„Rule Britannia!“ – das würde den Briten nicht helfen

„Rule Britannia!“ – wenn die Briten glauben, das Vereinigte Königreich könne ab dem 01.01.21 wieder so souverän wie zu den Zeiten, als das Land das eigene Schicksal, von ein paar Ausnahmen mal abgesehen, immer zu seinen Gunsten entscheiden konnte, dann müsste ihnen die Lektüre eines Artikels des Guardians, kaum 24 Stunden nachdem ihr Premierminister seinen Landsleuten voller Inbrunst versprach, nun endlich alles in der eigenen Hand zu haben, einen Schock versetzen – „Rule Britannia! Britannia rule waves“ macht keinen Sinn mehr. Früher haben die Briten Kriegsschiffe eingesetzt, um neue Rohstoffquellen zu erschließen. Der Blog kann nur spekulieren, was passieren würde, wenn die Briten im späten Frühjahr mit ihrer Flotte in den Hafen von Amsterdam einliefen, um die EMA zu zwingen, einer Arznei, die für ein paar Monate gegen Corona immun macht, für den EU-Raum zuzulassen (sicherlich nichts Gutes). Bis dahin sollen die Tests abgeschlossen sein. Zwei Dosen der Antikörper sollen verschrieben werden, wenn jemand in der unmittelbaren Umgebung positiv auf Corona getestet worden ist. Vermutlich liegt es am Preis der Arznei, dass man sie nicht prophylaktisch erhalten kann. Bspw. um unbeschwert in den Urlaub fahren oder auf Arbeit gehen zu können. Während es bzgl. des Impfstoffs bisher nicht so gut für AstraZeneca lief (für nächste Woche ist dessen Zulassung avisiert), könnte dieser Cocktail der große Renner werden. Leider eben nur für die Briten. Für Europa müsste Astra die Zulassung beantragen bzw. das Medikament noch einmal in einem EU-Land testen. Da ist man eher geimpft. Es sieht ganz danach aus, als ob von der zurückgewonnen Souveränität nicht viel übrig bleiben würde. Auf dem Papier bekommen sie zwar alles zurück. In Wirklichkeit haben sie aber weniger Einfluss. Da hilft es auch nicht, schneller und effizienter beim Zulassen der Medikamente zu sein. Die Brexiter haben sich verzockt – der Bürokratie kann man nicht entfliehen, indem man aussteigt. Erst recht nicht, wenn „Rule Britannia!“ nur noch für die Wellen vor der Insel gilt.

Niemand würde es interessieren, dass Sewastopol ein Opernhaus bekommt, wenn Berlin nicht das langweilige Stadtschloss, das schon der Alte Fritz nicht mochte (wer es sieht, weiß, warum er im Sommer nach Sanssouci gezogen ist), errichtet hätte. Schnittig wie ein Schiff der Schwarzmeerflotte. (Die Flanierrampe über den Bug erinnert an einen Flugzeugträger, den die Flotte nicht hat.) Innen hat man sich ein wenig am Guggenheim-Museum in NY orientiert. Schicker und eleganter geht es wirklich nicht. Der Blog ist gespannt, ob es gebaut wird.

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Stirbt das Auto denn nie aus?

