Planet of Apes – die Erde braucht eine Auszeit

Die Apes sind wieder da – nun fast ausschließlich unter sich, und der Blog müsste heucheln, wenn er behauptete, er habe eine Spezies vermisst, auch wenn nur zwei Menschen mitmachen durften. Keiner zu viel, jedoch auch keiner zu wenig. Natürlich hilft es, dass Hollywood seine Blockbuster so inszeniert, dass man nach wenigen Tagen Mühe hat, die Handlung zusammenbekommen. Liegt der Film Jahre zurück, bleiben meistens nur noch wenige Szenen im Gedächtnis. Der Blog hat das Glück, sich nur noch an eine erinnern zu können – in der ist ein Riesenschrei, der bewaffnete Männer erschaudern lässt, zu hören. Das muss Cäsar gewesen sein, dessen Leiche am Anfang des Films nach gutem alten Affenbrauch verbrannt wird, Generationen vor den Apes, die wir zu sehen bekommen. Die ist auf der Suche nach Eiern, die Adler in ihren Horsten gelegt haben – auf der Spitze von Wolkenkratzern, die nur noch aus Stahlträgern, auf denen Bäume und Pflanzen prächtig gedeihen, bestehen. Die sehen so aus, als habe die Natur sie erschaffen. (Ob die Bewohner, die in den begrünten Hochhäusern Mailands leben, das zum Ansporn nehmen, ihre Wohnungen ähnlich aussehen zu lassen, wagt der Blog zu bezweifeln.) Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Auszeit, die die Menschen der Erde unfreiwillig gewährten, ihr gutgetan haben. Alles gedeiht prächtig. Leider können wir ihr die im richtigen Leben nicht bieten. Wohin nur mit uns? Angesichts der düsteren Szenarien, die Klimaforscher im Guardian ausmalen, würde es den Blog nicht wundern, wenn sich Leuten finden, die ein wenig nachhelfen, die Erde wieder so wie früher aussehen zu lassen. Wegen AI hält der Blog das Szenario, das die Filme mit den Apes kennzeichnet, für nicht ausgeschlossen. Neben beeindruckenden Bildern und einem Plot mit recht originellen Einfällen macht das Ende Appetit auf die Fortsetzung – die könnte richtig spannend werden. Dann wieder mit Menschen, die, so ist zu vermuten, nichts gelernt haben.

Wollen die Russsen wirklich in Charkow einrücken? Es ist zu früh, diese Frage zu beantworten.
Der Blog hatte gedacht, die Russen würden nicht wieder im Norden einrücken. Lt. russischen Bloggern hätten sie die erste Linie durchbrochen. Andere sollen folgen. Das die viel schwieriger zu knacken seien, ist zu vermuten, dass man in Kreml nicht die Absicht hat, zu testen, ob die Verteidigung so gut wie die Surovikin-Linie ist. Vermutlich will man es den Ukrainern schwerer machen, Belgorod zu beschießen. Im Donezk hat das funktioniert. Es werden kaum noch Angriffe gemeldet.

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„Propalästinensischer Aktivist“ – ein neues Schimpfwort?

