COP28 – beginnt nächste Woche die Auslaufphase des Fossilen?

Schiffe laufen aus, Badewannen manchmal über, während Tanks, wenn sie ein Leck haben, auslaufen. Wäsche kann einlaufen. Über Zeitungen hieß es, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis sie ausliefen, weil niemand sie mehr lesen wolle. Auf der COP28 möchte die Mehrheit der Teilnehmerländer festlegen, dass Kohle, Öl und Gas des Klimas zu einem Auslaufmodell erklärt werden – höchst wünschenswert, wenn im Hinterkopf nicht der Gedanke wäre, dass der Weg das Ziel sein könnte, sprich der Ernst der Lage es erforderlich macht, solche hehren Vorgaben, die im Augenblick wirklichkeitsfremd erscheinen, zu setzen. Hat Scholz nicht erst vor einem Monat Nigeria zu überreden versucht, Deutschland mit Gas zu versorgen? Immerhin ist die Anlage, die die Verschiffung ermöglichen soll, im Bau. Sollte das klappen, kann man nur hoffen, dass sich die Investition nicht bis zur Einstellung der Förderung, bspw. in 2040, amortisiert (Wasserstoff wäre dann u. U. günstiger). Noch spannender als zu beobachten, wie sich die Preise entwickeln, dürfte sein, zu verfolgen, wem die Schuld gegeben wird, wenn es mit dem Förderungsstopp nicht klappen sollte. Ob die COP28 darauf eine Antwort gibt, wagt der Blog zu bezweifeln. Müssen die Förderländer ihre Produktion einstellen, wenn ihre fossilen Rohstoffe trotz des Verbots noch nachgefragt werden? So genau wird man vermutlich nicht gehen. Wichtig ist wohl, etwas festzulegen, was selbstverständlich sein sollte. Vielleicht müsste man jetzt nicht über den Ausstieg streiten, wenn man das große Kohlendioxidspeicherkraftwerk, das im Osten vorgesehen war, gebaut hätte. Die Schuldenbremse bzw. die Annahme, Unternehmen treffen immer richtige Entscheidungen, haben das verhindert. Die Norweger sind nun dran, die Sache zu Ende zu bringen (lt. Weltspiegel in einem Zementwerk, wo CO2 herausgezogen wird, um es tief unter der Nordsee zu verkippen). Die Hoffnung stirbt zuletzt – da Russland wegen der Sanktionen gezwungen ist, wieder selbst Waren, die man Import hat, zu produzieren, fehlen Arbeitskräfte, was dazu führen könnte, dass den Bergwerken, die praktisch nur für den Export fördern, die Beschäftigten ausgehen. (Eine Aufhebung der Beschränkungen würden dem Land wohl mehr Schaden als deren Beibehaltung oder Verschärfung zufügen). Trotzdem wird der Kreml auf COP28 versuchen, zu verhindern, dass die Fossilen auf die schwarze Liste gesetzt werden.

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