Die Russen – gute Miene zum bösen Spiel

Während der Westen seine Feinde mit Sanktionen in die Knie zwingen will, scheinen die Russen ihrem Motto, mit jedem Handel zu treiben, selbst wenn man sich mit diesem praktisch im Krieg befindet, treu bleiben zu wollen. Ob das wieder funktioniert, ist nicht sicher, denn diesmal trifft man auf den Gegner nicht in Syrien, sondern im Donbass, dem wegen Erdogans Militärhilfe an die Ukraine Unheil droht, das sich nur mit russischen Truppen und Waffen abwenden lässt. In weiser Voraussicht hat vermutlich deswegen der Kreml Putins Teilnahme am Klimagipfel abgesagt – die Russen sollen nicht sehen, wie er vom Westen wegen der Annexion der Krim kritisiert wird. Und es macht auch keinen guten Eindruck, wenn Staatschef weg ist, während nahe an dessen Haustür gekämpft wird. Wenigstens tut er mit seinem Wegbleiben etwas für das Klima – was soll bei einem Gipfel, dessen Ziel darin besteht, die Welt zu retten, wenn die Regierungschef samt deren Entouragen bei der An- und Rückreise tausende Tonnen Kohlendioxid, dessen Ausstoß sie drastisch kürzen wollen, produzieren? In Zeiten der Heimarbeit fällt es schwer, zu verstehen, warum sich ganze Welt in Glasgow treffen muss. Ausgerechnet beim offiziellen Abtritt Merkels, der nachgesagt wird, sie sei die heimliche Schutzheilige der Russen, haben die Ukrainer Drohnen, die ihnen Erdogan geliefert hat, eingesetzt. Im Augenblick sind die Separatisten nicht in der Lage, die abzuschießen. Wenn Selensky weitermacht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Russen sie abschießen werden. Erdogans wird es freuen, kann er doch gleich neues Gerät liefern. Und Putin könnte unter Beweis stellen, dass Drohnen keine Gefahr für seine Armee darstellen. Das einzige Problem sind die Amerikaner und Europäer, die nach jeder abgeschossenen Drohne Sanktionen fordern werden. Eine ziemlich heikle Situation für Putin – er kann die abtrünnigen Ukrainer, von denen viele bereits russische Staatsbürger sind, nicht im Stich lassen. Das würde als Zeichen der Schwäche gewertet werden. Offen einzugreifen geht auch nicht. Dann fühlten sich Röttgen und Co aufgefordert, gegen Russland vorzugehen. Da bleibt nur, der Welt den Eindruck zu vermitteln, dass die Separatisten sich selbst verteidigen könnten. Damit bleibt der Status des Gebiets unverändert. Das Problem wird aber nicht gelöst.

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Lieber Frau Gasnjet als Herrn Brexit

Wenn es in jedem Land nun Usus werden sollte, dass bei den Wahlsiegern Politiker zu finden sind, die sich anschicken, irre Ideen in die Tat umzusetzen, dann sind die Deutschen mit Baerbock alias Frau Gasnjet noch gut bedient – lieber mit den Europäern leben und frieren, als von ihnen abgeschnitten zu sein und bibbern zu müssen. Dass man sich in Europa erwärmen kann, hat der Blog letzte Woche in Italien erfahren dürfen – Sonne pur und Temperaturen über 20 Grad. Fürs Wandern in der Cinque Terre war es fast schon zu warm. Noch mehr als das Wetter haben ihn die Italiener überrascht – die sind deutscher als die Deutschen. Alfred Tetzlaff, der notorischste Italienhassser, den der Blog kennt, hätte seine helle Freude, wenn er erleben könnte, wie streng italienische Schaffner die Impfausweise kontrollieren. Wäre der Blog mit ihm gefahren, hätte er die beiden Kontrolleure, deren Auslesegeräte mit dessen papiernen Ausweis nichts anzufangen wussten, aufgefordert, ihn aus dem Zug zu schmeißen. (Wider Erwarten hat es mit dem Auslesen bei der dritten Kontrolle geklappt, so dass der Blog nicht in Erwägung zu ziehen braucht, sich ein Smartphone zuzulegen – ein guter Drucker tut es auch.) Die Schaffner waren so fleißig, dass sich der Blog ärgert, keinem von ihnen den Tipp gegeben zu haben, für die nächste Lohnrunde doch Herrn Weselsky als deren Verhandlungsführer zu engagieren. Damit reißen die guten Nachrichten noch nicht ab – sollte Frau Gasnjet wirklich, so wie in der Zeit gefordert, Außenministerien werden, können jene, die im Homeoffice arbeiten, unbesorgt von Italien aus ihrer Arbeit nachkommen, denn so wie hierzulande die Renten sicher sind, ist dort dank langfristiger Verträge mit Gasprom die Versorgung gesichert. In diesem Jahr haben die Russen sogar mehr geliefert. Man muss also nicht unbedingt nach Sizilien oder auf eine Insel, die noch näher an Afrika liegt, ziehen, um den Winter einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Ein Zimmer gleich hinter dem Brenner tut es auch.