Es wird ziemlich kostspielig, wenn man für den Frieden in Gaza auf die Straße gehen will – da praktisch jeder, der sich auf einer Kundgebung, die zum Ziel hat, das rabiate Vorgehen des israelischen Militärs an den Pranger zu stellen, blicken lässt, von den Medien als „propalästinensischer Aktivist“ – ein Wort, das von vielen als Schimpfwort angesehen wird – abgestempelt werden kann, empfiehlt der Blog, neben der palästinensischen auch die israelische Fahne zur Demo mitzubringen, beide am besten an einem Stiel, der sich gabelt. Und natürlich sollten die beiden Flaggen die gleiche Größe haben, so dass erst man erst gar nicht in Verdacht gerät, die Ereignisse in Gaza zum Anlass zu nehmen, unbeschwert seinen Antisemitismus ausleben zu können. Das ist mit viel Aufwand verbunden, aber im Augenblick die einzige Möglichkeit, nicht von den Medien gescholten zu werden. Der Abstammung wegen kann man als Deutscher kein palästinensischer Aktivist sein. Der Blog ist sich ziemlich sicher, dass die Deutschen nicht erfreut wären, wenn man morgen in den Zeitungen lesen könnte, wegen des überschwänglichen Feierns prodeutscher Aktivisten nach dem Sieg der Borussia sei es in Paris zu schweren Krawallen gekommen (gerade fiel das 0:1, das Weiterkommen ist nun zum Greifen nahe, hoffentlich ohne prodeutsche Randalierer). Alter schützt vor Torheit nicht, heißt es. Ein „propalästinensischer Aktivist“ möchte der Blog nicht mehr werden. Für die Uni ist er zu alt. Angesichts der sinnlosen Härte, mit der die Israelis in Gaza vorgehen, kann er das jedoch nicht ausschließen – wegen ein paar Hamas-Leuten, die, wenn sie clever sind, längst vom Untergrund aus agieren, wird die Bevölkerung von einer Ecke des Streifens in den anderen geschickt. Militärisch macht das überhaupt keinen Sinn. Die Leute, die man haben will, sind längst abgetaucht. Reine Schikane. Großmannssucht scheint auch im Spiel zu sein – man will der Welt zeigen, dass man sich alles leisten kann. Israel braucht keine Konsequenzen zu fürchten, andere aber schon. Das könnte schlimm enden.

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Warum wollen alle unbedingt auf See?

Eine Seefahrt, die sei lustig, heißt es, was der Blog aufgrund der Kürze seiner Überfahrt voll bestätigen kann – der Blick aufs offener Meer aus seiner Kabine suggerierte ihm, Korsika müsse noch weit entfernt sein, so dass er sich noch einmal umdrehen könne. Umso überraschter war er, als er im Restaurant feststellte, dass die Fähre bereits vor dem Hafen kreuzte. Wer für nur eine Nacht in See sticht, dem ist es egal, auf welcher Seite des Schiffes er untergebracht ist. Wäre das Schiff entlang der italienischen Küste getuckert, hätte er das große Los gezogen, da er sich über eine mangelnde Aussicht nicht beklagen hätte können. Wer vom Norden kommt, ist Backboard am besten aufgehoben. Der Boom der Kreuzfahrtschiffe ist ein Phänomen – aufgrund der Anordnung der Kabinen müsste nach jeder Fahrt die Hälfte der Passagiere unzufrieden sein, ja wegen der eintönigen Sicht – ständig das Meer zu sehen kann mit der Zeit auch nerven – sogar Geld zurückfordern. Angesichts des Verkaufs zusätzlicher Aktien beim Börsengang Vikings muss man annehmen, dass es den Passagieren egal ist, von welcher Seite sie hinausblicken, wenn das Schiff in See sticht. Dabei sein ist alles, wie bei den Olympischen Spielen, zwar ohne Wettkämpfe, dafür aber mit dem Gefühl, den Urlaub in einem olympischen Dorf, das schwimmt, verbringen zu dürfen. (Die Spiele sollten zukünftig nur in Städten, die einen Hafen haben, ausgerichtet werden. Das spart Geld und ist gut für die Umwelt.) Und ein Manko hat der Blog ausgemacht – wenn man kein Zimmer mit Balkon hat, muss man etliche Treppen steigen, um an der frischen Luft sein zu können. Zu Glück gibt es Fahrstühle, die einen zum Dach des Schiffes bringen, von wo man in alle Richtungen gucken kann. Dort oben wäre der Blog wohl der ganzen Tag, müsste er eine Seereise mitmachen. Zum Glück wird man dazu nicht gezwungen. Da lt. CNBC es billiger sei, seinen Urlaub auf einem Schiff statt in einem Hotel zu verbringen, kann der Blog sogar ganz froh über den Trend sein – die Seetouristen sorgen zusammen mit den Campern dafür, dass die Hotelpreise nicht noch weiter nach oben schnellen. Macht weiter so.

