersetzen kann. Sollte Sunak gehofft haben, Premier zu werden, kann er das nach seinem verpufften Rücktritt endgültig vergessen. Vermutlich bräuchte Johnson nicht mal Neuwahlen zu fürchten.

PS: Johnson hat auf eine Personalunion verzichtet – neuer Chancellor ist Zahawi, der das Marktforschungsunternehmen YouGov gegründet hat, jedoch in Finanzfragen ziemlich unbeleckt zu sein scheint, was ganz nach dem Geschmack Boris’ sein dürfte. Für britische Staatsanleihen gibt es bald wieder richtige Zinsen.

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Der Städtekrieg ist ein totales Desaster,

auch wenn Kiew den Einheiten der AFU in Lyssytschansk nicht den Befehl gegeben hat, die Stadt unter allen Umständen zu halten. Das aber viel zu spät, denn statt sich zurückziehen, wenn die Russen noch relative weit weg sind, müssen sie sich nun durch einen vielleicht 6 km breiten Schlauch, der unter Dauerbeschuss steht, drängen. Zu allem Überfluss strömen die Soldaten in einen Ort, der als Bestandteil der neuen Front am Mittwoch noch Sicherheit versprach, jedoch jetzt durch einen Westschwenk der Russen, die wohl anstreben, das Chaos, das dort herrschen muss, für sich zu nutzen, bedroht ist. Nach Mariupol und Severodonetsk ist Lyssytschansk ist das nächste Desaster in Selenskyjs Städtekrieg. Zum Glück für ihn will niemand wahrhaben, dass dessen Strategie, die großen Städte zu Festungen zu erklären, die keineswegs aufgegeben werden dürfen, sich als völlig nutzlos herausstellt. Aber solange hiesige Politiker beteuern, keinen Zentimeter des Nato-Gebiets aufgeben zu wollen, braucht er nicht zu fürchten, von einem Journalist der Qualitätsmedien gefragt zu werden, was für einen Sinn es macht, intakte Städte zu verteidigen. Dafür bedarf eines Youtubers, wie der Fall Melnyk, der abstritt, dass Banderas Zweig des Widerstands (OUN-B) Massaker und Pogrome an Polen und Juden begangen habe, zeigt. Weil er nach dem Einmarsch der Deutschen, an deren Seite Ukrainer kämpften (im Bataillon „Nachtigall waren nur OUN-Ber), eine ukrainische Republik gründen wollte, sperrten die Nazis ihn schon im Juli 41 ins KZ, aus dem er Ende 1944 entlassen wurde. Auch wenn das ukrainische Außenministerium behauptet, nicht Melnyks Ansichten zu vertreten – Kiew hätte keinen besseren Diplomaten finden können. Der Mann ist überzeugt, dass die Deutschen den Ukrainern noch etwas schulden. Dementsprechend verhält er sich auch. Sein Outing beim Youtuber wird ihn nicht daran hindern, noch mehr schwere Waffen zu fordern. Es ist auch ziemlich sich, dass der Städtekrieg in OUN-B Manier (erst Mitte der 50er Jahre wurde der Widerstand gebrochen) weitergehen wird. Weder bei Selenskyj noch bei den Politikern des Westens hat der Blog salomonische Züge, die hoffen lassen, sie hätten etwas in petto, was den Krieg beenden könnte, ausmachen können (Yul Brynner hat es immerhin geschafft, mit seinen Schildern die ägyptischen Streitwagen in einen steilen und tiefen Graben fahren zu lassen). Vermutlich müssen Slowjansks und Kramatorsks noch fallen, bevor der Städtekrieg aufhört, fürs Erste.

PS: „SpiegelOnline“ bzw. die Netzagentur haben heute den Gasalarm ausgerufen. Niemand weiß, welche Folgen der Gaskrieg haben wird. 3 Gastanker hat sich die Regierung dank der Übernahme Gazproms sichern können. Die große Frage ist, wo die Gas aufnehmen können. In einem russischen Hafen wohl eher nicht.

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Will keiner mehr blockfrei sein?