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„Nightjet“ – jede Schneewehe ist willkommen,

auch wenn sie nur wenige Minuten Schlaf verspricht. Vielleicht hätte schon die Vorstellung, über den „Nightjet“ wird sich ein Blizzard auftun, der den Zug zum Stehen bringt, mir geholfen, dem Geholperre und Geruckele sowie der Geräuschkulisse zu entkommen. (Als spartanischer Handynutzer wäre mit nicht anderes als eine gespenstische Ruhe in den Sinn gekommen.) Einmal weg, bleibt nur, darauf zu hoffen, dass der Fahrer nicht allzu schnell scharf bremsen muss. Wer dann auf der Seite liegt, der rutscht nach vorne Richtung Bettkante. (Mir ist nicht bekannt, wie viele schon aus ihren Kojen geflogen sind. Man kann aber ein Sicherungsnetz festzurren, was eine Bruchladung unmöglich machen sollte). Alleine die 12 regulären Stopps auf der Fahrt von München nach Mailand bedeuten, 12 mal wach werden zu können. (Die 12 ist eine magische Zahl auf der Strecke – die Zugfahrt dauert 12 Stunden.) Hinzukommen die Halte vor den Signalen. Da mir während der Fahrt der Gedanke, dank des vielen Schnees würde die Lok bald festsitzen, verwehrt blieb, kann ich nicht sagen, ob ich überhaupt ein Auge zugemacht haben. Schlafforscher meinen, wir würden die Zeit, von der wir denken, wir wären in der wach gewesen, überschätzen. In Wirklichkeit hätten wir viel länger geschlafen. So werde ich auch ein eingenickt sein. Jedoch nicht lange genug, um die zwölf Stunden im „Nightjet“ nicht als wahres Martyrium zu empfinden. Da kamen schon einige Fragen auf. Wie will Poirot in diesem Lärm gehört haben? Was hat Agatha Christie da zusammengeschrieben? Hat sie nie eine Fahrt im Schlafwagen mitgemacht? Oder waren die Züge, die vor mehr als 80 Jahren gebaut wurden, leiser? Die Schneewehe hat alles „beantwortet“. Der „Nightjet“ ist etwas für Leute, die überall und zu jeder Zeit schlafen können. Für Chinesen, denen nachgesagt wird, sie könnten jederzeit und überall einnicken, wäre der Zug ideal. In Deutschland können ihn gerade einmal jene 20 Prozent Erwerbstätigen, die keine Schlafstörungen haben, nutzen. Das sind immerhin noch ein paar Millionen. Bis aus dem Abenteuer eine Sache wird, die man genießen kann, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Wenn die Industrie es schafft, Liegen zu bauen, auf denen die Bewegungen, die der Zug macht, kaum zu spüren sind, könnte das Konzept eine große Zukunft haben. Wenn das nicht geht, bleibt wohl nur, „Rastplätze“ für Schlafwagen einzurichten. 5 Stunden sollten es schon sein. Nur eines scheint mir ausgeschlossen zu sein – ein Klo für jede Kabine wird es wohl nie geben. Dank meiner Wahl mit „Nightjet“ sind laut der Rechnung 169 kg Kohlendioxid nicht in die Luft geblasen worden.