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Was man am 1. Mai so alles machen kann

Der 1. Mai – einer der wenigen Feiertage, an denen alles geht, darum dieser von den meisten sehr geschätzt wird, auch weil er als stressfreier Tag gilt. Früher war das natürlich noch ganz anders – damals bestand der Stress darin, sich zum richtigen Zeitpunkt von der Maidemonstration zur verdrücken. Zu früh zu gehen konnte missverstanden werden, bis zum Ende mitzulaufen wollte man jedoch auch nicht. Die Zeiten sind längst vorbei – heute demonstriert kaum noch jemand, was den einen oder anderen Altgewerkschaftler und -Kommunisten Tränen in die Augen treiben dürfte. Dass das Marschieren am 1. Mai nicht so populär wie das Sitzen unterm Tannenabend am Heiligabend wurde, liegt an den Erfolgen, die die Gewerkschaften in ihren Glanzzeiten erzielten. Die Christen haben da eine andere Strategie – Weihnachten funktioniert so gut, weil es nicht satt macht. Spätestens in der Vorweihnachtszeit wird der Hunger nach dessen, was das Fest mit sich bringt, entfacht. Vermutlich würden wir den 1. Mai heute noch auf traditionelle Art und Weise begehen, wenn früher den Leuten mehr geboten worden wäre, bspw. Freibier oder tolles Essen. Aber der Blog will nicht klagen. Es gibt so viele Möglichkeiten. Man kann z.B. in den Harz fahren, um die Walpurgisnacht, die ja in den ersten Tag des Mais hineingeht, zu feiern. In Bayern kann man die Leute beim Stehlen des Maibaums beobachten (um nicht enttäuscht zu werden, empfiehlt sich, vorher die Regeln zu studieren – dem Blog wäre das zu langweilig). Oder man fährt in Städte, in denen man sich mit der Polizei raufen kann. In diesem Jahr scheinen jedoch die Krawalle auszufallen (liegt vermutlich an der Gentrifizierung der Krawall-Stadtteile). Etwas Spezielles hat Moskau sich für seine Einwohner und Gäste einfallen lassen – da kann man ab Morgen sich erbeutetes Militärgerät, vornehmlich aus dem Westen, anschauen. Fast alle Waffen sind intakt. Die große Ausnahme sind die Abrams – den gibt es nur in der ausgebrannten Version (lt. russischer Blogger wird der gerade zum Ausstellungsgelände gefahren). Im Augenblick scheinen die Russen voranzukommen, was sie vor allem den Fehlern, die die Ukrainer und deren westliche Berater gemacht haben, verdanken (siehe alte Beiträge über die sinnlose Offensive). Keiner hat Lust, sich verheizen zu lassen. Was vor ungefähr mehr als einem Jahr, als Putin verkündete, der Donbass samt Kherson gehörten zu Russland, als töricht und anmaßend erschien, stellt sich nun als klug heraus – vielen sehen nicht ein, ihr Leben für dieses Gebiet zu opfern. Der Kreml täte gut daran, die Grenze nicht zu überschreiten. Ein Vordringen tief ins Hinterland würde wohl eine neue Welle des Patriotismus hervorrufen. Die kann Moskau überhaupt nicht gebrauchen.

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Auf dem Weg nach Korsika die Gangway vermisst