Aber wenigstens ist auf die Schweiz noch verlass, und das obwohl sie gar nicht blockfrei ist, denn das können nur Länder von sich behaupten, die Mitglieder oder Beobachter der Bewegung der Blockfreien Staaten sind. Sie wird wohl bis zum Weltuntergang, also auch dann, wenn Putins Soldaten die Eidgenossen eingekreist haben sollten, was nach Ansicht der NATO ein realistisches Szenario sein soll, neutral bleiben. In einer Zeit, in der jeder Anschluss sucht, weil er Angst hat, von den Russen gekascht zu werden, ist das aller Ehren wert, zumal der Kanzler je gesagt hat, er wolle verhindern, dass die Welt in Blöcke aufgeteilt werde. Da Erdogan nun sein Veto gegen die Aufnahme Schwedens und Finnlands aufgegeben hat, ist es seltsam, erleben zu müssen, wie die NATO größer wird, auch wenn die beiden Länder geografisch in diesen Klub passen. Ist den Schweden und Finnen die Courage abhanden gekommen? Es sieht ganz danach aus. Nach Jahren, in denen kein russisches U-Boot es gewagt hat, in schwedische Hoheitsgewässer einzudringen (vielleicht wollten die Russen sich nicht erwischen lassen), wegen des Angriffs auf die Ukraine eine Vermittlerrolle, die dem Land viel Einfluss und Anerkennung verschafft hat, aufzugeben, kann nur als töricht und wenig durchdacht bezeichnet werden. Bald ist man nur eines der vielen Mitglieder der NATO (der Blog weiß gar nicht, wie viele drin sind). Mit Greta an der Spitze des Landes wäre das bestimmt nicht passiert. Warum die Finnen, die nicht wie Polen, Balten und Westukrainer hinter dem Eisernen Vorhang lebten, trotzdem ihre Sentiments gegen die Sowjetunion bzw. Russen gepflegt haben, ist dem Blog ein Rätsel. Anders ist der Beitritt in die NATO nicht zu erklären, denn die Neutralität hat dem Land einen wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand beschert. Warum also nicht weiter blockfrei bzw. neutral bleiben? Alexander Kluge hat den regionalen Konflikt mit dem Dreißigjährigen Krieg, in dem sich die Katholiken und Evangelisten gegenüberstanden, verglichen. Da keine Macht da war, die vermitteln konnte, wurde gekämpft, bis beide Parteien erschöpft waren. Was passiert, wenn die G7-Staaten und BRICS Länder, denen sich Argentinien und Iran anschließen wollen, aneinandergeraten? Da bleibt wohl nur, auf das diplomatische Geschick der Eidgenossen zu hoffen.

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Die Heimatfront braucht einen Kälteteufel

„Wer auf andere mit dem ausgestreckten Zeigefinger zeigt, der deutet mit drei Fingern auf sich selbst“ – gehört der Spiegel wegen des Bildes, das sein neuestes Heft ziert, nun auch zu jenen, denen er an den Kopf knallt, Populisten zu sein? Lafontaine ist einer. Seine Frau natürlich auch. Und wegen seiner guten Chance, Macron viele Wähler abzujagen, ist auch Mélenchon noch schnell vom Blatt aus Hamburg zu einem Populisten erklärt worden. Nun haben dessen Layouter Putin zum Kälteteufel gekürt, der den Teufel, den die Bibellaien in der Hölle vermuten, alt aussehen lässt, so dass die meisten, wenn sie die Wahl hätten, lieber in der Hölle schmoren würden, als im Eis eingeschlossen zu sein (da der Blog sich an einen Film, in dem Funez, der im Nordpol 50 Jahre lang als verschollen galt, aufgetaut wurde, erinnern kann, würde er sich für den Kälteteufel entscheiden). Populistischer geht es nun wirklich nicht. Natürlich gibt es einen Grund, weswegen das Magazin sich entschlossen hat, in puncto Gasversorgung darauf zu verzichten, die Dinge nuanciert und ausgewogen zu betrachten – im Herbst soll es heißen, dass der Spiegel nur das „Sturmgeschütz der Demokratie“ sei, sondern auch das „Sturmgeschütz der Heimatfront“. Da Demokratie und Front sich ausschließen, wird das eine Sturmgeschütz wohl für eine Weile eingemottet werden müssen. Das ist auch gut so, denn der größte Gefahr an der Front ist nicht der Gegner, sondern der Zweifel – eine Armee, deren Soldaten sich fragen, wofür sie in den Krieg ziehen, hat diesen bereits verloren, bevor er überhaupt begonnen hat. Da vieles für eine Heimatfront spricht, kann man nicht früh genug damit anfangen, die Menschen dafür fit zu machen. Noch richten sich jedoch alle Aktivitäten darauf, der Bevölkerung klar zu machen, dass der Kälteteufel der Feind ist. Die Grünen, denen man nachgesagt hat, sie verständen nichts vom Krieg, entpuppen sich als wahre Meister der Feindaufklärung – Habeck muss von seinen Aufklärungstruppen erfahren haben, Putin wolle, dass sich unser Land zerlegt (wenn das kein Grund ist, die „Heimatfront“ zu eröffnen, dann weiß der Blog auch nicht weiter). Baerbocks Späher haben herausgefunden, dass Russland den Hunger als Kriegswaffe benutzen würde. Da es weder in der Ukraine noch in den Ländern, die an sie Waffen liefern, Hungersnöte gibt, muss der Kreml in der Lage sein, einen Mehrfrontenkrieg zu führen, was ihn noch gefährlicher und bedrohlicher macht (das hilft, den Menschen klar zu machen, dass die Heimatfront ein Muss ist). (Lesern, die sich mit dem Wissensstand, den Baerbock vorgibt, zu haben, nicht zufrieden geben, kann der Blog nur empfehlen, einen Artikel Counterpunchs zu lesen – da wird darauf hingewiesen, dass der Krieg das Fass zum Überlaufen gebracht hat.) Richtig interessant wird es für die Menschen erst, wenn sie unter Frontbedingungen leben müssen. Aber keine Angst. Spiegel und Co werden uns täglich Überlebenstipps liefern. Versprochen.

