Antwerpen ist immer eine Reise wert,

auch wenn die anders verlief, als der Blog sie geplant hatte – in der Annahme, er sei noch so fit wie vor 30 Jahren, musste er sich vorgestern Abend in Antwerpen eingestehen, dass Nachtfahrten nach einem Tag im Büro für ihn wohl nicht mehr in Frage kommen. Statt CMAT im Roma war Schlaf angesagt, was wider Erwarten die Rückfahrt zu einer machte, die angenehmer nicht verlaufen konnte, auch wenn die App der Bahn verkündete, im Zug, auf den der Blog ausweichen musste, seien alle Sitzplätze reserviert, was sich später als Irrtum herausstellte. Es hilft, in Amsterdam gewesen zu sein, um zu Meinung zu kommen, die Reise nach Antwerpen habe sich trotzdem gelohnt – die Stadt ist das Pendant zu dem vermeintlich wesentlich attraktiveren Ziel in Holland. Wer es überdrüssig ist, die Straßen an den Grachten, auf denen wegen der vielen Radfahrer jeder unachtsame Moment böse Folgen haben kann, abzulaufen, ist in der Altstadt genau richtig – Biker müssen hier ihr Rad schieben. Schnell wird deutlich, dass die Antwerpener Kaufleute nicht wegen der eingeschränkten Baufreiheit und höheren Kosten, die die vielen Wasserläufe mit sich brachten, zu sparen brauchten – die Häuser um den Dom sind prächtiger als jene, die Amsterdam zu bieten hat. Und so schön der Bahnhofsvorplatz an der Amsel auch sein mag – Leute, die gerne am Wasser spazieren, wird die lange Promenade entlang der Schelde besser gefallen, auch wenn die Skyline auf dem anderen Ufer nicht mit jener Amsterdams konkurrieren kann. Dafür entschädigt der Blick auf die Altstadt von oben umso mehr. Glück im Unglück also. „Fortes fortuna adiuvat“ – trotz des von ihm angerichteten Desasters, das mit jeder Stunde schlimmer wird, scheint Trump noch zu glauben, das Sprichwort würde auch für ihn gelten. Da Leitmedien und Politiker es nicht wagen, seine Kompetenz in Frage zu stellen, verwundert das nicht. Löblicherweise gibt es Ausnahmen – so meint Mearsheimer, dass dessen Erklärungen Anlass zu geben, anzunehmen, einen „Mad King“ vor sich zu haben. Leider nicht verrückt genug, um sich selbst ins Aus zu katapultieren. Vielmehr scheint er Hitler, der rigoros Generäle, die es wagten, ihm zu widersprechen, feuerte, zu folgen – „Great Purge“ im Pentagon (Stalin war im Gegensatz zu Trump so schlau, während des Kriegs auf seine Generäle zu hören). Die Zerstörung der einer gerade fertiggestellten Brücke im Iran zeigt, wohin die Reise gehen wird. Die Reputation des Westens steht auf dem Spiel steht – wie geht man mit gewählten Politikern, die sich in ihrer Amtszeit als Terroristen herausstellen, um? Da man von russischen Bloggern erfahren muss, welche Generäle gehen müssen, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass die Medien sich dazu entschließen können, die Ablösung Trumps und Netanjahus bzw. die Abhaltung von Neuwahlen zu fordern.

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