Dabei sah es lange danach aus, als ob dem Auto das gleiche Schicksal wie dem Saurier widerfahren würde – der starb nicht wegen eines Meteoriteneinschlags aus, sondern weil vor diesem schon viele Arten verschwanden, ohne dass sich neue gebildet hatten. Ob ein Aufschlag eines riesigen Objektes auch das Auto auslöschen würde, darf bezweifelt werden. Vermutlich würde es mehr Autos als Menschen geben. Hoffnung machten vielmehr die kleinen Katastrophen, die nach der Lage der Dinge unausweichlich hätten kommen müssen. Es schien unmöglich zu sein, mit denen auf Dauer fertig zu werden. So hätte bis vor kurzem eine Ölknappheit das Aus fürs Auto bedeutet. Feinstaubwolken, die im Sommer nicht mehr verschwinden wollen, hätten auch zu dessen Untergang beigetragen. Dann kam Covid, das alles durcheinandergebracht hat. Wer hat sich im vorigen Jahr zur Weihnachtszeit vorstellen können, dass viele wegen der Natur wieder ins Auto steigen würden? An einen Kälteeinbruch war nicht zu denken. Wenn jemand gesagt hätte, die Deutschen würden wegen eines Virus sich hinters Steuer setzen, wäre er ausgelacht worden. Mit der falschen Katastrophe ist wie durch ein Wunder auch die Artenvielfalt wieder da – fast alle Hersteller haben E-Autos im Programm. Da könnte man fast könnte man denken, die Autoindustrie habe Corona in China anfertigen lassen – zu einem inspiriert das kleine Ding die eigenen Ingenieure zu Höchstleistungen, zum anderen zwingt es die Menschen, ein Automobil zu haben. Vor nicht mal einem halben Jahr hieß es, Musk mit seinen Teslas sei wie ein kenianischer Langstreckenläufer uneinholbar davonzogen. Und das gleich in der ersten Runde, was völlig untypisch für ihn ist. Irgendwie muss die Konkurrenz es geschafft haben, dranzubleiben. Heute ist nun zu lesen, eine Firma, die völlig fremd in diesem Metier ist, wolle auch Autos bauen. Das beunruhigende daran ist, dass das Unternehmen nicht dafür bekannt ist, Flops zu produzieren. Ganz im Gegenteil – wenn eine Firma es schafft, alles an den Mann zu bringen, was sie auf den Markt wirft, dann kann es nur Apple sein. Nun will man auch Autos bauen. 2024 soll es losgehen. Wer ein Apple-Car kauft, der kann während der Fahrt einen Apple-Film gucken und auf dem MacBook Mails verschicken und Statistiken bearbeiten. Bald braucht man nicht mehr zum Bus oder zur Bahn zu laufen, um deren Vorzüge genießen zu können. Das hat man dann im eigenen Auto. Der Erfolg ist vorprogrammiert. Ohne Corona hätte Apple sich da nicht ran getraut.

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Steigt Schalke wegen Corona ab?

Stell Dir vor, der Huub gewinnt die nächsten zwei Spiele und Schalke steigt trotzdem ab. Schafft der nächste Trainer es, weitere zwei oder drei Spiele in Folge zu gewinnen, umgibt Schalke wieder ein toller Mythos, der dem Verein ermöglichen sollte, auf die Beine zu kommen. An die alten Mythen wie den Schalker Kreisel sich ja kaum noch jemand erinnert. Und wer fast ein Jahr lang kein Spiel in der Bundesliga gewinnt, den wird man schwer als Malocherklub bezeichnen können. Da muss einfach etwas Neues her. Andere haben es da deutlich schwerer, von vorne anzufangen. Das alles nur, weil die Coronafront eingebrochen ist. Wenn man den Frontverlauf auf den 2. Weltkrieg ummünzen würde, kämen die Deutschen bis zum Ural und die Japaner hätten Pearl Harbor samt den Inseln erobert. Und das trotz diverser Impfstoffe, von denen Spahn lt. Spiegel zu wenig Dosen bestellt haben soll. Überraschend kommt das nicht, sind doch schon im Herbst die Grippeschutzmittel ausgegangen. Wegen der Aufregung um die Coronamittel ist das heute längst vergessen. (Glück im Unglück – bestimmt bleibt sein Ministerium auf den Dosen, die im Dezember geliefert wurden, sitzen.) So viel Dusel wird er mit dem Coronastoff nicht haben. Die Menschen wollen geimpft werden. Erst recht, wenn sie erfahren, dass das Virus erfolgreich an seiner Übertragungsfähigkeit gearbeitet hat. Im Süden Englands haben Wissenschaftler einen neuen Release, der eine effizientere Übertragung ermöglicht, entdeckt. Es sieht so aus, als ob Corona gemerkt hat, was wir mit ihr vorhaben. Leider haben wir ihr zu viel Zeit gegeben, sich anzupassen. (Sollte sich herausstellen, Corona habe die Mutation aus purer Gier vollzogen, wäre sie mir richtig unsympathisch.) Das soll sich jetzt ändern. Deutsche Wissenschaftler fordern, den Virus auszusitzen, und zwar jeder für sich alleine bzw. in der Familie. So wie die Chinesen es vorgemacht haben. Was den wuseligen Asiaten gelingt, sollten wir auch schaffen. Aber ohne Ausgangssperren. Und es macht auch wenig Sinn, nur bestimmte Läden offenzuhalten. Hätte „Fräulein Knüppelkuh“ bzgl. der Schulen mal auf den Blog gehört. Nun wird es schwer, als Mutti in Rente zu gehen. Um Schalke ist mir aber nicht bange.

