Gibt es sie also doch noch – Kapitäne, die Yul Brunner nacheifern wollen. 26 von ihnen haben es lt. Loyds geschafft, die Blockade der Amerikaner zu durchbrechen. Jene, die geschnappt wurden, sollten sich darüber freuen, dass die vorläufige Inbesitznahme derer Schiffe Marines und Kampfgerät, die woanders nicht mehr eingesetzt werden können, bindet, so dass im günstigsten Fall wegen der zig Frachter, die es unter Kontrolle zu halten gilt, keine neuen Blockadebrecher mehr gestoppt werden können. Da man in Teheran keine Lust zu haben scheint, Trumps Trio Infernal wiederzusehen, bleibt seiner Marine gar nicht anderes übrig, als jedem Schiff, das in den Indischen Ozean fährt, hinterherzuhetzen. Das nennt man Zeit schinden, auch wenn es nicht so aussieht, wie man es vom Fußball gewohnt ist – die Spieler großer Klub wie Real laufen dem Ball natürlich nicht hinterher, sondern sie versuchen, ihn solange wie möglich in den eigenen Reihen zu halten. Von den Optionen, die Trump zur Verfügung stehen, wäre das jene, die den geringsten Schaden versuchen würde. Kein Vergleich zum Plattmachen, das der Präsident häufig in seinen Statements bemüht. Immerhin besteht noch die Möglichkeit, den Iranern ein Angebot zu machen, was die nicht ausschlagen können. Das ist zwar höchst unwahrscheinlich, jedoch nicht ausgeschlossen. Total verfahren ist die Sache für die USA noch nicht, worüber der eine oder andere in der EU die Amerikaner beneidet – während es nicht schwerfällt, sich vorzustellen, dass der Krieg im Nahen Osten enden könnte, erweckt jener, der auf dem alten Kontinent geführt, den Eindruck, dass er als ewiger in die Geschichte eingehen könnte. Während die USA und die Iranern wenigstens noch miteinander sprechen, herrscht zwischen der EU und Russland absolute Funkstille. Und es sieht überhaupt nicht danach aus, dass diese enden könnte. Ganz im Gegenteil, wegen der Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Erdölhäfen – jene in Tuapse waren besonders verheerend – scheint sich der Kreml wegen der Unterstützung Kiews aus dem Westen entschlossen zu haben, zurückzuschlagen – ab Mai soll kein kasachisches Öl mehr nach Schwedt geliefert werden. Für die Region wäre das sicherlich verheerend. Für die Russen ist es ein feiner Unterschied, ob man Waffen an ein Land verkauft oder die bei sich wegen möglicher Angriffe gegen die Fabriken des sich im Krieg befindenden Landes produziert.
PS: Der Blog macht eine Pause. Am 1.Mai ist er wieder zurück.