Mal wieder entscheidet ein Duell nichts

Schlacht verloren, Krieg gewonnen – und da nichts dagegen spricht, dass diese Wahl wieder so wie alle, in die Merkel als Kanzlerkandidatin gegangen ist, ausgeht, wird sie gut damit leben können, wenn am Sonntagabend die Umfragen zeigen, Schulz habe das Duell gewonnen, zumal sie dieses Mal 10 Minuten früher (es gibt sie noch, die sprichwörtlich legendäre deutsche Effizienz) aus dem Ring steigen kann (einen Knockout sehen die Regeln nicht vor). Dabei war das Treffen zwischen Merkel und Steinbrück schon überaus straff organisiert – gerade einmal 20 Sekunden hat man sich für die Begrüßung der Zuschauer Zeit genommen. Die fallen nun bestimmt weg, so dass den 4 Journalisten, die auserkoren wurden, die beiden zu befragen, nun exakt 9:40 Minuten weniger Zeit bleibt, eine Frage, die den Ausgang der Wahl entscheidet, zu stellen. Beste Voraussetzungen, zur Tatort-Zeit zu erleben, wie zwei Politiker verhört werden. Krimi-Fans, die die harte Gangart bevorzugen, werden auf ihre Kosten kommen. Das letzte Mal war jedenfalls sehr vielversprechend. Da wurden Maßstäbe gesetzt, die nur schwer zu übertreffen sind. Es ging knallhart zur Sache, wie die Frage Ilners, die von Merkel wissen wollte, ob sie im Affekt handelte, als sie sich für den Atomausstieg entschieden haben, zeigt. Das sind die Fragen, die der Zuschauer hören will. Und wenn dann noch das Design des Studios den Eindruck, die Kandidaten müssen ein Martyrium über sich ergehen lassen, vermittelt, haben die Programmmacher scheinbar für die richtige Atmosphäre gesorgt. Dagegen waren Donald und Hillary, trotz dessen Versuche, sie mittels seines Stalkens einzuschüchtern, auf einem Kaffeekränzchen. Komischerweise ist es spannender als jene Duelle, die hier auf die Beine gestellt wurden. Und am Sonntag folgt die nächste Bestätigung, dass das Format nichts taugt.

Wie viele Rückzugsgebiete hat Isis noch in petto? Als ich las, etwa 6000 Kämpfer samt deren Kommandeure hätten sich am Euphrat verschanzt, habe ich mir gedacht, was für ein Glück für die Deutschen, dass Hitler alle Angebote, sich in die „Alpenfestung“ zu begeben, von wo er den Krieg noch ein paar Monate verlängert hätte, ausgeschlagen hat. Leider bleibt den Syriern nichts erspart – sie müssen nun versuchen, die Reste des Kalifats in einer Region zu zerschlagen, die dank der Vegetation bestens geeignet ist, sich zu verteidigen. Da Assads Truppen ausgelaugt sind, spekuliert die Führung, dort länger verharren zu können. So eine Art Schreckstarre, jederzeit bereit, sich aus dieser zu lösen.

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