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Impfzentren; können da nicht Rentner verlorengehen?

So sind unsere Rentner – sich über jeden, der sich nicht impfen will, aufregen, jedoch fällt ihnen das Herz in die Hose, wenn sie selbst an der Reihe sind, was nach der Heute-Sendung, die um 19:00 Uhr ausgestrahlt wurde, auch völlig normal ist – wer will schon in eines dieser seelenlosen Impfzentren, die das ZDF stolz präsentierte? Früher, als die Hallen noch mit zigtausend Menschen in Konzerten gefühlt waren, waren diese Orte vielleicht reizvoll. Leer sind sie aber langweilig und öde. Kein Impfbox der Welt vermag da Charme reinzubringen. Die abgesperrten Laufwegen, die die Rentner nehmen müssen, um zu ihrem Kasten, in dem hoffentlich jemand auf sie wartet, der mit einer Spritze umgehen kann (das sieht eher nach einem Boarding durch das Flughafenpersonal als nach Arzt aus), zu kommen, helfen da auch nicht weiter. Das sind Orte, in denen die Rentner entmündigt werden, da sie ohne fremde Hilfe nie zu der Box, die für sie vorgesehen ist, finden würden. Kann man unter diesen Umständen jemanden verdenken, wenn er vom Impffreund zum Impfgegner mutiert? Wohl kaum. Aber es geht auch anders. Halle macht es vor, dank seines Oberbürgermeisters, der vor einem Monat gesagt hat, das Impfzentrum werde auf dem alten Unigelände in der Innenstadt sein. Seitdem hat sich niemand mehr dafür interessiert, was sich wegen der baldigen Zulassung des Impfstoffes, dessen Empfindlichkeit angeblich die riesigen Impfzentren notwendig macht, nun schlagartig ändern dürfte. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir wissen, wie das Haus aussieht, dass unser Oberbürgermeister für die Hallenser ausgesucht hat. Egal baufällig oder einsturzgefährdet – Hauptsache es sieht irgendwie nach Klinik aus. Damit sich die Rentner, von denen vielleicht schon einige zu Weihnachten zu den Spritzen gerufen werden, auch zurechtfinden. So recht daran glauben kann ich nicht – ein Rentner geht nur zum Impfen, wenn er den Termin schriftlich hat. Lt. Heute will man die Impfkandidaten aber auch anrufen. Das kann nur im Chaos enden.

PS: Die Briten machen vor, dass es auch anders geht. Dort impfen die Hausärzte. Ohne viel Tamtam. Die Impfzentren liefern den Briten einen Grund, sich den Brexit schönzureden.

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Matjesfilet – es ist wie mit dem Klopapier

