Cactusfestival – das Bier ist wirklich stachelig

Andere Länder, andere Sitten? Wegen der vielen Fahrräder, geschätzt weit über 1000, liegt eher die Vermutung nahe, dass die Brügger dem Trinken nicht viel abgewinnen können, was nicht weiter verwundert, wenn man weiß, dass deren Vorfahren Hanseaten, die als besonders tugendhaft galten, waren. Es übersteigt unsere Vorstellungskraft, Thomas Mann an einen Tisch mit einer Maß Bier vor sich sitzen zu sehen. Das gilt natürlich auch für Grass. Selbst einen Seidel würden sie verschmähen. Mit einem solchen muss sich jeder, der das Cactusfestival besucht, begnügen. Anfangs hat der Blog das noch belacht, sich dann aber schnell daran gewöhnt, was wohl auch am Schatten, den die Bäume des Minnewaterparks spendeten, gelegen haben dürfte. Zudem hatte der Blog nicht das Gefühl, in Kampen zu sein – alleine schon wegen der Ortes ist das Cactusfestival gediegener als andere Freiluftveranstaltungen. Die kleinen Pappbecher runden das Bild nur ab. Wegen des tollen Ambientes ist es dort auch teurer als hier, jedoch sind die Brügger nicht so unverschämt wie Deutsche Bahn, die wegen der hohen Nachfrage für Tickets nach Brüssel zur Hauptverkehrszeit Mondpreise verlangen kann. Der Run ist so hoch, dass bei der DB der Gedanke, wegen baustellenbedingter Umwege Rabatte zu gewähren, gar nicht erst aufkommen kann.
Während 2023 das Getreide der Ukraine die Welt lt. der hiesigen Medien vor einer Hungerkatastrophe bewahrt hat, scheint heute niemand mehr Mais und Weizen aus dem Land zu brauchen. Nirgendwo kann man mehr lesen, dass ohne die Exporte viele Länder aufgeschmissen sein würden. Da sich die Marktlage kaum verändert haben dürfte, muss die mangelnde Nachfrage etwas mit der Fähigkeit des Landes, Drohnen und „Flamingos“ nach Russland zu schicken, zu tun haben. Die Medien haben eine neue Erfolgsgeschichte. Da die Russen gerade im Begriff, Häfen und Schiffe zu zerstören (zwei Schiffe sind heute getroffen worden), ist es nur eine Frage der Zeit, bis man sich im Westen wieder daran erinnert. Oder eben nicht, was angesichts der Politiker, die z.Z. regieren, wohl eher der Fall sein dürfte. Nie waren die Chancen auf eine Lösung des Konflikts so schlecht wie im Augenblick – da man im Westen glaubt, die Russen mit Drohnen in die Knie zwingen zu können, stehen sie bei Null. Niemand will mit Putin verhandeln. Die militärische Lage interessiert niemanden. Nur der Glaube ist wichtig. Der besagt, dass aufgrund der Allianz des Westens Russland zusammenbrechen muss.

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