Solange die Brennstäbe reichen

Wenn es eines Beispiels bedarf, dass nicht immer der frühe Vogel den Wurm fängt, dann ist Habecks Plan, die Kernkraftwerke solange laufen zu lassen, bis die Brennstäbe ihren Geist aufgeben, wohl das beste Beispiel – vor zwei oder drei Monaten wären die Leute dagegen Sturm gelaufen, nun aber sind sie fest davon überzeugt, dass sie ein Horrorwinter erwartet, den man als Familie am besten übersteht, wenn jedes Mitglied über einen eigenen Hauspelz verfügt. Ganz so pessimistisch ist der Blog nicht – er hofft darauf, dass die Kältebeule, die sich regelmäßig nach Süden wölbt, weil der Jetstream über den Nordpol klimabedingt schwächelt, zwei oder drei Wochen über den Staaten, die uns die Sache ja eingebrockt haben, hängenbleibt. Oder auch über Russland, dessen Bewohner neben den Huskies die einzigen Lebewesen sind, die sich bei Minus 30 Grad pudelwohl fühlen. Während in Deutschland spätestens im nächsten Sommer das Kapital Kernenergie beendet sein wird (da sind die Brennstäbe nämlich am Ende), legen die Russen erst richtig los, und das ausgerechnet mit schwimmenden Kraftwerken, die als noch gefährlicher als herkömmliche eingestuft werden. Dass die Chinesen das Schiff, auf denen die Reaktoren montiert werden, bauen, zeigt, wie leicht die Sanktionen des Westens umgangen werden können. Es zeigt auch, dass die Russen glauben, die Technik beherrschen zu können. Immerhin hat man bei einem Tsunami, der ein paar Stunden braucht, um auf Land zu treffen, noch genügend Zeit, das Kraftwerk ein Stück vor die Küste in Sicherheit zu bringen. Zum Glück ist die Arktis keine Tsunami-Gebiet. Den könnte nur ein riesiger Eisbrocken, der vom Eispanzer, den Grönland niederdrückt, abrupt abgetrennt wird, auslösen. Angesichts dieser Expertise ist der Blog guten Mutes, dass die Russen das Kernkraftwerk in Energodar sicher durch den Krieg bringen werden, auch wenn viele Beschäftigte, die dort arbeiteten, aussagen, sie würden die Sicherheit des Kraftwerks gefährden. Seine UdSSR hat Gorbatschow, der heute verstorben ist, nicht durchgebracht. Dabei hatten 76 Prozent der der Menschen dafür gestimmt, die Union weiterzuführen. Einst von der ganzen Welt gefeiert, mögen ihn heute nur noch Leute, die in der DDR groß geworden sind. Das wird eine ziemlich einsame Beerdigung für ihn. Nicht ganz so krass wie bei Mozart, aber auch nicht viel besser. Immerhin ist er trotz der vielen Rückschläge 91 Jahre geworden.

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