Die Macrons – eine schrecklich nette Familie

Was wäre die Woche ohne die Macrons? Deren Handgemenge hinter offener Tür wirft natürlich die Frage auf, ob die Leute, die die beiden begleiten müssen, eine Erschwerniszulage erhalten – so eine Art Schmerzensgeld für alles, was sie auf den Reisen zu sehen bekommen, denn peinlich ist das nur für jene, die sich das wegen ihres Berufs anschauen müssen. Wer mit den Macrons fliegt, der sollte einen Platz am Rand der Tragflächen wählen, von wo die Chancen, etwas mitzubekommen, äußerst gering sind. Auf der Gangway war alles schon wieder vergessen. Wer glaubt, sie waren auf einem Urlaubstrip, der irrt – ausgerechnet in Vietnam, wo Frankreich seine schmerzlichste Niederlage als Kolonialmacht hinnehmen mussten, ist ihnen das passiert. Mit vielen Opfern auf beiden Seiten. Vielleicht ein gutes Zeichen – es scheint, als ob der Kolonialkrieg keine Rolle mehr spielt, auch weil die Franzosen sich danach schnell zurückzogen. Mehr als 70 Jahre ist das her. So schnell werden die Wunden in Gaza nicht verheilen. Wenn jemand auf die Idee kommt, den Führer und Netanjahu als Liebespaar zu karikieren, dann kommt die Kritik des Kanzlers am Vorgehen der Israelis, für das er viel Lob erhalten hat, viel zu spät. Für den Blog war schon nach wenigen Tagen klar, dass sich „Bibi“ nach Den Haag bombardieren würde. Aber was nützt ein Haftbefehl, wenn niemand in festnehmen will? Unvorstellbar, dass in einer Zeit, in der man im Internet verfolgen kann, wie in China ein Sack Reis umfällt, den Palästinensern ein ähnliches Schicksal wie den Armeniern drohen kann – statt langer Todesmärsche sind permanente Ortswechsel mit der Begründung, dass dort bald geschossen werde, weil Hamas dort sei, angesagt. Zu allem Überfluss lassen die Israelis keine Lebensmittel rein. Wäre Israel nicht mit dem Westen verbündet, könnte den Palästinensern nur eine Flotte helfen – so wie in Werfels Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“, in dem ein Flottenverband der Alliierten die überlebenden Armenier herausholt. Die Sixth Fleet vor Gaza? Wohl kaum, nach dem Fiasko mit den Pontons im vergangenen Jahr. Sanktionen wird es nicht geben; von Massendemonstrationen, die die Einstellung der Kampfhandlungen verlangen, ist das Land weit entfernt (der Blog hat noch Scholz’ Bemerkung, die einzige Demokratie könne nichts falsch machen, in Erinnerung). Bevor das passiert, wird sich jemand finden, der sagt, Trump sei Moses (der hatte auch graue Jahre), darum folgt ihm nach Libyen.

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