Kein Versailles! Vielleicht Mar-a-Lago? Oder Budapest?

Für ein Land, über das viele sagen, es sei im Begriff, den Krieg zu verlieren, darf die Ukraine die zweitstärkste Armee, die Europa zu bieten hat, unterhalten – hätte die Entente die Deutschen in Versailles so großzügig bedacht, wäre der Führer gleich nach seinem Machtantritt in den Krieg gezogen. 100.000 im Heer sowie 15.000 in der Marine wurden den Deutschen zugestanden. Flugzeuge, U-Boote und Waffen durfte man nicht haben. Dass die Russen der Ukraine 600.000 Mann zugestehen, kann nur darin liegen, dass sie glauben, nach einem Frieden wird sich angesichts der hohen Verluste niemand mehr finden, der für die Nachfolger Selenskyjis kämpfen will. Auch wird kein Geld vorhanden sein, eine so große Armee zu finanzieren. Immerhin hat man aber die Chance, große Teile der Armee zu retten, vorausgesetzt, man akzeptiert, was Trump fordert. Bis Donnerstag soll Selenskyi Zeit haben, den Deal anzunehmen. Denkt er, so wie der Blog lange vor ihm, er könne wie Mussolini enden? Oder kommt ihm Trotzki in den Sinn? Jene, die angesichts der Schmach, die droht, Durchhalteartikel schreiben, brauchen sich nicht für die Verluste, die mit hoher Wahrscheinlichkeit als sinnlos und damit ungerechtfertigt angesehen werden, zu verantworten. Wenn er Glück hat, werden die beiden Festungsstädten, von denen die Sicherheit des Landes abhängen soll, eingekesselt, wie das in Breslau der Fall war. Dann bräuchte man wenigstens keine Truppen nachzuschieben, so wie das monatelang in Pokrovsk geschehen ist. Sieger haben schon bessere Verträge gemacht, Versailles eben, oder immense Reparationszahlungen auferlegt, denen die Stadt, in der der Blog lebt (Halle), ihre schönen Häuser zu verdanken hat (Gründerzeit). Das schaut eher nach einem Westfälischen Frieden aus. Da die Russen wissen, dass den Europäern früher oder später nicht anderes übrig bleibt, als mit russischem Geld Waffen für die Ukraine zu kaufen, werfen sie gleich 100 Milliarden Dollar in einen Wiederaufbautopf. Das ist allemal besser, als dafür sorgen zu müssen, eine Armee, die irgendwann nur mit russischen Geld finanziert werden kann, auszubluten. Während man sich in der Ukraine Hoffnung machen kann, dass zerstörte Anlagen und Häuser wieder aufgebaut werden, ist es höchst unwahrscheinlich, dass das Donbas wieder im alten Glanz erstrahlen wird. Bis die Spuren des Krieges im Norden verwischt sind, dürfte es Jahrzehnte dauern. Ein Wiederaufbau würde mangels Menschen, die dort leben wollen, überhaupt keinen Sinn machen. Wenn es kein Versailles ist, wird es vielleicht ein Mar-a-Lago. Oder ein Budapest. Ein Ort ist gesucht, an dem man Putin nicht festnehmen kann. Der bleibt vermutlich ein Angeklagter. Im Papier ist nichts über ihn zu finden.

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