Eines muss man den Ukrainern lassen – wenn man denkt, Selenskyj gehen die Ziele aus, finden seine Leute neue. Wegen der prekären Lage an der Front scheint man sich entschlossen zu haben, die Russen weit außerhalb ihrer Grenzen, nämlich in der Nähe des Bosporus, herauszufordern. Zwei Tanker der russischen Schattenflotte, deren Schiffe die EU gerne alle aus dem Verkehr ziehen würde (dass seit mehr als 200 Tagen ausgerechnet vor Rügen bzw. Binz ein vollbeladenes Tankschiff, das in einem miserablen Zustand sein soll, liegt, kann man wohl als Ironie der Geschichte bezeichnen), sind heute von unbemannten Booten und Drohnen angegriffen worden. Zum Glück waren beide auf dem Weg nach Noworossijsk, also nicht beladen. Wenn sich der Blog nicht täuscht, hatten beide Parteien vereinbart, darauf zu verzichten, Handelsschiffe, die Häfen des Gegners ansteuern, zu versenken. Das hinderte beide nicht daran, zu versuchen, Hafenanlagen zu zerstören. Wenn der Blog die Andeutungen, die ein russischer Blog macht, richtig versteht, wäre der Angriff wohl ohne fremde Hilfe nicht möglich gewesen (verdächtigt werden Menschen, die auf einer Insel im Norden Europas leben). Sollte es stimmen, dass Starlink alleine nicht reicht, solche Vorstöße auszuführen, wissen wir, dass Boris nicht die Ausnahme im Königreich, sondern die Regel ist. Frieden mit den Russen hätte für die Briten eine Art Kontinentalsperre, die im Gegensatz zu jener, die Napoleon Europa auferlegte, länger dauern dürfte, zur Folge. Ohne den Krieg wäre das Vereinigte Königreich längst aus dem Gedächtnis der Europäer entschwunden. Die Auseinandersetzung erlaubt ihnen, in Europa mitzumischen, ohne dafür einzahlen zu müssen. Pech, dass das Ersparte viel geringer ausfiel, als man sich hatte vorstellen können. Angesichts der hohen „Gebühr“, die die EU fordert, damit britischen Firmen etwas vom Rüstungskuchen, den Brüssel gerade anschneidet, abbekommen, dürfte sich die Lust, wieder beizutreten, in Grenzen halten. Immerhin gibt es ja noch Trump – um weiterhin als aussichtsreicher Bewerber für den Friedensnobelpreis betrachtet zu werden, muss er Starmer davon überzeugen, keine weitere Angriffe mehr auf die Schattenflotte zu unterstützen. Es ist auch gut möglich, dass der „Deep State“ ihm und Witkoff ein Schnippchen geschlagen hat. Bald wissen wir mehr. Wenn ja, dürfen wir auf die Reaktion der Russen gespannt sein. Steht vor dem Bosporus die erste Seeschlacht unbemannter Boote bevor? Ausschließen kann man das nicht.
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