Als mein geliebter Matjesfilet gestern im Laden fehlte, dachte ich mir noch nichts, jedoch als ich dann später lesen musste, die Briten würden für den Fall eines harten Brexits 4 Patrouillenboote, die dazu bestimmt seien, unliebsame Bewohner des Kontinents vom Fischen abzuhalten, vorhalten, wurde es mir schon ein wenig anders – sollte der Matjesfilet nach dem Klopapier das zweite Produkt werden, das knapp ist? Noch beunruhigender als die Aussicht, den Matjesfilet für immer von meinem Speiseplan streichen zu müssen, ist der Verdacht, den ich bezüglich der Hamsterer hege – es können nur Rentner sein, die sich mit dem Fisch eingedeckt haben. Die haben genug Zeit, sich dem Hickhack zwischen London und Brüssel zu widmen (einigen traue ich sogar zu, besser als Boris über den Stand der Verhandlungen informiert zu sein). Niemand verlangt von ihnen, zu hungern; als Dank, als erste geimpft zu werden, was ihnen ermöglicht, ihr normales Rentnerleben fortführen zu können. (Vermutlich ist das kommende Frühjahr die beste Zeit, eine Konditorei samt Café zu eröffnen. Und man sollte sie nach der Impfung verpflichten, zweimal im Monat ins Kino zu gehen.) Auch ich nicht. (Ob ich heute Abend auch noch diese Meinung vertrete, hängt vom Verlauf meiner Suche nach dem Fisch ab). Den Inhalt jeder Packung, die ich noch erstehen sollte (ich bin da guten Mutes), werde ich mit besonderen Genuss essen, da es ja der letzte Matjes dieser Qualität sein könnte. Das werde ich zelebrieren. Das wird richtig pathetisch. Der eine oder andere Gourmet saisonaler Ware wird das verstehen. Ein Spargelliebhaber sicherlich auch. Jedoch wissen beide, dass die Abstinenz nur eine vorübergehende sein wird (angesichts der Bedeutung des Spargels würde ich mich nicht wundern, wenn die Spargelstecher zu den privilegierten Impfkandidaten gehören würden). Gott sei Dank ist es ja aber nicht so, dass der Matjes nicht wegen Raubfischerei knapp wird (bei Boris weiß man das nicht so genau, dem traue ich sogar zu, dass er die Fischbestände vor den Insel an die Chinesen verhökert). Die Briten haben gar nicht genug Boote, um den Hering fangen zu können (es sei denn, der eine oder andere europäische Fischer flaggt sein Boot aus). Keine Fangquote, die die EU verordnet hat, kann es mit dem Brexit aufnehmen – vor der Insel wird des nur so vor Heringen wimmeln. Die gucken einen an, wenn man auf einem Segelboot auf der Nordsee schippert. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass dem Butter- bald der Fischtourismus folgen könnte. Zeit, für die neue Welt zu üben. Hoffentlich kann ich den Rentner zuvorkommen.

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Es kommt auch auf den Impfkandidaten an

Wenn ich schon mit Corona leben muss, dann ist es schön, wenn es Tage gibt, an denen es etwas zu vermelden gibt, das Hoffnung macht, den Virus so schnell wie möglich loszuwerden, so wie eben heute, an dem ich ausnahmsweise selbst eine Erkenntnisse gewinnen durften (ohne fremde Hilfe) – ich weiß nun, dass es nicht nur auf den Impfstoff ankommt, sondern auch auf den ersten Impfkandidaten. Dass ausgerechnet die Nachkommen Admiral Nelsons, deren Kugeln in den letzten Jahren immer aufs Wasser klatschen, einen Volltreffer bei der Wahl eines telegenen Impfkandidaten um die 90 landen könnten, hätte ich nicht für möglich gehalten. Natürlich hatte ich nicht erwartet, dass die Briten jemanden vor die Kameras schicken, dessen Äußerungen erkennen lassen, dass er nicht weiß, wo er sich befindet. Sie haben es auch unterlassen, einen Rentner vorzuschicken, der so sportlich daherkommt, dass man versucht ist, zu glauben, er müsse noch regelmäßig an Marathon-läufen teilnehmen. Nein, die Briten haben sich für eine Frau entschieden, die natürlich alt ist, auch wenn sie jünger als 90 aussieht. Der Clous ist natürlich ihr Outfit – viele Frauen würden sich darin nicht mal trauen, draußen die Wäsche aufzuhängen, geschweige denn zu einer Impfung, die live im Fernsehen übertragen wird, zu erscheinen (kein Wunder das C&A, für die sie mal gearbeitet hat, nicht mehr so recht auf die Beine kommen will. Nichtsdestotrotz stehen ihr die Sachen. Und am Ende ist es genau der richtige Anputz gewesen. PR vom Feinsten. Die NHS hat beweisen, wie vollksverbunden sie ist. Und da Britanniens Elite und Mittelschicht eh impfen lässt, war es ihr wohl wichtig, Menschen anzusprechen, die aus ähnlichen Verhältnissen wie Margaret kommen. Gut möglich, dass viele glauben, das sei nichts für sie. Oder sie keine Chance sehen, eine Impfung zu erhalten. Dank ihr werden die Alten nun die Impflokale auf der Insel stürmen. Die Briten haben jedenfalls alles richtig gemacht. Sie waren so gut, dass ich nun gespannt auf den ersten deutschen Impfkandidaten warte. Wären die Deutschen genauso verrückt aufs Wetten wie die Insulaner, könnten man jetzt viel Geld auf das Aussehen und die Herkunft der Person setzen. Wenn es nach dem Klischee ginge, wäre mein Tipp – 93, Lehrerin, die zweimal in der Woche zum Turnen geht und an der Volkshochschule Polnisch als ihre 4. Fremdsprache lernt.

