Lockdown, der Appetit machen soll

Wenn nicht einmal die Liebhaber des Senfs, der mit dem Zusatz „Extra scharf“ wirbt, sonderlich begeistert über einen „Lockdown, extra scharf“ sein dürften , geschweige denn jene, denen er zu „hot“ ist bzw. die noch nie etwas von ihm gehört haben, dann liegt das nicht an den Härten, die dieser verspricht, sondern wohl am Slogan – der Blog glaubt, die Bürger würden eher einen „Lockdown, strahlend rein“ bevorzugen, erweckt dieser nach dessen Ende die Hoffnung, dass alles wieder so wie früher wird, denn über die neue Welt, die im Augenblick in aller Munde ist, weiß man nur, dass sie nicht so wie die alte sein soll, was jedoch nicht unbedingt dazu führt, den Eindruck zu gewinnen, nach den zwei Spritzen, die die Freiheit zurückbringen, könne man einen neuen Kontinent, der ungeahnte Möglichkeiten bietet, entdecken. Und auch wenn dem so wäre, würden sich die Menschen nicht unbedingt nach dieser drängen. Selbst als es noch etwas zu entdecken gab, was es nicht so, dass Scharen potentieller Entdecker den Hof Ferdinands II. eingerannt hätten, um von ihm eine Überfahrt in die Neue Welt finanziert zu bekommen. Gerade mal einer hat sich, wenn der Blog sich nicht täuscht, angeboten. Und Musk weiß auch noch nicht, wie viele ihm auf den Mars folgen werden. Gut möglich, dass er von dort oben ganz alleine sein Autowerk in der Mark Brandenburg führen muss. Dass die Menschen Ja zur Spritze, aber Nein zur Neuen Welt sagen, liegt in erster Linie an der Politik. Die hat es versäumt, Perspektiven aufzuzeigen. Für Merkel, die vor einem Jahr noch gedacht hat, die Menschen würden ihr zum Abschied zujubeln, wenn sie in ihrer Sänfte an ihnen vorbei defiliert, geht es jetzt nur darum, sich als gute Krisenmanagerin aus ihrem Amt zu verabschieden. Wie ein Tsunami hat Corona alles, für das sie mal gestanden hat, weggespült. Immerhin bescheinigen ihr viele Ausländer, eine „Klimakanzlerin“ zu sein. Sie hinterlässt auch kein technisches Vermächtnis, was für eine Physikerin doch recht erstaunlich ist. Ihrem Vorgänger verdanken wir die vielen Windräder, die die Landschaft verschandeln, und die Sonnenkollektoren. Strauß’ Steckenpferd waren Flugzeuge. Ohne ihn würde es wohl Airbus nicht geben. Da sich die Sicht der Ding aber oft ändert, kann sich der Blog gut vorstellen, dass man Merkel in 10 Jahren ganz anders beurteilt – dann könnte sie nicht mehr als „Madame Lockdown“ gelten, sondern als „Madame Vaccine“, die der Welt neues Lebens eingehaucht hat.

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