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Die Mangelwirtschaft ist wieder zurück

Und der Blog würde sich nicht wundern, wenn Lindner uns in einer Selbstverständlichkeit, die nur ihm eigen ist, als Minister bald verkündete, die Mangelwirtschaft gehöre zur Marktwirtschaft wie der Islam zu Deutschland. Was während des Streits der Systeme als ein Hauptgrund für das Scheitern des Ostblocks angesehen wurde, könnte er als zu einem Merkmal des Systems deklarieren. Vor Corona hieß es noch, der Markt sei in der Lage, jeden Bedarf zu vernünftigen Preisen zu decken. Das scheint nun nicht mehr der Fall zu seine. Vermutlich hat das damit zu tun, dass man die Waren unter immer mehr Menschen aufteilen muss. Immer mehr Leute können sich Dinge, die vor 20 Jahren nur den Siegern des Kalten Krieges vorbehalten waren, leisten. Wenn die asiatischen Staaten höhere Erdgaspreise als die Europäer zahlen, dann sind sie auch in der Lage, für andere Dinge viel Geld hinzulegen. Gut möglich, dass sie damit nicht heizen, sondern daraus Produkte herstellen, so dass die Kosten weitergeben werden können. Dass in der Postcorona-Zeit die Ära der Mangelwirtschaft anfangen könnte, hat sich niemand vorstellen können. So wie auch kein Berliner auf die Idee gekommen wäre, aufgefordert zu werden, 4 Stunden vor dem Abflug am Flughafen zu sein. Einmal Chaos, immer Chaos. Der Flughafen wird seinen schlechten Ruf einfach nicht los. Lt. der Medien sei Personalmangel und die Unerfahrenheit der Beschäftigten Gründe, warum es nicht wie erwartet läuft. Die Ansicht, in den Dienstleistungsberufen könne jeder schnell durch einen anderen ersetzt werden, hat das Virus Lügen gestraft. Nichts ist mehr so wie früher. Der Einzelne mag austauschbar sein. Verlassen aber die Leute in Scharen ihre Arbeitsplätze, wird es eng. Während sich der „Chaosflughafen“ aber Hoffnung auf bessere Zeiten machen kann, hat es Halle arg erwischt – unser Oberbürgermeister hat sich mal wieder kräftig verzockt. (Da der Blog lange nicht über ihn berichtet hat, hier der neueste Stand – in der Zwangspause, die ihm das Gericht auferlegte, machte er seinen Rettungsschwimmer. Weil er kurz vor dem Schluss der Saison ins Rettungswesen noch eingestiegen ist, ärgert sich der Blog, dass er keine Kinder hat. Denen hätte er mit großer Freude ein sofortiges Badeverbort erteilt.) Besonders der unnötige Abriss der Eissporthalle kommt der Stadt nun teuer zu stehen – die Mangelwirtschaft hat die Kosten in die Höhe getrieben. Für den Neu- bzw. Erweiterungsbau ist kein Geld mehr da. Zweitligaeishockey wird die Stadt nie erleben. Man hätte die alte Halle behalten sollen. Unser Oberbürgermeister wusste es aber mal wieder besser.

PS: Am Mittwoch geht es weiter.

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Kein Platz für Merkalgiker – Merkel auf einem Pferd!