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Vom Ende der Breitspur im Baltikum,

jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Putin noch etwas einfällt, sein Breitspur-Imperium vor dem Schrumpfen zu bewahren, was angesichts der Geländegewinne, den seine Truppen für ihn eingeheimst haben, ziemlich unlogisch erscheint, wegen der notorischen Angst, die Russen könnten jede Minute über sie herfallen, dann aber doch eine logische Folge der Entscheidung der Litauer, russische Güterwagons nicht mehr nach Kaliningrad durchzulassen, wäre – die russische Breitspur ist tot, lange lebe die europäische Normalspur, die Urlauber anstelle russischer Soldaten an die schönen Strände des Landes bringt. Es wird nicht lange dauern, bis das Militär aufgrund von Daten, die belegen, dass ein Spurwechsel der russischen Armee Zeit kosten würde (da zählen sogar Minuten), fordern wird, die Spur im Baltikum umzustellen. Wegen der Abhängigkeit der Russen von ihrer Bahn wäre der Blog nicht überrascht, sollten Fachleute zum Ergebnis kommen, dass die Normalspur der Kampfkraft mehrerer Divisionen, zig Flugzeugen, Raketen und Schiffen gleichkommt. Lässt man sie dort, hat der Westen in der für die Russen verlorenen Zeit sogar die Chance, überlegen zu können, was er als nächstes zu tun gedeckt. Viel Optionen hat Putin nicht – vermutlich bräuchte er hierzulande nur einen der legendären russischen Panzerzüge über die die Gleise der Deutschen Bahn zu jagen, um alle zu Fans russischer Eisenbahntechnik werden zu lassen. Wer will es den Menschen verdenken. Die Züge der DB gehören eben nicht zu den schicksten. So ticken die Balten jedoch nicht. Die lehnen grundsätzlich alles Russische ab. Einen deutschen Urlauber schreckt das natürlich nicht ab. Der bewaffnet sich mit einem Klappstuhl und hofft auf dem Bahnsteig, wo die Züge, die nach Kaliningrad fahren, halten, ein tolles Foto machen zu können, das er natürlich sofort an Verwandte und Freunde verschicken würde. Die Polizei hätte in Vilnius gutzutun, sie aus dem Hauptbahnhof zu vertreiben. Viel mehr als mit Panzerzügen die Strecken freizuhalten will dem Blog nicht einfallen (die Russen werden sich einfallsreicher als er entpuppen). Warum soll das Baltikum weiter die Breitspur nutzen, wenn aus dem Süden nichts mehr ins Land kommt? Belarus wird russische Häfen nutzen, sofern das wegen der Sanktionen möglich ist. Da macht es Sinn, durch den Suwalki-Korridor, der Kaliningrad von Weißrussland trennt, eine Eisenbahnstrecke zu bauen, die die Hauptstädte der baltischen Staaten mit Zentraleuropa verbindet.