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Über die Berliner und die Täuschung

Ist er nicht beneidenswert, der Berliner? Er schafft es, sich von seiner eigenen Täuschung täuschen zu lassen. Das ist ungefähr so, als ob jemand an die Statistik, die er schön gefärbt hat, glauben würde. Oder ein Fälscher, der sein Werk nicht mehr vom Original unterscheiden kann. Leider wird die Welt auf jemanden, der meint, die echte Mona Lisa zu besitzen, vergeblich warten. Gefälscht werden nur Gemälde, die kaum jemand kennt, was sehr bedauerlich ist. Die Idee, ein Museum zu eröffnen, in dem man die großen Werke der Malerei gleich mehrfach finden kann, alle nebeneinander, versteht sich, ist sehr verlockend. Berlin wäre, wenn es nicht schon so viele Museen hätte, der ideale Ort für solch eine Ausstellung. Erst gestern haben die Berliner der Welt wieder gezeigt, dass sie großen Spezialisten in Puncto (Selbst)Täuschung sind. Nur penible, kleinliche, pedantische und besserwisserische Personen, die wegen ihre Strenge und Unnachgiebigkeit von ihrer Umwelt gefürchtet werden (wie eben auch dieser Blog), haben sich von den Bildern, die gestern im Fernsehen und im Netz zu sehen waren, nicht in die Irre leiten lassen. Es ist aber auch schwer, herauszufinden, dass etwas nicht stimmt. Das ist wie in einem Bilderrätsel, in das man Dinge hineingepackt hat, die nicht dazu gehören. Man muss schon lange suchen. Dem Blog fällt da ein Bild aus einem seiner vielen Französischlehrnhefte ein – da sind Gegenstände, die in ein altes Bild eingefügt wurden, zu erraten (Ordinateur z.B.). Lange Rede, kurzer Sinn. Gestern eröffneten die Berliner mit großen Pomp eine U-Bahnlinie, für deren Bau sie 25 Jahre gebraucht haben. Dass sich niemand an deren langen Bauzeit störte lag an einem Trick, den man bei Bau des BER wohl auch gerne zurückgegriffen hätte – ein alte Strecke, die jetzt Teil der neuen Linie ist, hat man der Bauzeit nicht dazugeschlagen. So wurden aus 25 Jahren 8 Jahre. Eine neue Bezeichnung hat dies ermöglicht. Die „Kanzlerbahn“ ist seit gestern eine richtige U-Bahn. Die Touristen und Berliner dürfen sich freuen. Zu Zeiten der DDR hat die Provinz immer neidisch auf deren Hauptstadt geschaut, wenn dort etwas neu eröffnet wurde. Da der Blog nur an den breiten Bahnsteigen Gefallen finden kann, rätselt er darüber, ob sich die Provinz der Hauptstadt oder die Hauptstadt der Provinz angepasst hat. Warum nicht eine Puzzle, dessen Steine nicht unbedingt zusammenpassen müssen, für die Haltestelle an der Museumsinsel? Mit der Nofretete und dem Altar an den Wänden und Decken? Stattdessen hat man sich für einen Sternenhimmel entschieden. Als ob es Tübke und das Bauernmuseum in Bad Frankenhausen nicht geben würde.

