Özil – einmal ein schwarzes Schaf, immer ein

schwarzes Scharf, und das ist Özil selbst für Leute, von denen ich gedacht habe, sie würden sich der Treibjagd, die gegen ihn läuft, verweigern, aber wenn selbst der Außenminister bzgl. Özils sich eines Vokabulars bemächtigt, das dessen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen nicht zu fürchten brauchen, muss es um das Land wirklich schlecht bestellt sein – als Multimillionär (wenigstens arbeitetet er noch) hat er ihn bezeichnet. Das ist er auch, und vielleicht gehört er sogar zu jenen privilegierten Fußballern, die schon in einem Monat mehrfache Millionäre werden. Natürlich sollten diese exorbitante Verdienste kritisiert werden. Wenn aber bei Özil wegen seiner Kritik am DFB und an den Medien darauf verwiesen wird, ein in England lebender Multimillionär könne keine Auskunft über die Integrationsfähigkeit in Deutschland geben, kommt schon der Verdacht auf, hier wird mit zweierlei Maß gemessen – wer aufmuckt, der bekommt zu hören, er verdiene zu viel Geld, um als Maßstab zu dienen, während jenen, die schlecht spielen, aber nichts Kontroverses zu sagen haben, die Anschuldigung, ihre Leistung sei so schlecht, weil sie zu viel verdienen würden, erspart bleibt. Vielleicht ist es auch das der Grund, warum sich die deutschen Profis nach ihrem Ausscheiden so reumütig und zutiefst einsichtig gegeben haben. Für Özil ist es nichts Neues, mit dem großen Geld in Verbindung gebracht zu werden – als er von Schalke ging, hat der Verein es mithilfe der Bild geschafft, ihn als geldgierig abzustempeln. Sein Verhängnis war, Schalkes Angebot (leistungsbezogen wohlgemerkt) von 1,5 Millionen Euro nicht angenommen zu haben. Prompt landete der Vertrag bei Bild, die Özil dann als „Raffzahn“ hingestellt hat. In den Schalke-Foren war er jedenfalls nicht sonderlich beliebt, wobei ich eingestehen muss, mich nicht mehr an meine damalige Meinung erinnern zu können. Ich weiß nur, dass ich Özil, den Real völlig überraschend Werder abluchste (eigentlich wusste niemand, warum) irgendwo geschrieben habe, er würde es eher als Khedira bei den Königlichen schaffen. Er wurde so gut in Madrid, dass sich Ronald nach dessen Transfer zu Arsenal sich lauthals beschwerte, von wem denn nun die Zuspiele kommen sollen (ohne dessen Pässe wurde Ronaldo 4 mal Champions League Sieger). Wer im Ausland zum Weltstar wird, ist hierzulande nicht sonderlich beliebt. Bei Schuster war es so. Und Kroos ergeht es ähnlich. Die Litanei, sich nach seinem Wechsel zu den Gunners anhören zu müssen, er rufe sein Potential nicht ab, heißt nichts anderes, als dass er noch besser spielen würde, wenn er in Deutschland geblieben wäre. Eine Rückkehr bspw. nach Schalke ist nun so gut wie ausgeschlossen – Özil wird seine Karriere im Ausland beenden. Mich würde nicht wundern, wenn er für die Türkei aufliefe. Was will er in einem Land, dessen Presse sich erstaunt über das gute Englisch seiner Statements zeigt. Statt sich über dessen PR-Leute zu mokieren, würde ich mich lieber fragen, ob nicht Frau Clooney an den Texten mitgewirkt hat.

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