Wäre dem Blog die Idee gekommen, Merkel auf ein Pferd zu setzen, würde er dies als Alarmsignal, irgendwann als Merkalgiker zu enden, auffassen. Nicht so der Künstler, dem dies in den Sinn gekommen ist – statt sich zu kasteien, hat er sie wirklich auf einen Unpaarhufer gehoben. Dann hat er auch noch den 3D Drucker, der die Reiterin Merkel fabriziert hat, so programmiert, dass selbst ein Pony unsere Kanzlerin tragen könnte – es ist schon schlimm genug, sich als Merkalgiker zu outen. Aber muss er sie gleich verklären? Will hier jemand als Wegbereiter einer Merkel-Nostalgiewelle in die Geschichte eingehen? Wenigstens ist sie nicht im Stil des Alten Fritz auf ihrem Pferd unterwegs, sondern sitzt auf ihm, die Hände eine Raute bildend, was der gedruckten Plastik hyper-quijotische Züge verleiht.Während der wenigstens noch etwas erlebt hat, sitzt Merkel nur auf ihrem unterforderten Pferd (die Rasse soll sich vorzüglich zum Westernreiten eignen) und schaut Richtung Osten – Merkel auf Wacht in der Oberpfalz. Immerhin besser, als an der Wolga Wache schieben zu müssen. Mehr scheint der Mann, der Merkel zur Reiterin gemacht hat, nicht von ihr erwartet zu haben. Vermutlich denken viele Menschen so wie er. Dass dies so bleiben könnte, liegt in der Natur des Menschen, der oft nicht den Verursacher schlechter Dinge abstraft, sondern jene, die ihm die Mitteilung überbringen. Genau mit ihrem Abtritt prasseln die schlechten Nachrichten, die sie mit zu verantworten hat, über uns ein. Wie eben der befürchtete Preisanstieg für Energie, der für Erdgas ziemlich heftig ausfallen dürfte. Angesichts knapper Vorräte und hoher Preise bleibt nur zu hoffen, dass uns in diesem Winter eine sibirische Kältewoche erspart bleibt. Und wenn sogar ein uralt Fossiler aus Russland nicht ganz zu unrecht über Deutschlands Klimapolitik spotten kann (trotz zehnmal höherer Energiepreise werden hierzulande 27 Prozent der Energie aus Kohle gewonnen, wären es in seinem Heimatland nur 12 sind), dann hat Merkel auf ihrem Pferd die richtige Pose eingenommen. Das heißt aber noch lange nicht, dass uns die Merkalgiker erspart bleiben.

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Wer sich rar macht, der gewinnt beim Wähler

Der einzige, der verstanden hat, wie die Wähler ticken, scheint Scholz zu sein – während vor der Wahl gilt, so oft wie möglich im Fernsehen zu sein, heißt es nach dieser, sich nur so oft wie nötig in der Öffentlichkeit zu zeigen, so dass jene, die es partout nicht schaffen, mal einen Tag keine Erklärungen abzugeben, die Chance haben, sich mit Erklärungen, die nur Journalisten interessant finden, unbeliebt zu machen. Will er warten, bis FDP und Grüne vor Kraft nicht mehr laufen können? Es scheint, als seien beide berauscht von sich selbst. Erst hat die SPD noch auf schnelle Verhandlungen gedrängt. Nun scheint sich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass es besser ist, zuzuschauen, wie beide im Höhenrausch von einer Pressekonferenz zur nächsten torkeln. Und die Wähler schauen auch mit zu. Wenn der Blog es nicht besser wüsste, wäre er der Meinung, wegen dieses Spektakels müsse sich Scholz in den Urlaub, den er einem Ort verbringt, wo er nicht zu erreichen ist, verabschiedet haben. Seit zwei Tagen ist er nämlich von der Bildfläche verschwunden. Nach einer Wahl, die zwei Koalitionen zulässt, ist das recht lang. Vielleicht ist er auch gerade dabei, sich auf Koalitionsverhandlungen vorzubereiten. Das bringt mehr als in eine Kamera zu lächeln. Den Blog würde es nicht wundern, wenn beide als Block in die Verhandlungen gehen – derart abgestimmt, dass Scholz keine Chance hat, einen gegen den anderen auszuspielen. Das ist wohl das hochgelobte Kieler Modell. Was in der Provinz funktioniert hat, ist auch für Berlin gut. Noch ist es aber nicht soweit. Erst einmal geht es darum, was aus den „roten Linien“ werden soll. Jeder Partei hat welche. Im Unterschied zum Wähler, der keine Hemmungen hat, über eine „rote Linie“ zu gehen, achten die Parteien penibel darauf, dass niemand auf sie tritt oder sie gar überschreitet. Geht es nach diesen Linien und den daraus resultierenden Versprechen, dann käme nur Rot-Grün oder Schwarz-Gelb in Frage. Brechen alle die Regeln oder nur eine Partei? Genau weiß das keiner. Noch kann sich Scholz verstecken. Lange aber nicht mehr.

