Allzeithoch für die Grünen – wie lange?

Wie viel Grad brauchen die Grünen, um an der SPD und der AfD vorbeizuziehen? Sind es 40? Oder gar 43? Fest steht, dass eine in Stein gemeißelte 3, der eine Zahl, die von Tag zu Tag variiert, folgt, die Grünen gerade mal in eine Position, die ihnen immer einen Sichtkontakt zu den Spitzenreitern ermöglicht, gebracht hat. Liefen die Dinge in der Politik nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie jene bei Tour de France ab, wäre es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Grünen an den beiden oben genannten Parteien vorbeiziehen würden. Das neue Ziel hieße dann, bei den nächsten Wahlen Merkel, die weit vorab mit dem Handicap zu tun hat, niemanden zu haben, an dem sie sich orientieren kann, abzufangen. Die Politik ist aber kein Radrennen, wo man stur geradeaus fährt und dabei sich restlos verausgabt. Da reicht oft schon ein Haken, um sich die Verfolger für längere Zeit, manchmal sogar für eine ganze Legislaturperiode, vom Hals zu halten. Wird Merkel am 14.08., ihr erster Arbeitstag nach ihrem Urlaub, in Jena den Ausstieg aus der Braunkohle verkünden? Zuzutrauen wäre es ihr – nach dem Desaster in Fukushima hat sie nur vier Tage gebraucht, um in der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, dass die Tage der Atomkraftwerke gezählt sind. 8 Werke hat sie auf die Schnelle stilllegen lassen. Später setzte sie den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie durch. Seit dieser Entscheidung dümpeln die Grünen bei 8 Prozent herum. Hitze und Trockenheit haben sie nun wieder auf die Überholspur gebracht. Aber für wie lange? Mit der Verkündigung der Stilllegung aller Braunkohlenkraftwerke wäre eine neue Front, die dazu führen könnte, dass an anderen fürs erste Ruhe herrscht, eröffnet. Wen interessiert noch Seehofer, wenn die beiden großen deutschen Braunkohlereviere schließen müssen. (Das hiesige Gebiet ist zum Glück nicht so groß.) Deutsche Autofahrer, von den die meisten eher zur Union als zu den Grünen neigen, brauchen keine Einschnitte zu fürchten – während in Frankreich wegen der Hitze Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten, darf hierzulande dank der Emissionssenkungen auch in den kommenden Sommern weiter gerast werden. (Vermutlich gibt es die Kohlekraftwerke nur, um der Autoindustrie zu ermöglichen, so lange wie möglich teure und überdimensionierte Autos zu bauen.) Und dann böte ein Ausstieg Merkel die Chance, als Klimakanzlerin abzutreten. An für sich ist sie diesen Titel schön längst los, jedoch angesichts des Wohlwollens, das die Medien ihr selbst bei Flops, von denen es viele gibt, entgegenbringen, ist nicht ausschließen, dass sie wieder zu einer wird. Die Grünen können, was ihre Wahlchancen betrifft, nur darauf hoffen, dass Merkel sich nicht bewegt bzw. versucht, die Hitze auszusitzen. So oder so hat es ein Geschmäckle – während nach einer Katastrophe, die in Deutschland nahezu ausgeschlossen ist (es sei den, Grönlands Eis würde über Nacht schmelzen), alle Hebel im Bewegung gesetzt werden, die vermeintlichen Gefahrenquellen außer Betrieb zu nehmen, tut unsere Politiker sich in diesen heißen Tag schwer, uns Auswege aus dem Dilemma aufzuzeigen.

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