Mit den Abrams geht es bis in den Herbst

Als Pilot in einem Propellerflugzeug auf dem Rückflug zu erleben, mit welcher Leichtigkeit eine V2 an einen vorbeizieht, muss einen Superschock auslösen, den nicht einmal die Erleichterung, wenige Meter am Tod vorbeigeflogen zu sein, mildern kann. Obwohl Oppenheimer das nicht erlebte, hatte er diese Szene in seinem Gedächtnis (angesichts deren Flugbahn – steil nach oben, um dann abzukippen – scheint das unmöglich zu sein). Die Schilderungen eines Piloten haben diese Vorstellung entfacht – als Ausdruck, dass man gegen dieses Ungetüm keine Chance habe. Wer glaubt, die Meldung, im September könnten die ersten Abrams zum Einsatz kommen, würde bei den Russen ähnliche Bilder der Ohnmacht produzieren, ist schwer auf dem Holzweg – dieses Gerät schafft es, noch klobiger als der Leo daherzukommen. Ein Panzer, den man erst recht nicht verfehlen kann. Würden dort nicht ständig Granaten umherfliegen, wäre längst schon ein Reiseanbieter der Versuchung unterlegen, zahlungskräftige Möchtegern-Panzerjäger nach Russland zu locken. Natürlich würde der Abschussgarantie versprechen. Als Ausgleich für die hohen Kosten und die Zeit, die man investiert, kann der Kriegsurlauber die Prämie (in Rubel), die die russische Armee jedem zahlt, der einen Abrams oder Leo zerstört, behalten. Aber die Front ist nun mal nicht der Mount Everest, den heutzutage jeder besteigen kann. Das ist doch einen Tick härter und gefährlicher. Da im Krieg in der Ukraine gilt, nach der neuen Waffe ist vor der neuen Waffe, wird im Oktober kräftig darüber spekuliert werden, welches Gerät nun die Wende bringen muss. Sicher ist nur, dass die Ukrainer die Abrams einsetzen werden, sobald sie die haben, sprich sie werden bis in den Herbst hinein angreifen, koste es, was es wolle (ein Eigentor mit Ansage – typisch für Selenskyj). Den ersehnten Durchbruch, der den Weg zur Krim freimacht, ermöglichen sie jedoch nicht. Es ist auch höchst fraglich, ob die Ukrainer noch einmal die Brücke zur Krim für eine bestimmte Zeit außer Betrieb setzen können. Die Sperrung der Straße von Kertsch für kleine Boote und Jachten lässt vermuten, dass beim letzten Angriff wieder auf das Kommando, das schon die Nordstream Pipeline sprengte, zurückgegriffen wurde (an den Unterwasserdrohnen, die sich kaum orten lassen, scheint nichts dran zu sein). Niemand ist da, der diesen Unsinn beenden könnte.

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