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Der (fossile) Auto-Bond sagt Goodbye

Wenn die Gretas den Auto-Bond als Anachronismus empfinden müssen und das Viertel der Erstwähler, die die FDP gewählt haben, mit Vergnügen hinter den Lenkrädern der Marken, mit denen Bond unterwegs ist, sitzen würde, dann ist der Blog froh, dem Jungwähleralter entronnen zu sein – er findet findet Craig, der es immerhin geschafft hat, zum ersten Mal mit seinem Aston vor einen einem Bahnhof zu halten (das ausgerechnet in Italien, das nicht gerade für seine Eisenbahnen berühmt ist) einfach nur super. Das liegt sicherlich auch an der Zeit – wäre der Film wie geplant im November 2019 in die Kinos gekommen, hätte der Blog sich nur von Bond verabschiedet. Heute, knapp 2 Jahre später, kann er sich nicht des Eindrucks erwehren, mit dessen Abschied könnte auch eine Epoche zu Ende gehen – „Keine Zeit zu sterben“ ist ein Abgesang auf den Auto-Bond, der in einer Welt lebt, die es bald nicht mehr geben wird (in einem gewissen Sinne sind wir alle Bond). Es ist, als ob man die Filmrollen in ein Weinfass mit dem Hintergedanken gelegt hätte, ihm möge es wie dem Wein ergehen – je älter, desto besser. Da wegen der Zwangspause die Technik, mit denen der Film aufwartet, veraltet sein könnte, hatte der Spiegel schon vermutet, was wir dort zu sehen bekämen könnte etwas verstaubt und antiquiert wirken. Diesen Eindruck hatte der Blog nicht. Alles scheint auf dem neuesten Stand. Und da die Bonds nie den Eindruck vermittelt haben, sie seien in die Dinge, die ihnen Ihre Majestät zur Verfügung stellt, verliebt (sie haben so viele Autos zu Schrott gefahren, dass sich niemand mehr die Mühe macht, sie zu zählen), ist das auch nur etwas für Technikfreaks. Diesmal scheint die Gefahr, die Bond ausräumen muss, sogar realistisch zu sein – es gilt, den Herd einer Infektionskrankheit auszuschalten (in Wuhan spielt der Film aber nicht). Viel Wert wird im Film auf das Zwischenmenschliche, das in den bisherigen Filmen nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat, gelegt, sozusagen als Wiedergutmachung alter Sünden. Einiges ist jedoch nicht selbsterklärend – so ist Blog der Meinung, dass man Psychologie studiert haben muss, um das Verhalten von Craigs Partnerin einschätzen zu können. Selbst der größte Frauenversteher dürfte da an seine Grenzen kommen. Egal – der Auto-Bond hat erst einmal ausgedient. Kommt nun der Öko-Bond? Es wäre der Serie zu wünschen. In den 3 Jahren soll der E-Aston auf dem Markt sein (bitte keinen Tesla). Besser wäre es natürlich, wenn er zukünftig die Bahn nehmen würde. Und wird Bond eine Frau sein? Vor seinem Kinobesuch war er skeptisch. Nun ist er aber unbedingt für eine Frau in der Rolle.

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Nach der Wahl ist vor der Wahl,

