Schalkes Outfit

Angesichts diverser Niederlagen en gros sowie eines Outfits, das selbst jene von Topvereinen wie Manu, Real oder Barca provinziell aussehen lässt – weinrote Dresse mit dezenten weißen Streifen vorne und hinten am Armansatz sowie dunkelblaue Hosen – hatte ich am Anfang meine Zweifel, ob das gut gehen würde. Nicht auszudenken, wenn ausgerechnet heute die Spieler, die in der bisher chicsten und elegantesten Arbeitskleidung, die der Verein seinen Profis je zum Anziehen gegeben hat, aufflaufen durften, verlieren würden, dachte ich mir, als ich die Schalker zum ersten Mal sah. Und nun, knapp zwei ein halb Stunden nach der Spieleröffnung, will mir die Kleidung immer noch nicht aus dem Sinn gehen, jedoch frage ich mich nun, wem der Klub das wohl zu verdanken hat. Ich vermute, Gazprom hat die Mannschaft  eingekleidet. Die Firma, die außerhalb Russlands niemand so recht mag, würde, sollte ich recht haben, für sich reklamieren können, über eine Marketingabteilung zu verfügen, die, was die Sportbekleidung betrifft, Topleute aufzuweisen hat. Fußball gespielt wurde auch, und das eindeutige Resultat, Schalke schoss fünf Tore und kassierte keines, sagt, wie angesichts der vielen Treffer geschlussfolgert werden könnte, keineswegs, dass die Duisburger nur ein Sparringspartner für die Königsblauen gewesen sein müssen. Die hatten das Glück gleich zweimal auf ihrer Seite – einmal nutzten sie die Chancen, die sie sich erarbeiten, optimal aus, zum anderen waren die Zebras harmlos vor dem Tor. Hätten sie ihre Möglichkeiten genau so clever wie die Knappen genutzt, wäre Neuer gezwungen gewesen, mindesten dreimal den Ball aus dem Netz zu holen. Die Tore, die Schalke machten, waren alle wunderschön. Los ging es mit Draxler, der sich nach einem super Anspiel von Jurado geschickt vom Gegner löste, um dann von der Strafraumgrenze abzuziehen, wobei der Ball nicht unhaltbar erschien. Vier Minuten später, nämlich in der 22. machte Huntelaar, der gekonnte einen Pass von Farfan mit dem Stiefelspitze in Netz drückte, schon fast alles klar. Als Höwedes dann kurz vor der Halbzeit freistehend ins Tor einköpfen durfte, war die Partie schon entschieden. Die Zebras hatten, wie bereits angedeutet,  etliche Möglichkeiten, die sie aber kläglich vergaben. Kam ein Ball aufs Tor, war Neuer immer zur Stelle, jedoch waren seine Paraden nicht so spektakulär wie sonst. In der einen oder anderen Situation, als nämlich die Duisburger den Schalkern davonliefen, fühlte ich mich sogar an das Match gegen Manu erinnert. Jurado und Hunterlaar machten den Sieg dann so richtig perfekt. Ich hatte während des Spiels noch die Muse, mir Dieter Hildebrand anzuhören. Leider habe ich „nur“ Schramms Laudatio anlässlich der Verleihung des „Salzburger Ehrenstiers“ auf Figaro gefunden.

http://www.mdr.de/mdr-figaro/musik/7900307.html

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