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GEZ – ohne Donald wieder in der Realität

Ist Ihnen auch schon der Gedanke gekommen, dass niemand sich um die Erhöhung die GEZ- Gebühren scheren würde, wenn Donald noch im Amt wäre? Die viel gescholtenen Öffentlichen, denen die hiesige CDU, weil sie von einem Sender, der nur über sie berichtet (wie Radio Vatikan) träumt, keinen Cent mehr gönnt, würden dann wieder ausführlichst über dessen Fauxpas informieren, was gut fürs Selbstbewusstsein wäre, glaubt doch von uns fast jeder, dass er zehnmal besser als Donald sei. Diese Quelle der Inspiration scheint nun wegzufallen. Donald hat er Welt gezeigt, dass jeder Präsident sein kann. Er hat sich perfekt darauf verstanden, den Massen das Gefühl zu geben, ihm überlegen zu sein. Dafür brauchte man nichts zu tun, außer regelmäßig die GEZ-Sender zu schauen. Angesichts dieses Luxus stellt sich schon die Frage, was ein Tag ohne ihn bringen soll. Erst recht wenn man mit der leidigen GEZ belästigt wird, die er uns vom Leibe gehalten hätte. Bevor irgendwelche Hoffnung aufkommt – es wird mit Sicherheit nicht aufregender. Die Realität hat uns wieder. Und die kann oft recht langweilig sein. Obwohl die hiesige CDU fast die gleiche Meinung wie er haben dürfte (alles Staatliche ist ihm ein Gräuel), macht es doch einen Unterschied, ob er oder die Christsozialen dagegen sind. Von Donald erwartet man es (für den Ruf, als ein knallharter Unternehmer zu gelten, hat er hart im Fernsehen arbeiten müssen). Von der CDU eben nicht, erst recht nicht in der jetzigen Situation, dürften doch die ARD und ZDF zur Zeit die einzigen Organisationen sein, die noch Filme drehen (dem Spiegel hat Meret Becker gesagt, ohne den Tatort wäre sie schon bankrott). Vermutlich geht es vielen so. Es macht gar keinen Sinn, jetzt zu sparen. Dann schon in besseren Zeit, wenn überhaupt. Der Plan der CDU Sachen-Anhalts, gegen die Erhöhung der Beiträge zu stimmen, was den Vertrag ungültig machen würde (es gilt Einstimmigkeit), zeigt, wie reaktionär und hinterwäldlerisch sie doch ist. Da werden Intendanten als Superreiche hingestellt. Warum soll der nicht mehr bekommen dürfen als ein Bundespräsident? In der Wirtschaft ist das ja schon längst gang und gäbe.

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Nun noch ein Wettlauf, der die Welt rettet

Königstiger gegen T34, Apollo gegen Luna, BioNtech gegen SputnikV – und was ist mit dem Wettlauf, der die Welt vor der Klimakatastrophe rettet? Dabei geht es dem Blog nicht in erster Linie um die Erde und deren Bewohner. Dank der Aufregung, die das Wettrennen der Nationen um den besten Impfstoffs auslöst, würde dieser zu gerne erleben, wenn es auch eines geben würde, das der Welt den Untergang erspart. Schon wegen der unterschiedlichen Herangehensweisen, die sich von einer Generation auf die andere sowie auf jene, die zugezogen sind, zu übertragen scheint, was die Deutschen besonders freuen sollte, denn dank des Stoffes. den BioNtech bald anbieten wird, haben sie ihren Ruf, dass ihnen der Drang zur Perfektion, der dazu führt, immer etwas zu präsentieren, das zugleich neuartig und technologisch absolute Spitze ist. Das bedeutet auch meistens, dass das Produkt einige Macken hat – der Königstiger war zu langsam, zu schwer, zu komplex, zu störanfällig und fraß so viel Benzin, dass er es oft nicht aufs Gefechtsfeld mehr schaffte – sowie sehr teuer ist (ein Panzer kostete genauso viel wie 10 T34). Mit dem Impfstoff ist es, von den Macken abgesehen, ja ähnlich – Topbewertung, angesichts der Kosten jedoch, die die Impfung mit sich bringt, ist es ungewiss, ob er sich außerhalb jener Länder, die ihn sich leisten können, durchsetzen wird. Gut möglich, dass die Russen mit SputnikV im Kampf um die Zahl der verabreichten Ampullen obsiegen (so wie beim T34, von dem über 80.000 Stück gebaut wurden). Lt. den neuesten Daten soll er fast genauso gut wie jener von BioNtech. Nur eben billiger, was den Ruf der Russen, Dinge zu entwickeln, die funktionieren, jedoch nicht auf der neueste Technologie beruhen, bestätigen würde. Aufgrund dieser Gegebenheiten wäre es höchst interessant, zu beobachten, wie ein Wettlauf auf ökologischen Gebiet ausgehen würde. Bspw. darum, was sich ein Land einfallen lassen würde, wenn es hieße, zu einem bestimmten Stichtag nur noch eine festgelegte Menge Co2 pro Kopf in die Luft pusten zu dürfen. Wer die nicht erreicht, muss eine Strafe zahlen (bspw. an die UNO) Gäbe es einen solchen Wettlauf, lägen die Russen aussichtslos zurück. Das heißt aber nicht unbedingt, dass sie nicht aufholen könnten. SputnikV kommt da wie gerufen, erlaubt dieser dem Kreml doch, der Welt zu zeigen, dass Russland mehr kann, als Öl und Gas zu fördern. (Die würden den Stoff sogar verschenken.) Nawalny hat auch erkannt zu haben, dass der Kreml daran arbeitet, die Macht der Fossil-Oligarchen einzuschränken. Vermutlich kommt seine Forderung, bestimmte Vertreter zu sanktionieren, zu spät.