seit gestern gilt das nicht mehr, denn es heißt nun, nach der Wahl ist Söder, was die Sache für die SPD nicht einfacher macht – sie muss unter allen Umständen dem designierten König „Olaf“ die Krone verschaffen. Ansonsten droht der Absturz auf das Niveau von vor drei Monaten. Kein Wunder, dass es dem Franken leicht fällt, Scholz zum Sieg zu gratulieren. Möge er an den Grünen und den Liberalen scheitern Und Jamaika gleich mit. Ist der Weg für Neuwahlen frei, zieht er sein Ludwig II. Kostüm im Glauben an, dieses Outfit würde ihm mehr Würde und Aura verleihen, so dass sich die vielen Anrufer, die ihn darum bitten, der neue Kandidat der Union zu werden, genötigt sehen, ihn noch eindringlicher auffordern, anzutreten. Der Blog würde sich nicht wundern, wenn sie Söder in einer Sänfte zum Rednerpult trügen. Pech für Altmeier, Brinkhaus und Co., wenn er sich entschließen sollte, die Rede aus dem bequemen Gefährt, mit dem man klimafreundlich unterwegs ist, zu halten. (Auch Laschet muss mal Glück haben). Aber sie haben ja noch einige Monate Zeit, sich im Fitnessstudio auf die Aufgabe vorzubereiten. So schlecht, wie die Medien meinen, steht die Union nach ihrer historischen Wahlniederlage nicht da, zumal mit ihm der Osten auf einem Schlag wieder Schwarz wäre. (Wer wissen will, wie die Menschen in den Taliban light Gegenden in Sachsen und Thüringen ticken, sollte sich jetzt auf den Weg machen, dies zu erkunden. Im nächste Frühjahr könnte es zu spät sein.) Das Problem für Scholz ist, dass sich sowohl die Grünen als auch die FDP eine Wahl im Frühjahr leisten können, seine Partei jedoch nicht. Beide müssen nicht um Stimmen fürchten. Ihr Problem ist, dass Söder sich aussuchen kann, mit wem er koaliert. Wer glaubt, er kann nur mit den Gelben, der irrt. Der geübte Baumumarmer kommt auch mit den Grünen klar. Vermutlich wären die für ihn sogar die bessere Option – da Bayern keine Kohle hat, kann er gut den Klimakanzler geben. Für „Die Linke“ wäre eine Wahl in geraumer Zeit der Supergau – die Partei müsste sich ins Windeseile erneuern, was so gut wie angeschlossen ist, da ausgerechnet jene, die die Schlappe zu verantworten haben, zu denen gehören, die im Bundestag bleiben dürfen (wie bspw. Riexinger und Kipping, die es geschafft hat, in der Öffentlichkeit den Eindruck aufkommen zu lassen, die Partei würde sich nur um Flüchtlinge kümmern).

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Lässt der Wahlkampf Merkel besser aussehen?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen im Wahlkampf erging. Nun bin ich froh, dass er vorbei ist und ich es geschafft habe, mir meine Freude darüber, dass Merkel nicht mehr Kanzlerin sein wird, zu bewahren. Vor der Kakophonie der Argumente, die den Anschein vermittelt haben, für jede Meinung gibt es eine Partei, die sie vertritt, so dass selbst Freaks kein Problem haben, eine zu finden, habe ich geglaubt, Merkel würde wie Friedrich II. enden, über dessen Abtritt (damals musste man noch sterben, um aus dem Amt zu scheiden) Mirabeau schrieb, „kein Gesicht, das nicht Aufatmen und Hoffnung verrät, kein Bedauern, kein Seufzer, kein Wort des Lobes“. Da es für die Union erst rapide nach unten ging, nachdem sie ihren Kanzlerkandidaten kürte, war im Frühsommer schon klar, dass sie noch einmal ins Amt gewählt worden wäre, wenn sie sich entschlossen hätte, wieder anzutreten, und das sicherlich mit dem besten Ergebnis in ihrer Kanzlerinnenkandidatenlaufbahn. Als Königin, die man alle vier Jahr wählt, wollte sie wohl nicht in die Geschichte eingehen. Und wie bei Kohl will sie dann keiner gewählt haben. Geschichte wiederholt sich. Ich muss aber zugegeben, dass der Wahlkampf meine Einschätzung, Merkel habe als Kanzlerin wenig zustande gebracht, gehörig ins Wanken gebracht hat. Sie hat nur das umgesetzt, was bei der Bevölkerung ankam. Und dann hat sie sich nicht gescheut, erst getroffene Entscheidungen zurückzunehmen, wie eben die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke, aus der sie angesichts der Bilder aus Fukushima ausstieg, was die Mehrheit der Wähler begrüßten. Ob die von vielen herbeigesehnte Streitkultur, die unter Merkel angeblich abgewürgt wurde, mehr erreicht, wird sich ab Montag herausstellen. Dann haben wir hier italienische Verhältnisse. Aber auch in Italien gilt, dass man nur das hören will, was man möchte. Für das Klima bedeutet das nichts Gutes – die nächste Regierung wird gerade einmal einen schnelleren Ausstieg aus der Kohle hinbekommen. Mehr Klimaschutz wünschen die Wähler nicht. Wer will schon auf Bahn und Bus umsteigen, wenn er bequem mit dem Auto zur Arbeit fahren kann? Das Personal, das sich zur Zeit hauptamtlich mit Politik beschäftigt, lässt nicht hoffen, daran etwas ändern zu können. Aber vielleicht entschließt sich Greta, bei einem „Klima-Schurken“ zu studieren. Dann wäre freitags immer etwas los im Land. Sie hätte das Zeug, die Deutschen zu missionieren. Nun heißt es aber erst einmal, die beiden Tagen, an denen kein Wahlkampf ist, zu genießen. Eigentlich sind es nur 42 Stunden. Pünktlich nach 18:00 Uhr geht der morgen nämlich wieder los. Bei dem sind wir aber nicht gefragt. Diesen Wahlkampf machen die Parteien unter sich aus.

