Bestimmt wäre Angela Rayner noch im Amt, müssten Politiker sich einem Procedere unterziehen, das das Ziel hat, Verstöße aufzudecken, die der Wähler nicht toleriert. Aus Filmen weiß der Blog, dass die Berater ihre Dienstherren auf Herz und Nieren prüfen, was bei denen gar nicht gut auskommt. Wenn es ganz schlimm kommt, bringt der Politiker die Person, die ihn gnadenlos quält, um, so wie es bei Colombo, der es mit einem Abgeordneten zu tun hatte, der noch vor der Wahl seinen Vertrauten umbrachte (natürlich wurde er gewählt). Da Rayner nicht die erste Ministerin ist, die zu wenig Steuern zahlte, liegt es auf der Hand, zu anzunehmen, dass Starmer nichts aus den Fehlern, die seine Vorgänger gemacht haben, gelernt hat. Macht macht blind, und ausgerechnet Farage, der immer noch glaubt, der Brexit sei ein Erfolg, ist der größte Nutznießer der Laxheit Starmers. Seine Reform-Partei liegt in den Umfragen vor Labour. Die hiesigen Politiker dürfte es kaum trösten, dass die AfD von ähnlichen Skandalen nicht profitieren konnte. In Sachsen-Anhalt liegt sie auch ohne Steuerhinterziehung, die, das muss fairerweise angefügt werden, nicht vorsätzlich begangen wurde, von Mitgliedern der Landesregierung weit vor der CDU, die auf 27 Prozent kommt, während die Truppe um Weidel 39 erreicht. Macht macht blind, auch hier? Irgendwie schon – wer als Ministerpräsident 13 Monate vor Wahl erklärt, nicht mehr als Spitzenkandidat antreten zu wollen, der setzt sich dem Verdacht aus, er habe die Bodenhaftung verloren, auch wenn er 71 ist. Aus unerfindlichen Gründen bleibt er trotzdem der beliebteste Politiker des Landes. Was auch damit zu tun hat, dass die meisten nur ihn kennen. Die Umfragewerte müssten Haselhoff eigentlich dazu animieren, seinen Platz sofort freizumachen, so dass sein Nachfolger, den er selbst bestimmt hat, ein Jahr bleibt, sich beweisen zu können, was natürlich viel zu kurz ist. Es ist aber so gut wie ausgeschlossen, dass er nächste Woche sein Amt aufgibt. Sollte das nicht geschehen, kann die AfD sich nur selbst aus dem Rennen werfen. In England würde man darauf wetten können. Da Politiker nicht den Eindruck erwecken, dass sie wenigstens einmal in der Woche den Artikel über die Macht im Spektrum lesen (der sollte ihre Bibel sein), stehen die Chance ganz gut, etwas rauszubekommen.
Freitag ist immer Kartentag – wieder Prokovsk, wo es langsam eng für die Ukrainer wird. Flinke Füße sind angesagt, nur raus, das so schnell wie nur möglich.
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