Was wäre Wonder Woman ohne schräge Männer

Wonder Woman – von der Erkenntnis, dass ohne Männer der Feminismus öde ist, jedenfalls jener, den die Amazonen pflegen, deren Tagesablauf nur darin besteht, gegeneinander zu kämpfen, um gewappnet zu sein, wenn ihr Erzfeind Ares sie finden sollte. Die sie Witz, Esprit und Leichtigkeit nicht erfunden haben (wegen der vielen Frauen, die heute in den Armeen dienen, weiß ich nicht, ob ich schon als misogyn eingestuft werde, wenn ich behaupte, ohne diese Eigenschaften wären sie nicht Amazonen geworden), bin ich der Regisseurin Patty Jenkins dankbar, dass sie die Jahrhunderte, die sie auf ihrer Insel unbehelligt verbringen, in 20 Minuten zusammengefasst hat – genau dann hat sie nämlich einen Mann auftauchen lassen. Von da wusste ich, meine Geduld würde belohnt werden. Und in der Tat nahm die Geschichte langsam fahrt auf. Diana Prince, die Frau, die niemand stoppt, bekommt nun immer öfter die Chance, das zu tun, was sie am besten kann, nämlich zu kämpfen, und das ausgerechnet gegen kaiserliche Deutsche, die unter Ludendorff planen, mit allen Mitteln den 1. Weltkrieg zu verlängern. Ausnahmsweise ist es mal nicht der Führer, der gegen Diana keine Chance gehabt hätte, nichtsdestotrotz hätte sich im Plot, der absurder nicht sein kann, eine Szene finden können, in der Diana ihm, der damals noch ein Gefreiter war, begegnet. (Obwohl ihr als Tochter des Zeus sofort bewusst ist, welcher Gefahr von ihm ausgehen wird, schafft sie es nicht, ihn zu töten.). Aber auch ohne ihn wimmelt es im Film nur so vor schrägen Typen, die Wonder Woman so nimmt, wie sie sind, wodurch sie mit allen bestens zurecht kommt. Und weil sie nicht versucht, sie umzuändern, gehen die Männer, die sie begleiten, mit ihr durch dick und dünn. Vermutlich ist das der Grund, warum Wonder Woman ein Superhero für die ganze Familie ist. Gäbe es sie im richtigen Leben, würde sie uns zweigen, wie man ein Maschinengewehrnest des ISIS außer Kraft setzt. Leider müssen das die Männer allein tun. Im Augenblick sind sie, allen voran die Allianz um Assad, ganz gut darin. Die Russen sind nämlich auf die Idee gekommen, entlang der kurdischen Front zum Kalifat vorzurücken, und das womöglich noch Richtung Raqqa, was den USA, die den Norden Syriens ganz alleine kontrollieren möchte, nicht gefallen gefallen kann. Zudem hat der islamische Staat einige Vororte der Stadt wieder zurückerobern können. Sollten die Russen tatsächlich deren Führen al-Baghdadi getötet haben, hätten sie ein Prestigeerfolg errungen, den gerne Trump, der dringend Erfolgsmeldungen braucht (die Veröffentlichung seiner Einnahmen wird ihn nicht beliebter machen) für sich in Anspruch genommen hätte. Und da seit rund einer Woche der Iran seine Truppen über den Irak nach Syrien schicken kann, könnte Assad es schaffen, Gebiete unter Kontrolle zu bringen, von denen die meisten dachten, sie seien für immer verloren.

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