Mit dem Erdgas ist es wie mit den Impfstoffen

Da Erdgas nun ein nachhaltiger Energieträger ist, bleibt allen, für die der Horizont nicht am Kap Finisterre endet, nur, darauf zu hoffen, dass der Süden sich nicht gezwungen sieht, seinen Strom mit Kohle zu erzeugen, denn wegen des Vorschlags der EU-Kommission, Gas zu einem umweltfreundlichen Brennstoff zu erklären, werden sich nur wenigen Staaten den Rohstoff leisten können. Und sollte ein Entwicklungsland über große Gasvorkommen verfügen, dann wird es das Erdgas natürlich an uns verkaufen. Im Augenblick kann noch niemand sagen, wie hoch der ungerechtfertigte Preisaufschlag wegen des unechten grünen Etiketts, das dank von der Leyens nun bald jede Propangasflasche ziert, sein wird. Vermutlich droht bzgl. der Verteilung der fossilen Brennstoffe ein Szenario wie bei den Impfstoffen – die reichen Länder decken sich mit der guten Waren nicht nur ein, sondern horten sie auch noch. Stoff, den der Westen nicht will, reicht er an arme Länder weiter, wenn auch nur zähneknirschend. Statt Biontech oder Moderna gibt es AstraZeneca, vor dem sich die Bevölkerung ängstigt. Dem Blog fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass wegen des Grünen Deals Kohle, die hier keine Abnehmer mehr findet, in die Dritte Welt verschifft wird. Es scheint, als mache der Westen beim Klimaschutz die gleichen Fehler wie bei der Bekämpfung der Pandemie – statt zu versuchen, so viele Länder wie möglich einzubeziehen, ist er ganz auf sich selbst fixiert. Das ließe sich tolerieren, wenn die Maßnahmen, die er ergreift, helfen würden, die Erderwärmung zu bremsen. Danach sieht es aber nicht aus, denn erst einmal fällt wegen des Errichtens der klimafreundlichen Gaskraftwerke CO2 an. Zu den Ungereimtheiten der Energiewende gehört, dass niemand weiß, wie viele gebraucht werden. Dass der Bedarf riesig zu sein scheint, zeigt der Aufwand, den Russen in der Arktis betreiben, um ihre Öl- und Gasprojekte so schnell wie möglich fertigzustellen. Keine Kosten und Mühen werden gescheut. Selbst unter widrigsten Bedingungen wird gearbeitet. Da die Tage der Kohle wegen des Beschlusses gezählt sind, wird sich keine Firma oder Uni mehr die Mühe machen, an Technologien, die ermöglichen, das Kohlendioxid abzusondern, zu arbeiten. Das lohnt sich nun nicht mehr. Dank der Entscheidung darf der Verbraucher die Investitionen bezahlen. Für manche Investoren kann es gar nicht früh genug losgehen.

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