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Der Tundra können nur noch Mammute helfen

So schnell kann es mit dem Klimawandel gehen – während vor knapp 80 Jahren die Deutschen aufgefordert wurden, Pelze und Wollsachen zu spenden, damit die Soldaten nicht in der Sowjetunion erfrieren, sind heute lebende Spenden gefragt, die dazu beitragen, die Temperatur des Bodens der Tundra niedrig zu halten – Russland braucht Pflanzenfresser, die dafür sorgen, dass sie bleibt, was sie ist, nämlich eine Grassteppe. Die Bilder der Siebenkämpferin, die ihr Pferd partout nicht davon überzeugen konnte, mir ihr die Hindernisse im Parcours anzugehen, lassen vermuten, dass das Tier besser in Sibirien aufgehoben wäre, als sich vor aller Welt herumkommandieren zu lassen. Lt. eines Berichts des Independents haben zwei Russen es geschafft, in dieser unwirtlichen Region Ziegen, Kamele und Pferde anzusiedeln (ob Springpferde auch dieses Klima vertragen können, weiß der Blog nicht zu beurteilen). Die Neuankömmlinge haben dafür gesorgt, dass in dem Gebiet, in dem sie leben, der Boden 2,2 Grad Celsius kälter als in der Umgebung ist. Dieser Erfolg hat vermutlich dazu beigetragen, dass es amerikanischen Wissenschaftlern gelang, 15 Millionen Dollar, mit denen sie eine Mammut klonen wollen, aufzutreiben. Ohne die scheint es nicht möglich zu sein, die Tundra zu bewahren. Bezeichnend für das Russland unter Putin ist, dass der Staat so tut, als ob ihn die Sache nichts angehen würde – das Projekt, einen Pleistozän-Park zu errichten, ist noch zu Zeiten der Sowjetunion vom Großvater des Autors genehmigt worden. Geld gibt es nicht, denn im Kreml träumt man von riesigen Waldgebieten, deren Holz sich prima verkaufen lässt. Da bleibt nur der Westen, die Zimovs mit Geld zuschütten müsste. Leute, die das Klima retten wollen, an ihrer Arbeit zu hindern, dürfte selbst Behörden schwerfallen, deren Kreativität sich oft darauf beschränkt, ausgefallene Begründungen, auf die ein Durchschnittsbürger nie kommen würde, für Verbote und Restriktionen zu finden. Könnten die Deutschen nicht ein paar von ihren Kühen nach Sibirien schicken? Von denen haben wir ja viel zu viele. Kälte scheint ihnen nichts auszumachen. Die Frage ist, ob sie im Winter gewillt sind, unterm Schnee nach Gras zu scharren. Der Blog hat da so seine Zweifel. Die würden wohl verhungern. Da bleibt wohl nur, die Zoos zu schließen und den Pferdesport in die Tundra zu verlegen.

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