Selbst Franz von Assisi wäre neidisch, würde er noch leben – der Blog war auf Korsika, wo ihm dutzende Tiere zuliefen, so dass die Autofahrt zu einer Safari wurde. Während der Hinfahrt stoppten ihn mehrmals Ziegen, auf der Rückfahrt begegnete er einem auf der Leitlinie spazierenden Esel, dessen Blick, als er an ihm rechts vorbeifuhr, erkennen ließ, dass er sich erhoffte, der Blog würde anhalten, das Fenster herunterfahren und ihm etwas zu fressen anbieten (Franziskus an seiner Stelle hätte sicherlich seine letzte Schokolade geopfert), wenig später dann noch Kühen, von denen nur das Kalb in Aufregung geriet. 30 Minuten vorher fraßen sich Schweine und Ferkel am Straßenrand satt. Idylle pur, auch wenn zig Biker hinübersetzten, womit der Blog schon beim einzig etwas unangenehmen Abschnitt der Reise wäre – wer zu Fuß nach Korsika will, der kommt nicht umhin, den Eindruck zu gewinnen, als sei er ein Reisender zweiter Klasse. Mit einem Terminal nebst Zugangsbrücke, die einige Häfen, die darauf spezialisiert sind, Kreuzfahrtschiffe abzufertigen, vorweisen können, hatte er nicht gerechnet, mit einer Gangway, die einen separaten Zugang ermöglicht, jedoch schon. Stattdessen muss man nach einem langen Anmarschweg die Laderampe nehmen, zusammen mit den Motorrädern und Autos. In Bastia muss der Fußgänger, wie in den Flughäfen auch, noch durch eine Sicherheitskontrolle samt Schleuse, was vermuten lässt, die französischen Sicherheitsbehörden müssen glauben, dass die Terroristen sich die Überfahrt in einem Sprengstoffauto nicht leisten können. Aus ökologischer Sicht wäre es sinnvoll, würden die Reedereien es Touristen, die per Bahn nach Korsika reisen, leichter machen.
Ist der Hafen, den die Navy in Gaza baut, das Symbol für den Beginn der absoluten Weltherrschaft der USA? Wenn ein Land einem Verbündeten erlaubt, ein dicht besiedeltes Gebiet platt zu machen, um sich nach dessen Zerstörung als Retter inszenieren zu können, spricht vieles dafür. Dass die Welt dem traurigen Spektakel tatenlos zuschaut, verdankt der Westen wohl auch Blinken, der, da ist sich der Blog sicher, ruchloseste Außenminister, denn die Staaten je hatten. Der Mann, der so seriös daherkommt und meistens mit nichtssagenden Aussagen glänzt, scheint ein knallharter Verhandlungspartner zu sein. Nachdem er die arabischen Staaten mundtot gemacht hat, ist er nun dabei, die Chinesen dazu zu bringen, ihre Unterstützung für die Russen einzustellen.

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Der Freimann wäre die ideale Halle für Taylor Swift

Geht jemand während eines Taylor Swift Konzerts Bier holen? Angesicht der Unsummen, die vor allem Zuschauer, die abends vom Veranstaltungsort nicht mehr wegkommen, zu löhnen haben, muss man sich schon überlegen, ob es Sinn macht, sie wegen eines schnöden Biers für einige Minuten aus den Augen zu verlieren. Im Freimann muss man diese Sorge nicht haben – angesichts zweier Verkaufswagen und eines Klos vor der Halle hatte der Blog Schlimmes befürchtet, was sich ein wenig später als völlig unbegründet herausstellte, denn schon nach einigen Metern drin wurde ihm klar, dass dies ein besonderer Veranstaltungsort sein muss – hier verliert man nur in den Klos den Blickkontakt zu den Künstlern auf der Bühne. Ein idealer Ort für Swift-Fans, was sie sicherlich anders sieht, müsste sich doch mindestens ein Jahr lang jeden Abend dort auftreten, um auf die Zuschauerzahlen, die ihre kommende Tour aufweist, zu kommen. Die Simple Minds kamen nur für eine Vorstellung nach München, wo das Publikum nach Aussage des Sängers wilder als in Berlin, Frankfurt und Hamburg sei. In der Tat, im Freimann ging es zu, als seien die Fans, die ganz nahe vor der Bühne standen, nicht älter als 18 oder 20 Jahre alt. Da die Abendzeitung meint, die Zuschauer seien schon 1991 in der Olympiahalle dabei gewesen, kann dies als Zeichen, dass sie sich gut gehalten haben, gedeutet werden. In der bayerischen Metropole lebt man eben gesünder als bspw. in Berlin, wo die Zuschauer schon nach dem ersten Lied schlapp machen. Oder erst gar nicht in Stimmung kommen, was auch vorkommen kann. Da der Blog auch zu denen gehört, die übernachten müssen, braucht er erst einmal eine Pause – übernächsten Freitag ist er zurück, sofern nicht ein übereifriger Politiker dies verhindert (im Augenblick muss man mit allem rechnen). Während gestern noch alle wegen des Angriffs der Iraner auf Israel in heller Aufregung waren, haben sich heute die Gemüter ein wenig beruhigt. Interpretiert der Blog die Überschrift eines Artikels richtig, dann schickten Iraner ihre alten Fluggeräte, um sie von den Israelis verschrotten zu lassen, was angesichts der Kosten, die die Abwehr verursacht hat, auch eine Art von Vergeltung ist. Billige Drohnen und Raketen gegen teure Abwehrgeschosse – ein Hase und Igel Spiel. Unter diesen Umständen ist klar, warum Biden und Macron gegen Vergeltungsmaßnahmen sind.

