Kopfgeld für Politiker? Sicherlich keine gute Idee.

Eines muss man Lukaschenko lassen – für einen Mann, auf den die EU ein Kopfgeld i.H.v. 3 Milliarden € ausgesetzt ist, hat er noch viel Humor, wie seine Ankündigung, an den Grenzübergängen Impfzelte einrichten zu wollen, wo sich jeder, der will, seinen Sputnik abholen kann, beweist. Immerhin ist Belorussland näher als San Marino. Außerdem braucht man keine 3 Tage im Land zu bleiben. Und vermutlich muss man nicht mal 15 Minuten nach der Impfung warten. Gute Gründe, nach Belarus zu fahren. Komplett wäre das Angebot, wenn sich dort die Möglichkeit böte, den Hund und die Katze impfen zu lassen. Nun aber zurück zum Kopfgeld, das der eine oder andere auch für hiesige Politiker als praktikabel und sinnvoll halten würde. Angesichts der Wahlprognosen für Sachsen-Anhalt fällt es bspw. dem Blog schwer, sich der Vorstellung zu verwehren, dass unser Ministerpräsident die letzte Wahl zu seinen Gunsten gefälscht hat, dies bestreitet und jeden, der die Manipulation kritisiert, einsperren lässt. Diese Vergehen müssten reichen, um die EU dazu zu bewegen, bei einer Abwahl Haseloffs den Bürgern 500 Millionen € zu versprechen. So toll das auch wäre – alleine schon ein Gedanke, nämlich dass Brüssel noch unbeliebter als Haseloff sein könnte, lässt den Traum platzen. (Das Geld hätte sie im letzten Sommer lieber in Impfstoffen anlegen sollen.) Zurück zur Realität, die, wenn man Rot-Rot-Grün mag, ziemlich düster ist – es läuft auf ein Desaster im Herbst hinaus. Hier in SA kommen die drei auf 35 Prozent, was natürlich nicht zum Regieren reicht. Da die Grünen ihr Ergebnis verdoppelt hätten (10 Prozent), würden sie den Wahlausgang als Erfolg feiern. Spannend wird es nach der Wahl, wenn sich SPD und Grüne entscheiden müssen, ob sie sich weiterhin das Regieren mit der CDU antun wollen. Haben beide Parteien den Mut, für den großen Knall zu sorgen, indem sie Haselhoff zwingen, mit der AfD zusammenzuarbeiten? Beide würden sich prima verstehen. Aber werden die Christsozialen das vor der Bundestagswahl wirklich wagen? Vermutlich werden sie in Magdeburg bis Ende September an einer neuen Koalition feilschen. Das wäre allen ziemlich recht. Ob das den Grünen hilft, wagt der Blog zu bezweifeln. Ihnen würde nur ein Konfrontationskurs mehr Stimmen bescheren. Außerdem wären sie gut beraten, den Bürgern zu erklären, wie für den das Leben in einer Welt, die immer weniger Öl und Gas verbraucht, aussehen soll (der Blog ist da mit seinem Vorschlag, zwei Tage Sonderurlaub denjenigen zu gewähren, die im Urlaub per Bahn durch Europa touren, viel weiter). Die Wahl in SA zeigt ein Dilemma – während Gerichte und Aktionäre die Ölkonzerne für deren Klimapolitik abstrafen, wählt die Mehrheit der Bürger Parteien, die nichts ändern wollen. Weil sie eben nicht wissen, wie diese Zukunft aussehen soll.

PS: Dem Blog fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass bald auch ein Kopfgeld auf Putin ausgeschrieben werden könnte – nicht wegen Nawalny, sondern dessen Bestreben, die Arktis in ein Öl- und Gaseldorado zu verwandeln.

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