Mit Maduro einen Sack voller Probleme gekidnappt

Das hat sich Trump sicherlich ganz anders vorgestellt – der Mann, der nichts Geringeres anstrebt, als die Geschichte wie keiner vor ihm zu prägen, will wohl auch der erste Kidnapper sein, über dessen Tat die Menschen noch nach Jahrzehnten ins Entzücken geraten. Ein schier unmögliches Unterfangen, sind Entführer doch nicht sonderlich beliebt bei den Leuten. Agatha Christie hat beschrieben, was passieren kann, wenn deren Namen bekannt werden. Was als einer der größten Coups in die Geschichte eingehen sollte, könnte zu einem der größten Böcke, die je ein Politiker geschossen hat, werden. Natürlich ist nicht das Leben Trumps bedroht, sondern das Ansehen Amerikas. Schon die Uniformen, in die man Maduro und dessen Frau hineingezwängt hat, lassen einen erschaudern (Südstaatenlook aus der Zeit der Sklaverei, was gar nicht zu New York passt). Ein Blick in einen halboffenen Van bekräftigt den Eindruck noch. Der Blog hatte auf einen „Reichstagsbrandprozess“ in Brooklyn gehofft. Der war nach 3 Monaten beendet. So lange braucht es bis zum nächsten Termin vor Gericht. Es sieht ganz danach aus, als ob für Maduro der Schauprozess neu erfunden wurde. Statt interessanter Rededuelle oder dem Niederpöbeln der Angeklagten (Freisler) wird in Big Apple überhaupt nichts passieren, womit man wohl der Welt zeigen will, dass alles normal und fair verlauft. Politisch sieht es danach aus, als ob Trump den Chavez-Anhängern unfreiwillig Ballast abgenommen hat. Die „Altlast“ ist nun in den Staaten. Um wieder eine Attacke fahren zu können, müssen sich Rubio und Co. etwas Neues ausdenken. Besser hätte es für die neue Präsidentin Rodriguez gar nicht laufen können. Da die Leute, die zur Zeit im Weißen Haus das Sagen haben, bis jetzt nicht sehr viel Phantasie gezeigt haben, sollte sich niemand wundern, wenn sie auch bald des Drogenschmuggels bezichtigt wird, was sie locker wegstecken kann. Russen und Chinesen dürfen darauf hoffen, dass Washington sich in Venezuela verbeißt. In Moskau scheint man angesichts des Gebarens Trumps davon überzeugt zu sein, dass es an der Zeit ist, ausgeflaggte Tanker zurückzuholen – an russische traut die Coast Guard sich nicht ran. Mit denen ließe sich das Öl aus Venezuela herausbringen. Die Chance, es irgendwo anlanden zu können, sind wegen Trump nun weitaus höher als vor einigen Tagen.

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