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So einfach wird es für Höcke nicht mehr

Ein Duell, das kaum einer gesehen hat, über das aber alle berichten – wohl aus Angst, dass wegen der BSW eine Albtraum-Koalition, die den Konservativen den Schlaf raubt, Thüringen reagieren könnte, ist der Welt das Risiko eingegangen, Höcke, der der Volksverhetzung bezichtigt wird, ins Studio zu holen. Dass sich das als Coup herausstellen sollte, dürfte selbst jene, die auf die Idee kamen, ihn gegen den CDUler Voigt antreten zu lassen, überrascht haben. Die Topleute der anderen Parteien täten gut daran, dafür zu sorgen, dass nun auch für Höcke die alte Fußballregel, nach dem Duell ist vor dem Duell, gilt. Sofern er denn noch Lust hat, wieder in einen Redestreit zu treten, denn im Herbert-Roth-Land hat sich die Welt verkehrt – er kann jetzt für ein gewisse Zeit jenen, die früher partout sich nicht mit ihm sehen lassen wollten, eine Abfuhr mit der Begründung, nun hab er keinen Bock mehr, erteilen. Wie lange er vom Auftritt in der Welt zerren kann, hängt von seinen Konkurrenten ab. Die täten gut daran, ihn herauszufordern, und das am besten so schnell wie möglich. Die Auseinandersetzung hat nämlich gezeigt, dass der Mann schlagbar ist. Wagenknecht hätte sicherlich keine Probleme gehabt, dessen Ansichten über Steuern und Entwicklungshilfe als völlig weltfremd zu brandmarken. So einfach wie gestern wird es nie mehr, was dessen Erfolg nicht im geringsten schmälert, jedoch muss er viel mehr tun, um Rot-Rot-Rot zu verhindern. (Unser Verkehrsminister plant, die Ampeln an Sonntagen so leuchten zu lassen. Nur für die Arbeit soll man das Auto noch nutzen dürfen, was ganz im Sinne Lindners ist, der gefordert hat, dass die Deutschen mehr arbeiten sollen.) Alles hat seinen Preis, selbst aus der Schmuddelecke herauszukommen bringt nicht unbedingt nur Vorteile. Brecht das schon viel als der Blog gewusst. Immerhin wird der Wahlkampf jetzt richtig spannend. Der Ausgang ist völlig unsicher. Nur eines scheint sicher zu sein – die FDP schafft es diesmal nicht wieder in den Landtag.

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Dürfen die Omas den Sommer nun auf der Alm verbringen?