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Farce, die einem Helden schadet

Wenn sich, wie Marx meint, Geschichte immer zweimal wiederholen soll – erst als Tragödie, später als Farce –, dann ist es schön, zu denen zu gehören, die die Farce aus sicherer Entfernung beobachten können, da eine andere Macht die Rolle, die die Vorfahren einnehmen mussten, übernommen hat. Ehrlich bin ich nicht sehr traurig darüber, die Dinge nur aus der Ferne beobachten zu können. Die Farce ist fast genauso schrecklich wie die Tragödie, die wegen ihr einen ihrer Helden nun nicht mehr heldenhaft aussehen lässt. Wer hätte vor einen Monat gedacht, dass ausgerechnet Ereignisse im Kaukasus Stalins Ruf gefährden könnten? Putin lässt wegen seines eleganten und effizienten Eingreifens in Bergkarabach Stalin doch recht tolpatschig aussehen. Der Stählerne hat sich dem Führer nach der Unterzeichnung des Nichtangriffspakts regelrecht angedient – deutsche U-Boote und Flugzeuge konnten im Norden einen russischen Hafen und Flugplätze gegen die Alliierten nutzen; ferner wurden die Deutschen bestens mit Rohstoffen versorgt, so dass die Seeblockade der Briten, die im 1. Weltkrieg das Kaiserreich in arge Nöte brachte, wenig bewirkte. Alles nur, um keinen Krieg mit Hitler zu haben. Diese Strategie haben die Russen beibehalten, jedoch ihre Taktik geändert. Zu viel Unterwürfigkeit bringt den Gegner nur auf falsche Gedanken. Anbiederung wird als Schwäche ausgelegt, die bestraft werden muss. Der Kreml hat gelernt, sich nicht einschüchtern zu lassen. Moskau hat Soldaten geschickt, was völlig richtig ist, denn es sieht so aus, als ob sich meine Vermutung, Erdogan wolle das Gebiet, um Dschihadisten dort zu stationieren, mehr als bestätigen sollte – es sollen sich sogar syrische Familien in dem Gebiet ansiedeln. Vermutlich wollen die Türken Wehrdörfer, die die Armenier abschrecken sollen, errichten. Aber nicht nur die, sondern auch die Russen. Der Westen schaut zu, da jeder, der gegen die Russen ist, automatisch als Freund betrachtet wird. Und die Azeris. Für den Fall, sie sollten keine Lust mehr verspüren, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Aljyew hat sein Land verraten. Sein gefeuerte Generalstabschef (Militärs, die in Russland ausgebildet wurden, werden wegen zu enger Kontakte zum russischen Militär rausgeschmissen) sagte, wer die Türken ins Land lasse, der kann ihnen gleich Frauen und Kinder geben. Vermutlich hat er recht. Wie Marx mit seiner Farce.

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