Kriegsschiffe vom Band – ein schlechtes Omen?

Die beiden Male, in denen ein Land, das Kriegsschiffe nur vom Hörensagen kannte, plötzlich seine Energie darauf richtete, so viele Ungeheuer aus Stahl wie nur möglich zu bauen, mündeten in Weltkriegen, was natürlich nicht automatisch bedeutet, dass ein dritter anstehen müsse,wenn Staat wieder dem Wahn verfällt, hochseefähige Überwasserkampfschiffe am Fließband zu produzieren. Nachdenklich macht es aber schon, lesen zu müssen, China habe in diesem Jahr einen neuen Weltrekord aufgestellt – 23 Kriegsschiffe liefen dort vom Stapel. Ab der Korvetten wurde gezählt. Raketenboote oder Minensucher hat man weggelassen, ebenso Versorgungsschiffe. Unterm Kaiser hieß es noch, eine starke kaiserliche Marine würde gebraucht, um Deutschland einen Platz an der Sonne zu sichern. Warum Chinas Kommunisten so viele Ressourcen verschwenden, lässt sich nur erahnen. Vielleicht um ihre maritime Seidenstraße, die vom Südchinesischen Meer über die Straße von Malakka bis nach Indien, Afrika und in die beiden Golfs reicht, zu sichern? Bisher lief es auf der Route auch ohne Kriegsschiffe. Oder wollen sie etwa eine Taiwan-Blockade starten? Da müsste Trump ihnen erst einmal den Gefallen tun, dort amerikanische Raketen zu stationieren. Oder planen sie, die Amerikaner aus dem Pazifik zu verdrängen? Oder haben sie gar die Absicht, Los Angeles zu erobern? Dann wäre es Zeit für Spielberg, „2021“ zu drehen. (Der deutsche Filmtitel würde „2021 – Wo bitte geht‘s nach Hollywood“ heißen). Wegen der vielen neuen chinesischen Kriegsschiffe sieht es ganz danach aus, als würde den Anrainerstaaten des Pazifiks ein Wettrüsten, das noch viel schlimmere Ausmaße als jenes im Kalten Krieg annehmen könnte, bevorstehen. Gott sei Dank bleibt Europa draußen vor, was in erster Linie am genialen Putin liegt, der nur Kriegsgerät entwickeln lässt, das man nicht zerstören kann, wie bspw. seine neuesten Hyperschallwaffe, die, rein theoretisch, von Kaliningrad nach Berlin gerade mal etwas mehr als eine Minute braucht (bei Mach 25). Seit gestern ist sie einsatzbereit. (Im Falle ihres Einsatzes wäre es ein Frevel, die Bevölkerung mit Sirenen zu warnen.) Die Russen haben noch mehr von diesen Hightech-Waffen auf Lager. Warum also, wie von Trump und Stoltenberg gefordert, mehr Geld in die konventionelle Waffen stecken, wenn der Russe überhaupt nicht die Absicht hat, selbst zu kommen?

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