Long für Schwimmbäder(index)

Man kann es wohl als Ironie des Schicksals bezeichnen, in einer Zeit, in der die Preise sinken, ohne dass wir es merken wollen, einen Film herauszubringen, in dem jene, die glauben, die Börse stehe vor dem großen Knall, der nur die verschont, die etwas Handfestes ihr Eigen nennen dürfen, bespöttelt und ausgelacht werden – wenn Makler, die sich partout weigern, in der Herde mitzulaufen, die Protagonisten in einem heutigen Stück wären, hieße dessen Titel natürlich nicht Big Short, sondern Big Long. Leider wird es einen derartiges Werk wegen des Mangels an geeigneten Börsengurus, die predigen, zu kaufen, was das Zeug hält, nicht geben. Wer daraus schließt, das Niveau an der Börse habe auch unter der Krise gelitten, irrt sich – die unwiderlegbare Erkenntnisse, dass die Preise gar anders können, als nach oben zu gehen, kann es nicht geben. Im Film „The Big Short“ ist das natürlich völlig anders. Gemäß der Story hätte jeder von uns darauf kommen können, dass der Kollaps kurz bevor steht, denn alles ist nur eine Frage der Bewertung sowie der variablen Zinsen. Wenn die bei Kreditnehmern fällig werden, die eh knapp bei Kasse sind, ist die Kacke am Dampfen. Darauf haben einige gehofft. Und gewonnen. Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit hat man mit dem Aufdecken von Mißständen sehr viel Geld verdienen können. Das gibt es so schnell nicht mehr wieder. Nicht dass ich es ihnen nicht gönne. Befremdlich ist es aber dennoch, was sicherlich der Machart des Film zuzuschreiben ist – statt der versprochenen Komödie bekommt der Zuschauer eine Dokumentation, die locker von der Hand geht, zu sehen. Ich hatte schon befürchtet, um Max Keisers Ruf, als der komödiantische Börsenexperte zu gelten, wäre es nun dahin. Um den zu wahren (vermutlich hat ihn die Panik gepackt), hat er sich in seiner vorletzten Sendung wieder etwas besonderes einfallen lassen. Gelacht während der zwei Stunden nicht ein einziges Mal. Nicht einmal für ein Schmunzeln hat es gereicht. Nein, ich lüge, denn im Vorspann wurde Mark Twain mit den Sätzen (ich hoffe, ich wenigstens ungefähr richtig zu liegen) zitiert: „Nicht das, was du nicht weißt, bringt dich in Schwierigkeiten. Sondern das, was du sicher zu wissen glaubst, was jedoch in Wirklichkeit nicht stimmt.“ Nichtsdestoweniger lohnt es sich, den Film zu gucken. (Schon weil ich das Gefühl hatte, das Kino als Börsenfachmann zu verlassen, womit ich wieder bei Mark Twain wäre. Leider hält das aber nicht lange an).

„Die Muselmannen kommen, macht die Schwimmbäder zu“ – ich halte es für keine gute Idee, Flüchtlingen grundsätzlich nicht zu gestatten, ins Schwimmbad zu gehen. Im Fußball kommt auch niemand auf den Gedanken, alle Fans, die in den Kurven stehen (meistens sitzen sie heute ja), wegen einiger weniger, die während des Spiels bspw. Bengalische Feuer entfachen, auszuschließen. Das ist höchst unklug. Mich wundert, dass Flüchtlinge überhaupt ins Bad gehen. Ich dachte bis jetzt, die würden schön gepflegt in der Sauna oder im Dampfband sitzen, Aber schwimmen? Ich war schon seit mindestens 25 Jahren nicht mehr in einem Bad. Zu viel Chlor. Und das Kindergeschrei. Richtig schwimmen konnte ich nicht, da immer jemand im Weg war. Da zu meinen aktiven Zeit als Schwimmer viele Rentner und kaum Frauen anzutreffen waren, frage ich mich, wenn die belästigt haben könnten. Egal. Ich fürchte, die neue Einwandergeneration wird noch deutscher als die Deutschen es je waren. Da haben viele bestimmt schon ihre Schwimmstufe gemacht (heute nennt man das wohl Swimmabzeichen).

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