Der Zug – von den Promis geschmäht. Warum nur?

Im akademischen Viertel zur Sandmännchenzeit – jetzt weiß ich, warum Merkel unbedingt bis zum Ende ihrer Amtszeit durchregieren wollte. Da für Politiker der Ausschankschluss, der mit einem Zapfenstreich verbunden ist, nicht gilt, kann es nur an den Fackeln gelegen haben. Ohne die scheint bei solchen Anlässen nichts zu gehen. Aber wer hat schon Lust, bis spät in die Nacht zu warten, wenn er die Zeremonie viel früher haben kann? Natürlich ist es auch gut möglich, dass sie an ihrem Amt hängt und Fackeln mag. Letzteres würde mich wundern. Vielleicht ist es der Faible der Deutschen, der sie davon abgehalten, dieses Brimborium zu beenden. Dabei müsste sich gerade eine Christin verpflichtet fühlen, klare Kante zu zeigen. Mal sehen, ob der Hamburger Bürger Scholz den Mut aufbringt, diesen Unsinn endlich abzuschaffen. Der Blog hat nur wegen des „Farbfilms“ geschaut, und das in der Hoffnung, die Bundeswehr möge sich so richtig verblasen. Die haben es zu meinem Erstaunen ganz gut hinbekommen. Merkel ist nun Geschichte, was nicht anderes heißt, dass sie nicht bei, sondern unter uns ist. Angesichts zweier Chauffeure, die ihr als Altbundeskanzlerin zur Verfügung stehen, sowie der Gewissheit, dass sie alles Sehenswerte, was das Land zu bieten hat, in ihrer 16-jährigen Amtszeit gesehen hat, vermute ich, dass sie weiter nahe bei den Menschen bleiben will. Leider scheint das mit mit dem Zug nicht möglich zu sein. Wie auch? Die Menschen wissen doch überhaupt nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie ihr im IC begegnen. Ich würde so zu tun, als würde ich sie nicht kennen. So wie Jacky, der mich, sobald ich das Haus betrat, fröhlich immer fröhlich begrüßte. Umso größer die Enttäuschung, dass er mich völlig ignorierte, als ich ihm und seinem Herren auf der Straße begegnete. Und dann mag es den einen oder anderen geben, der versuchen wird, im Zug für eine Szene nach dem Muster „wer sind Sie denn, ich kenne Sie überhaupt nicht, was sprechen Sie mich überhaupt an“ zu sorgen. Aber das sind wohl eher Ausnahmen. Vermutlich würde Merkel die wenigsten Berührungsängste haben. Ist es Bequemlichkeit? Wer den Zapfenstreich gesehen hat, wird nicht herumgekommen sein, festzustellen, dass ihr ein wenig mehr Bewegung ganz gut bekommen würde. Und die Bahn kann jeden Promi gut gebrauchen.

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