Die Heimatfront braucht einen Kälteteufel

„Wer auf andere mit dem ausgestreckten Zeigefinger zeigt, der deutet mit drei Fingern auf sich selbst“ – gehört der Spiegel wegen des Bildes, das sein neuestes Heft ziert, nun auch zu jenen, denen er an den Kopf knallt, Populisten zu sein? Lafontaine ist einer. Seine Frau natürlich auch. Und wegen seiner guten Chance, Macron viele Wähler abzujagen, ist auch Mélenchon noch schnell vom Blatt aus Hamburg zu einem Populisten erklärt worden. Nun haben dessen Layouter Putin zum Kälteteufel gekürt, der den Teufel, den die Bibellaien in der Hölle vermuten, alt aussehen lässt, so dass die meisten, wenn sie die Wahl hätten, lieber in der Hölle schmoren würden, als im Eis eingeschlossen zu sein (da der Blog sich an einen Film, in dem Funez, der im Nordpol 50 Jahre lang als verschollen galt, aufgetaut wurde, erinnern kann, würde er sich für den Kälteteufel entscheiden). Populistischer geht es nun wirklich nicht. Natürlich gibt es einen Grund, weswegen das Magazin sich entschlossen hat, in puncto Gasversorgung darauf zu verzichten, die Dinge nuanciert und ausgewogen zu betrachten – im Herbst soll es heißen, dass der Spiegel nur das „Sturmgeschütz der Demokratie“ sei, sondern auch das „Sturmgeschütz der Heimatfront“. Da Demokratie und Front sich ausschließen, wird das eine Sturmgeschütz wohl für eine Weile eingemottet werden müssen. Das ist auch gut so, denn der größte Gefahr an der Front ist nicht der Gegner, sondern der Zweifel – eine Armee, deren Soldaten sich fragen, wofür sie in den Krieg ziehen, hat diesen bereits verloren, bevor er überhaupt begonnen hat. Da vieles für eine Heimatfront spricht, kann man nicht früh genug damit anfangen, die Menschen dafür fit zu machen. Noch richten sich jedoch alle Aktivitäten darauf, der Bevölkerung klar zu machen, dass der Kälteteufel der Feind ist. Die Grünen, denen man nachgesagt hat, sie verständen nichts vom Krieg, entpuppen sich als wahre Meister der Feindaufklärung – Habeck muss von seinen Aufklärungstruppen erfahren haben, Putin wolle, dass sich unser Land zerlegt (wenn das kein Grund ist, die „Heimatfront“ zu eröffnen, dann weiß der Blog auch nicht weiter). Baerbocks Späher haben herausgefunden, dass Russland den Hunger als Kriegswaffe benutzen würde. Da es weder in der Ukraine noch in den Ländern, die an sie Waffen liefern, Hungersnöte gibt, muss der Kreml in der Lage sein, einen Mehrfrontenkrieg zu führen, was ihn noch gefährlicher und bedrohlicher macht (das hilft, den Menschen klar zu machen, dass die Heimatfront ein Muss ist). (Lesern, die sich mit dem Wissensstand, den Baerbock vorgibt, zu haben, nicht zufrieden geben, kann der Blog nur empfehlen, einen Artikel Counterpunchs zu lesen – da wird darauf hingewiesen, dass der Krieg das Fass zum Überlaufen gebracht hat.) Richtig interessant wird es für die Menschen erst, wenn sie unter Frontbedingungen leben müssen. Aber keine Angst. Spiegel und Co werden uns täglich Überlebenstipps liefern. Versprochen.

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