Angesichts der Hitzewellen, die kommen sollen, wäre die Alm aus medizinischer Sicht wohl der perfekteste Ort, Omas, die darauf bestehen, dort zu leben, wo die Temperaturen noch halbwegs erträglich sind, übersommern zu lassen. Im Augenblick müssten sie sich den Platz noch mit großen Vierbeinern teilen. Aber vielleicht tut sich dank des Urteils, das der Internationale Gerichtshof für Menschenrechte heute verkündet hat, für Almbauern eine neue Einnahmequelle auf – sie verpachten ihr Land an Immobilienunternehmer, die in die Hänge Sommerunterkünfte für Alte setzen, die man, um der Umwelt nicht zu schaden, im Herbst wieder zurückbauen kann. Zwar wird die Temperatur in den höheren Lagen auch um mehr als 1,5 Grad steigen, jedoch fühlt sich das da oben nicht so krass wie tief unten im Tal an. Ob ihre Männer (falls es die noch geben sollte) auch mit in die Höhe dürften, kann der Blog nicht sagen. Nach dessen Rechtsverständnis müssten sie dafür klagen – höchst zweifelhaft, dass sie das tun würden. Die Omas nennen sich natürlich nicht Omas, sondern Klimaseniorinnen, die den Eindruck vermitteln, dass sie nicht zu denen gehören, die am stärksten unter einer Hitzewelle leiden, auch wenn Untersuchungen das Gegenteil besagen. Dem Blog scheint, als gehörten sie zu denen, die am ehesten in der Lage wären, eine Hitzewelle zu überstehen. Wie dem auch sei – viel wird sich nicht ändern. Selbst wenn sich der Mehrheit der Bevölkerung auf Gerichtsbeschlüsse, die besagen, dass ihre Regierung nicht genug gegen die globale Erwärmung getan habe, berufen könnte, wäre es höchst zweifelhaft, dass dies Politiker veranlassen würde, entschiedener gegen den Klimawandel vorzugehen. Angesichts des Tempos, das die Gerichte beim Urteilsverkünden vorlegen, wäre es eh zu spät. Da bleibt nur, zu hoffen, dass die viel gescholtenen Aktivisten weiterhin für spektakuläre Aktionen sorgen. Der Beschluss sollte ihnen Auftrieb geben.

Echo & The Bunnymen – von den alten Bands, die der Blog bisher gesehen hat (CMAT ist die Ausnahme), sind sie am weitesten von ihren Glanzzeiten entfernt, sowohl stimmlich als auch vom Arrangement. Der Blog hat auch wieder sein Lieblingslied vermisst. Das war auch besser so.

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75 Jahre NATO – angesichts deren Performance

kommt man in Versuchung, zu glauben, der Osten hätte den Krieg gegen den Bund samt NATO gewonnen – auf der rechten Rheinseite, mit freien Blick auf den Dom, sieht der Blog, wie die Russen über den Fluss setzen. Uns Ostler hat man nicht gelassen, weil man fürchtete, wir könnten desertieren, wenn wir Meissner begegneten. Den Soldaten der Sowjetarmee konnte der Klerus nichts anhaben. Würde man das nachts träumen, wäre beim Erscheinen des streitbaren Breslauers, der natürlich seine Kampfgarnitur trägt, der Schlaf beendet. Und damit auch jedwede Spekulation über den Verlauf eines Krieges, der gottlob nicht stattgefunden hat. Als der Blog diente, war das natürlich ganz anderes – nur das Stammpersonal hat geglaubt, dass die NVA ebenbürtig sei. Binnen weniger Monate ist der NATO nun der Lack abhanden gekommen – fast so, als sei man durch ein Feuer gefahren. Die nun schwarze Karosserie macht nicht mehr viel her. Statt sich am Asowschen Meer auf den Sommer zu freuen graben sich die Ukrainer in Städten, die am Rande des Donezbeckens liegen, ein. Dabei war von Beginn an völlig klar, dass die Offensive, die lt. Kujat in Wiesbaden geplant wurde, misslingen würde. Zu glauben, dass sie Russen am Ende seien, wenn sie sich zurückziehen, so chaotisch es auch aussehen mag, war immer schon der großer Fehler aller, die gegen sie gekämpft haben. Die größten Nutznießer ist der Kreml selbst, dessen jetzige Offensive die Strategen im Westen mit ihrer unsinnigen Idee, die Landverbindung zur Krim abzuschneiden, erst ermöglicht haben. Wer weiß, dass er nicht so viel Munition und Material wie der Gegner liefern kann, der hält sich zurück. Nun sollen Drohnen richten. Angeblich hätten die Ukrainer schon welche, die bis in den Ural fliegen können. Neue Gräben, die mit bestem Holz ausgekleidet werden (die Ostkarpaten – das neue Schottland?), sollen jetzt die Russen aufhalten. Dabei weiß niemand, ob sie dort, wo jetzt gegraben und gebaggert wird, überhaupt angreifen werden. Im Augenblick sieht es nicht so aus, als ob Moskau Selenskyi den Gefallen tut, einen Korridor, der ermöglichen soll, die russischen Orte vor Angriffen besser zu schützen, östlich Charkows zu einzurichten. Mit dem Angriff würden die Parlamente endlich die Hilfspakete, die Kiew so dringend braucht, beschließen – das in Windeseile. Nie war die NATO größer, nie war sie schwächer. Sie hat sich von der Ukraine abhängig gemacht. Da ist noch genügend Potential, den Krieg zu verschärfen. Die Russen haben so richtig noch gar nicht angefangen.