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Make Russia great again,

und weil das nicht so ganz einfach ist, ja nach Einschätzung vieler Experten ohne den Westen unmöglich sei, kam dem Blog die Idee, Putin mit dem Hinweis, dass er sein Land nicht mehr elektrifizieren muss, um gegen den übermächtigen Gegner bestehen zu können, Mut zu machen, Russia wieder zu einer Industriemacht, in der Rohstoffe nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, werden zu lassen. Statt GOELRO sind nun Kredite, die Unternehmer in die Lage versetzen, zu investieren, gefragt. Daneben soll staatlichen Unternehmen mehr Handlungsfreiheit eingeräumt werden. Ein Bild Lenins, auf das der Blog bei Colonel Cassad gestoßen, sagt, wohin die Reise geht, so dass der Blog sich nicht wundern würde, wenn in dem Palast, das lt. des Teams um Nawalny Miller, dem Gazprom untersteht, gehören soll, sich bald Offiziere und Soldaten von den Strapazen an der Front erholten (Putins luxuriöses Anwesen, an dem noch gebaut wurde, als dessen Gruppe ein Video über den Komplex veröffentlichte, müsste nun auch bezugsfertig sein). Es sieht so aus, als habe Russia Lenin und Trotzki wiederentdeckt, deren Wirtschaftspolitik (NEP) das Überleben der Sowjetunion erst ermöglicht hat. Da beide nur Zugeständnisse gemacht haben, wenn diese das Überleben ihres Systems sicherten (Brest-Litowsk), wäre es nur folgerichtig, wenn deren Nachfolger keine Auseinandersetzung mit dem Westen scheuten. Jeder Grund, zurückzuschlagen, ist willkommen. Da die Wartung von Gasturbinen von den geleisteten Betriebsstunden abzuhängen scheint (ein flüchtiges Scannen des Blogs durch eine Wartungsanleitungen lässt das vermuten), ist es aus der Sicht Gazproms nur konsequent, uns wegen der Turbine, die die Kanadier nach deren Überholung nicht rausgeben will, weniger Gas zu liefern. Gewundert hat sich bis gestern Abend der Blog nur über Habeck, der die Deutschen kurz vor der 1. Hitzewelle des Jahres dazu aufgerufen hat, äußerst sparsam mit dem Rohstoff umzugehen. Beim Waschen der Füße wurde dem Blog dann endlich klar, wie er das gemeint hat. (Typisch für die Grünen – konkret werden sie nur, wenn sie positive Dinge vermelden können.) Natürlich kam die Erkenntnis zu früh für ihn, um am bisherigen Prozedere etwas ändern zu können. Es gibt schließlich einiges zu checken. Ist eine Kneippkur wirklich empfehlenswert vor dem Schlafgehen? Der Blog hat immer geglaubt, die werden verschrieben, um die Körper der Kurierenden wieder auf Trab zu bringen. Vielleicht hilft das Internet weiter, jedoch ist der Blog skeptisch, dort etwas Brauchbares zu finden. Das wird ein Fall für Lauterbach, der im Kabinett dazu auserkoren wurde, dem Volk alles Schlechte mitzuteilen, uns spätestens im Herbst darüber zu informieren, ob kaltes Wasser am Abend gesund ist. Dann werden wir auch wissen, wie es um „Make Russia great again“ steht.

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Kommt nun der Partisanenkrieg?

Und den könnte ausgerechnet der „Aggressor“ führen, was einen Regelverstoß, der bisher höchst selten vorgekommen sein muss (dem Blog fällt keiner ein), darstellen würde, denn bisher hat es immer geheißen, dass nur ein Land, das angegriffen wurde, einen Partisanenkrieg führen darf. Da aber nach dem Einmarsch der Russen in die Ukraine eh alles nicht mehr so ist, wie es einmal war, wäre es nicht verwunderlich, wenn auch dieses Gesetz gebrochen würde. Vermutlich hat es auch damit zu tun, dass sich die Ukraine nicht ans übliche Szenerio gehalten hat. Das besagt, dass der Überfallende die Städte aufgibt, um vom Lande aus zu versuchen, dem Einfallenden das Leben so schwer wie möglich zu machen. In Afghanistan hat das gut funktioniert. Die Ukrainer verteidigen stattdessen mit aller Macht Städte und Siedlungen. Sollten den Russen, nachdem sie einen Abschnitte der einzigen Verkehrsader, über die noch Nachschub in die beiden östlichsten Großstädte gelangt, erobert haben, auf den Gedanken kommen, ins angrenzende Gebiet Spezialkräfte zu senden, deren Aufgabe darin besteht, die dort entlanglaufenden Landstraßen unsicher zu machen, wäre dies ein Partisanenkrieg, jedoch ohne echte Partisanen, da es sich um reguläre Einheiten handeln würde. Diese Art des Kriegs, von dem die hiesigen Medien dachten, die Ukrainer würden ihn führen, käme den Russen sehr gelegen. Verkehrte Welt. SpiegelOnline hat sich gestern darüber amüsiert, dass die Russen Brücken, die auf ihrem Vormarschgebiet lägen, sprengen würden. Die bestreiten das natürlich. Eher haben wohl die Ukrainer die letzte passierbare Brücke in der Sjewjerodonezk zerstört, so dass den Soldaten, die es nicht geschafft haben, sich abzusetzen, nichts anderes übrig bleibt, als bis zum bitteren Ende weiterzukämpfen. Den Russen, die im Begriff sind, einige Kilometer weiter im Westen die Zufahrt zu den beiden Städten abzuschneiden, können sich darüber nur freuen – je geballter ihnen die Ukrainer gegenüberstehen, desto größer sind ihre Chancen, sie zu besiegen. Und da es deren Devise ist, keine Stadt aufzugeben, können sich die Russen ziemlich sicher sein, dass nur wenige sich aufs Land, wo sie eine weitaus größer Gefahr für sie darstellen würden, verirren werden.

