Für „Backrooms“ braucht man kein Architekturstudium

Ein Turm aus einer anderen Welt, aber wenigstens muss man nicht fürchten, dort in ein Labyrinth wie jenem in „Backrooms“ zu geraten, es sei denn, man leidet unter der Vorstellung, die Obamas könnten darauf bestanden haben, Falltüren einzubauen (für ihre Feinde) – steht man auf einer, öffnet sich die und man rutscht in den Keller, wo einen ein Irrgarten, aus dem es kein Entrinnen gibt, erwartet. Wenn man Glück hat, ist es dort so hell wie in „Backrooms“ (die Lichtkosten dürften selbst für einen Ex-Präsidenten unerschwinglich sein). Im Nachhinein wäre es besser gewesen, wenn sich der Blog auf den Film vorbereitet hätte – um die Story zu verstehen, hilft es, sich ein leeres Einkaufszentrum vorzustellen. Dieses wird als „liminaler Raum“ bezeichnet, vollgepackt mit Menschen ist die Shopping-Kathedrale nur ein Junkspace – Abenteuer, die man in der Kino-Architekturhölle zu sehen bekommt, werden einem in einer gut gefüllten Mall nicht Widerfahren. Nichtsdestotrotz wäre der Blog im Koloss von Chikago vorsichtig – lieber eine Stunde vor der Schließung das Haus verlassen, als dort eingeschlossen eine Nacht in der Furcht verbringen zu müssen, Frau Merkel zu begegnen. Die wurde nämlich zur Eröffnung eingeladen.
Während die Amerikaner auf ihren Verbündeten, wie der Blog andeutete, Druck ausüben, sich zu mäßigen, machen die Europäer keine Anstalten, Selenskyj zu bremsen. Man hat eher den Eindruck, als würden sie ihn noch anfeuern, nach dem Motto, den Krieg gewinnt derjenige, der die eindrucksvollsten Bilder liefert. Aus Sicht der hiesigen Berichterstattung konnten die Bildfrequenzen, in denen Rauchschwaden über Moskau aufstiegen, besser gar nicht sein. Auch wenn der Blog riskiert, als Spielverderber angesehen zu werden, muss hinzugefügt werden, dass einige Säulen nicht ganz koscher waren – obwohl nichts Entzündbares getroffen wurde, sollen abgeschossene Drohnen sofort nach dem Aufprall in Flamen gestanden haben. Um den Eindruck zu erwecken, ein Ziel getroffen zu haben, vermuten die Russen, dass sie Heizöl geladen hatten. Im Propagandakrieg hat der Westen in dieser Woche viele Punkte machen können. An der Front aber nicht. Die Russen haben die Ukrainer in Kostyantyvka fast eingeschlossen. Es soll noch ein paar Widerstandsnester geben. Ein Rückzugsbefehl hat keiner von denen, die da im Schlamassel sitzen, erhalten. Angesicht vieler Videos, in denen zu sehen ist, wie Selenskyj „Werber“ Zivilisten in ihre Autos ziehen („Busification“), müssten den Generälen langsam die Soldaten ausgehen, die das mit sich machen lassen.

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