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Stop Making Sense macht doch Sinn

Der Blog würde sich wundern, wenn Deutschland sich um 180 Grad gedreht hätte – nach der Katastrophe in Tschernobyl war die Panik in der Bevölkerung so groß, dass Leute bei der Strahlenschutzkommission anfragten, ob nahe Verwandte, die lange im Regen saßen, nicht den Friedhof verstrahlen würden, wenn sie plötzlich stürben. Ob von dem Frachter, der seit knapp einem Monat mit angereichertem Uran an Bord in Rostock liegt, für eine ähnlich große Gefahr ausgeht, kann der Blog nicht sagen. Die Ladung ist für die Staaten bestimmt. Wegen eines Ruderschadens lief es den Hafen an. Der deutsche Zoll lässt es nun nicht mehr hinaus. Da heute erst die Zeitungen darüber schreiben, ist nicht ausgeschlossen, dass sich noch eine Bürgerinitiative, die das Auslaufen des Schiffes fordert, bildet. In Abwandlung des Konzertfilms der Talking Heads (Stop Making Sense – läuft gerade frisch aufbereitet im Kino) könnte deren Motto Stop to make sense lauten. Natürlich macht die Gruppe genau das Gegenteil von dem, was der Titel vermuten lassen könnte – ein genau durchgeplantes Konzert, was im Gegensatz zu einem normalen sich dadurch unterscheidet, dass während der Vorstellung die Bühne aufgebaut wird, was keinen Sinn zu machen scheint. Das mag stimmen. Da alles aber perfekt zusammen passt, macht Stop Making Sense eben doch Sinn. Ein Zeit-Puzzle, jeder Stein muss zur rechten Zeit am richtigen Ort sein. Anspruchsvoller und komplizierter geht es wirklich nicht. Kein Wunder, dass die Gruppe später keine Lust mehr hatte, Konzerte zu geben. Das war denen einfach zu langweilig (vor allem Byrne hatte keine Lust mehr). Aber zurück zu den Deutschen, die alles, was sie irgendwie verstrahlen könnte, entschieden ablehnen. Bis jetzt war es jedenfalls so. Hat der Krieg sie toleranter und risikofreudiger gemacht? Haben sie die Angst vor den Folgen abgelegt? Die nächsten Tagen werden zeigen, ob sich die Deutschen geändert haben. Sollte sich nichts tun, sprich niemand protestieren, wäre es zu früh, daraus zu schlussfolgern, der Deutsche fürchte auch die Atombombe nicht mehr. Zur Kriegstüchtigkeit würde es vermutlich aber immer noch nicht reichen. Ukrainische Frauen erweisen sich als kriegstüchtig (obwohl der Blog das eher für einen Aprilscherz hält) – weil Ehefrauen es satt hatten, zu sehen, wie sich ihre Männer vor dem Krieg drückten, meldeten sie die beim Wehrkreiskommando, wofür sie eine Auszeichnung erhalten haben.

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