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Kommt der Gepäckwagen wieder zurück?

Ein dreifaches Hoch auf den Gepäckwagen – wer das 9-Euro-Ticket genießen möchte, der sollte sich unbedingt ein Ziel aussuchen, wo niemand hinwill, was leichter gesagt als gesagt ist, liegen doch in der Gegend, wo der Blog wohnt, fast alle Gebiete, die es zu meiden gilt, an Eisenbahnstrecken, auf denen die Züge im Augenblick vollgepackt sind. Wäre die Strecke nicht elektrifiziert, hätte der Blog sich womöglich einen Platz auf dem Dach suchen müssen. Alleine schon die Vorstellung, ganz oben Platz nehmen zu müssen, hat dazu geführt, dass für den Blog Indien als Reiseziel weit nach hinten gerutscht ist – angesichts des Runs auf die Züge erbarmt sich DB bestimmt noch, einige Strecken, wo man oben mitfahren kann, freizugeben (wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahr). Merseburg hätte, wenn sich der Blog nicht täuscht, eine schöne Strecke zu bieten, auf der zudem nur Triebwagen, die sich leicht erklettern lassen, unterwegs sind. Auf Halles ehemaliger Pioniereisenbahn verkehren seit geraumer Zeit Wagons mit Dächern. Auf die kommt man bestimmt drauf, wenn man höflich fragt und dem Zugpersonal versichert, wegen der Bäume darauf zu verzichten, auf denen zu stehen. Training ist, wie so oft, alles. Das gilt natürlich auch für die Deutsche Bahn. Wer beabsichtigt, mit dem 9-Euro-Ticket längere Strecken zurückzulegen, sollte testen, ob er in der Lage ist, lange Zeit zu stehen. Früher, als Sitzplätze die absolute Ausnahme waren, brauchte man nur zu einem Fußballspiel zu gehen, um das herauszufinden. Heute ist das schon viel schwieriger. Angesichts der allgegenwärtigen Videoüberwachung muss man womöglich damit rechnen, abgeholt zu werden, wenn man ein solches Unterfangen an einem Ort, der der Realität am nächsten kommt, startet. Noch übler sind jedoch Personen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, dran – gute Chancen, mitgenommen zu werden, haben nur Radfahrer, die an den Endstationen einsteigen, vorausgesetzt, sie sind auf dem Bahnhof, bevor der Zug einfährt. Aufgrund der Erfahrung, die der Blog gemacht hat, hält er es für unmöglich, dass ein Passagier, der ein Rad mit sich führt, es schafft, an einem der weniger genutzten Halte ein- und auszusteigen. Das scheint schier ausgeschlossen zu sein. Der aufmerksame Leser weiß, worauf der Blog hinauswill – der gute alte Gepäckwagen ist wieder en Vogue. Sicherlich wird dieser nicht so wie früher aussehen. Der Gepäckwagen der Zukunft wird sowohl Fahrgäste als auch Fahrräder transportieren. Vermutlich wird man die Räder aufhängen müssen. Die Haken lassen sich verschieben, so dass viele nebeneinander passen (der Blog würde sich nicht wundern, wenn, wie beim Fleisch, Tafelspitz z. B., das Hängen entscheidet zum Erfolg beitragen würde).

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