Olympia – ein Desaster mit Ansage,

das deutlich macht, wie sehr die Herren, die Olympia organisieren, und wir, die vor den Fernsehern sitzen, von der Politik abhängig sind, aber vermutlich wären selbst die gebildetsten unter den IOC-Mitgliedern vor wenigen Monaten nicht auf die Idee gekommen, dass Japan das machen könnte, was das Land noch vor rund 170 Jahren zu tun pflegte, nämlich sich von der Außenwelt rigoros abzuschotten. Wer das Land betrat, der wurde einfach umgebracht. Heute wird die Abschottung natürlich subtiler gehandhabt – wer will schon über die Spiele vor Ort berichten, wenn Journalisten nur 15 Minuten draußen das tun dürfen, was sie wollen. Den Rest des Tages müssen sie in ihren winzigen Hotelzimmer oder an den Wettkampfstätten, wo sie streng kontrolliert werden, verbringen. Jeder halbwegs vernünftige Mensch bleibt da lieber zu Hause. Kein Wunder, dass es mit der Berichterstattung hapert. So vermisst der Blog die so von ihm geschätzten Kommentare über die Kleidung der Athleten. Dabei ist es nicht so, dass der Blog darauf angewiesen ist, von kompetenteren Leuten als ihn zu erfahren, dass man die deutschen Athleten wieder schrecklich eingekleidet habe. Das ist immer so (eine der wenigen Konstanten bei Olympia). Die große Frage, die diesmal mangels Bilder nicht geklärt werden kann, ist, ob es sich um das mit Abstand geschmackloseste Outfit handelt oder noch die Hoffnung besteht, in Sachen Mode mit anderen die Zielmarke weit abgeschlagen und mehrfach überrundet zu passieren. Für den Blog sieht es so, als ob die Briten, die bisher immer als geschmackssicher gegolten haben, ihnen den letzten Platz streitig machen würden – die gestreiften Ärmel lassen die Sportler recht clownesk aussehen, frei nach Boris eben. Die Froschfrauen, -männer und Mitarbeiter/innen eines Casinos in Las Vegas hätten es verdient, dass über ihren Look ausführlich berichtet wird, was auch ohne Weiteres möglich gewesen wäre, hätte die japanische Regierung nach Ungarn geschaut. Ja, ausgerechnet ins Land Orbans, der wegen der Pegasus-Software, die er gekauft hat, um Journalisten auszuspähen, massiv in der Kritik steht. Wenn die Software nicht so teuer wäre, könnte man denken, wegen der niedrigen Indizenzwerte müssen nicht nur missliebige Personen, sondern auch Leute, die sich die Spiele in Budapest angeschaut haben (wenn sich der Blog nicht täuscht, waren das 3 Spiele mit je 60.000 Zuschauern), die Abhörapp auf ihren Handys haben. Die Ungarn dürften aber nur streng kontrolliert haben (die hatten die alten Handbücher, die ein Vopo, der seinen Dienst an einem Übergang der Grenze zum kapitalistischen Ausland tat, auswendig kannte, für den Fall, dass sich die Zeiten ändern, archivieren lassen). Kontrolle ist eben alles, so leid es mir für Eric Clapton, der keine Konzerte, die nur Geimpfte verfolgen können, geben will. Dem Blog bleibt nur, auf Olympia in drei Jahren in Paris, der Stadt der Mode, zu hoffen.

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