Auf dem Frachtschiff nach Madrid?

Jeder normale Mensch würde nach Madrid fliegen, aber da Greta kein Normalo ist, sondern ein Ökopopstar, deren Ruhm und Ansehen darauf gründet, das personifizierte schlechte Gewissen der Mainstreampolitiker zu sein, kann ich ihr nur raten, zu versuchen, auf einem Frachter – es gibt zwei Routen, die regelmäßig gebucht werden können – nach Europa zu gelangen (sieh hat um Hilfe gebeten). Damit bliebe, sehr zum Leidwesen der Politiker, ihr Ruf als Ökoschreck gewahrt. Und sollte Trump ihr anbieten, mit ihm in der Air Force One nach Madrid zu fliegen, kann es nur für sie heißen, dankend abzulehnen, auch wenn sie riskiert, beim Gipfel nicht dabei zu sein. Da unsere Politiker, was anzunehmen ist, in Spanien keine Fortschritte hinsichtlich des Klimaschutzes machen werden, muss Greta mit einer bärenstarken Attacke, die möglichst noch krasser als ihre jüngste bei der UNO-Vollversammlung ausfallen sollte, dafür sorgen, dass den dort Anwesenden die Behaglichkeit vergeht. Richtig mulmig müsste ihnen zumute sein, wenn Greta das Podium verlässt. Es sieht nämlich nicht gut fürs Klima aus, auch wenn der hiesige Ausstieg aus der Kohle suggeriert, man sei auf dem richtigen Weg. Was nutzt es, wenn die hier die Tagebaue ihren Betrieb einstellen, wenn anderswo neue eröffnet. Wie bspw. in der Arktis, wo laut des „Barents Observers“ die Russen endlich jemand gefunden hätten, der ihnen die dortige hochwertige Kohle abnimmt – Indien braucht die für seine Stahlindustrie, was die deutsche Ökobilanz, sollte ein Teil der Produktion hierher exportiert werden, ein Stück besser aussehen ließe. Lt. einer jüngsten Untersuchung hat Großbritannien wegen der Importe seinen Kohlendioxid-Emission erheblich aufhübschen können, denn 2007 hat das Königreich 5,1 Tonnen CO2 pro Kopf importiert. (Wenn es für die Deutschen Sinn macht, stolz zu sein, als Exportweltmeister zu gelten, dann wohl den, dank des (hoffentlich) günstigeren Energiemixes weniger CO2 pro Produkt in die Welt als bspw. die Chinesen zu senden.) Vermutlich wäre Madrid schon ein Erfolg, wenn die G-7 Länder und die BRICS-Staaten sich einigen könnten, wem der Kohlendioxid-Ausstoß, der bei Waren, die für das Ausland bestimmt sind, produziert wird, anzurechnen ist. RT, das sicherlich die Interessen des Kremls vertritt, lässt jedenfalls erst gar keinen Zweifel an Russlands Politik, verstärkt in die Gewinnung fossiler Brennstoffe zu investieren, aufkommen. Und es sieht nicht so aus, als ob der Westen in der Lage wäre, Putin von diesem Kurs abzubringen. In Zeiten des Kalten Krieges haben Sanktionen und Strafmaßnahmen Sinn gemacht. Heute hat der Westen seine wirtschaftliche und technologische Hegemonie verloren. Und da Russland bald in der Lage ist, zu bestimmen, was im Netz gelesen werden darf, würde ich mich nicht wundern, wenn Blätter, die sich kritisch über die Umweltpolitik des Kremls äußern, zu denen gehörten, die ausgesperrt werden. Wie eben der „Barents Observer“.

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