Labour fehlt das Image eines Machers

Wenn der Blog sich schon nicht erklären kann, warum angesichts des Chaos, das Boris anrichtet, Labour vorgestern bei den Lokalwahlen abgestraft wurde, dann weiß er wenigstens, wie man die Wähler wieder zurückgewinnt – indem man nämlich jeden ausländischen Touristen, der länger als drei Tage bleibt, gratis impft. Was Moskau kann und Big Apple plant (ausgerechnet J&J, das hierzulande angeblich nur an über 60-jährige gehen darf, in NY aber dank Impfautos, die vor der MET und dem Empire State Building stehen, jeder, der möchte, nehmen darf), sollte für London kein Problem sein. Dank der Impftouristen wären dann wieder Zimmer belegt, in denen Corona nie freiwillig nächtigen würde. Fast so wie in den guten alten Zeiten. Da Sadig Khan, der als haushoher Favorit in die Wahl zum Bürgermeister gegangen ist, ebenso wie seine Partei schwächelt, steht noch nicht ganz fest, ob er diese Initiative starten könnte. Sollte er es schaffen, muss er dafür sorgen, dass die Leute in Labour wieder eine Macher-Partei sehen. Ob das dem „Kleinstadt Kriminalisten“ Starmer gelingt, ist höchst zweifelhaft – es reicht nicht, die Verhörtechniken zu beherrschen, wie Boris leidvoll im Unterhaus erfahren musste. Der Wähler erwartet Ideen und Vorschläge, mit denen Starmer aber nicht dienen kann. Niemand weiß, was er anders machen wird, außer dass er als Premier niemanden bitten wird, ihn finanziell bei der Renovierung seiner Dienstwohnung zu unterstützen, so wie es Boris nachgesagt wird. (Da Boris Verlobte einen recht guten Geschmack hat, wird sich der Blog hüten, zu behaupten, die jungen Frauen von heute seien sehr anspruchsvoll und total verwöhnt. Vielmehr hat der Blog den Eindruck, dass Boris ziemlich geizig sein muss.) Leider reicht dieser Unterschied heutzutage nicht mehr aus, jemanden aus dem Amt zu drängen. So darf der Johnson weiter das Land spalten. Aber nicht mal das scheint ihm mehr zu gelingen, denn es sieht ganz danach aus, als ob die SNP aufgrund ihres Resultats, das nicht so überragend wie erhofft auszufallen scheint, sich erst einmal von der Unabhängigkeit verabschieden muss. Sobald Labour was auf die Beine stellt, ist es mit dem Spuk in der Downing Street vorbei. Es muss nicht unbedingt London sein, wo man sich impfen lässt. Liverpool, das an Labour geht, soll auch sehr schön sein.

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